| Newsletter November 2026

Erstmals in der Akademie: Treffen des Burundi-Rates

Neues Burundi-Jugendprojekt der Akademie startet im Dezember

Von Stefanie Jebram

Am 24. September 2026 öffnete die Akademie die Türen für den Austausch von Landespolitik und entwicklungspolitischen Akteur:innen in Baden-Württemberg: Auf Einladung von Akademiedirektor Prof. Dr. Johannes Frühbauer tagte der Burundi-Rat – ein vom Land Baden-Württemberg koordiniertes Gremium zur Unterstützung und Gestaltung der langjährigen Landespartnerschaft  –  erstmals in der Geschäftsstelle im Schellenkönig.

Für das Innenministerium war in der Akademie Staatssekretärin Cornelia von Loga zu Gast. Begleitet wurde sie von Dr. Christoph Grammer, der zuvor im Staatsministerium das Thema Burundi koordiniert hatte. Den Austausch mit den entwicklungspolitischen Akteur:innen moderierte Dr. Wolf-Gero Reichert von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Hauptabteilung Weltkirche. 

Seit Jahrzehnten verbinden enge partnerschaftliche Beziehungen Menschen zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Was als Initiativen der Zivilgesellschaft und der Kirchen entstand, verfestigte sich 1984 in einer Partnerschaft der Parlamente: der AMAHORO! Landespartnerschaft. Die Koordination übernahm die vom Landtag gestiftete Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ). 2014 unterzeichneten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der damalige Außenminister Burundis, Laurent Kavakure, schließlich die offizielle Partnerschaftsvereinbarung.

Académie de l’Amitié: Begegnung, Zusammenarbeit und neue Perspektiven

Im Rahmen des Treffens stellte Prof. Dr. Johannes Frühbauer die „Académie de l‘Amitié“ vor, eine Initiative der Akademie, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt. In der ersten Phase hatten sich – in Kooperation mit der Ev. Akademie Bad Boll – 15 engagierte Tandempartner:innen zwischen Burundi und Baden-Württemberg zusammengeschlossen, um gemeinsam an Themen wie Frieden und Versöhnung, Erinnerung, Nachhaltigkeit, Theater und medizinischer Versorgung zu arbeiten sowie einander auf zwei Begegnungsreisen persönlich kennenzulernen. Um die dabei entwickelten Projektideen in die Realisierung zu überführen, koordiniert aktuell die Hauptabteilung Weltkirche der Diözese die Vergabe der Fördermittel und bietet flankierende Unterstützung.

Ein dritter, unabhängiger neuer Baustein startet im Winter an der Akademie: In Kooperation mit der SEZ entsteht ein partizipatives Projekt, bei dem junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren in Baden-Württemberg und Burundi dazu eingeladen sind, einander kennenzulernen, eigene Ideen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung, Bildung und Gesundheit einzubringen - und die Möglichkeit auf eine Reise nach Burundi in 2027 zu nutzen. 

Die Auftaktveranstaltung für Baden-Württemberg findet am 16. Dezember 2026 zwischen14:00 und 18:00 Uhr im Tagungszentrum Hohenheim statt. Weitere Infos und eine Anmeldemöglichkeit finden sich hier. Alle drei Komponenten werden vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Landespartnerschaft gefördert.

Langjährige diözesane Verbindung

Auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart verbindet eine seit Jahrzehnten bestehende Partnerschaft mit Burundi. Erst im September 2026 hatte Bischof Dr. Klaus Krämer das Land mit einer kleinen diözesanen Delegation besucht. Im Februar 2027 wird Misereor zum ersten Mal überhaupt Burundi in den Mittelpunkt seiner Fastenaktion „Am Anfang steht Mut“ stellen. Der von der ARD übertragene Eröffnungsgottesdienst findet am 1. Fastensonntag, den 14.2.2027, um 10:00 Uhr in der Liebfrauenkirche in Stuttgart statt.

Das ostafrikanische Land Burundi

Burundi zählt mit über 13 Millionen Einwohnenden zu den am dichtesten besiedelten Ländern. Die Fläche des ostafrikanischen Landes beträgt etwa ein Drittel weniger als die von Baden-Württemberg. Deutschland kolonialisierte Burundi zwischen 1890 und 1916 als Teil Deutsch-Ostafrikas. Burundis jüngere Geschichte ist geprägt von Bürgerkrieg und ethnisch aufgeladenen Konflikten. Burundi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.