Liebe Leserin, lieber Leser,Blätter fallen – Nebel wallen, Laubbläser lärmen – wohin mit meinem Wähnen? Ach Herbst, deine Klischees sind alle wieder da. Und sie stimmen meist und fast alle. Dabei bereitet sich die Natur lediglich wie alljährlich auf Ruhe im Winter vor. Und wir Menschen sind gerne geneigt wieder einmal alles auf uns zu beziehen, und uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit, mit Tod und Sterben und unserer endgültigen Ruhe zu beschäftigen. Wenn uns unsere eigene Endlichkeit bewusst wird, wir an Menschen denken, die vergangen sind, so hat das durchaus Tradition und ist ein fester Bestandteil unserer Kultur. Zahlreiche Feier- und Gedenktage bietet der November dafür an: Allerheiligen, Allerseelen, Buß- und Bettag, Volkstrauertag und Totensonntag. Auch die Akademie widmet sich in diesem Herbst Schwerpunkten zu den Themen, die Vergänglichkeit, Verletzlichkeit, Sterben und Tod heißen. So wird z.B. der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio über sein Buch Ethik der Verletzlichkeit im Marienhospital sprechen und ein Gespräch mit dem Autor Daniel Schreiber (Buchtitel: Allein) über Einsamkeit und Alleinsein, Freundschaft und die Sehnsucht nach Verbundenheit wird online zu verfolgen sein. Spannende “Grenzgänge“ etwa zur künstlichen Intelligenz in der hospizlichen und palliativen Arbeit wie auch der Trauerbegleitung bot bereits die Messe Leben und Tod in Freiburg - sehen Sie hier kurze Interviews mit den Referierenden in Freiburg. Und dennoch, der Herbst ist mehr als die Zeit für triste und traurige Gedanken. Für die Natur bedeutet er eine Zeit der Erholung und des Auftankens nach der Ernte und gerade nach dem diesjährigen Hitzesommer. Er kann für uns Menschen die Gelegenheit zur Entschleunigung bieten bevor die trubelige Vorweihnachtszeit beginnt. Eine Zeit für überdurchschnittlich viele Todesfälle ist der Herbst jedenfalls nicht, diese liegt jährlich zu Beginn des Frühlings im März. Hingegen ist er vielmehr eine Zeit für Kinder, denn die meisten Babys werden jedes Jahr im Juli geboren, neun Monate nach dem November. In einem Lied heißt es sinngemäß übersetzt, dass das Leben wie ein Samen sei, der durch die Liebe der Sonne im Frühling zu einer Rose werde. Darauf dürfen wir hoffen, ganz real in dieser Welt und über den Tod hinaus. Ich wünsche uns allen einen schönen Herbst. Es grüßt Sie herzlich, Dr. Thomas König |
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