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Liebe Leserin, lieber Leser,

eigentlich müssten sich die Kirchen am wenigsten Sorgen um die Zukunft machen, erklärte Winfried Kretschmann vergangene Woche im Tagungszentrum Hohenheim. Der noch amtierende Ministerpräsident von Baden-Württemberg war Gast beim hochrangig besetzten Podium zum Motto „Anschluss verloren? Wie die Zukunft der Kirchen in Gesellschaften der Zukunft gelingt“. Und „solange Christen Salz der Erde und Licht der Welt sind, werden sie wirksam bleiben“ war einer von vielen prägnanten Sätzen, die das überzeugte Kirchenmitglied den Kirchen ins Stammbuch schrieb. Dabei sparte der Katholik Kretschmann keineswegs mit Kritik an seiner Kirche, zum Beispiel hinsichtlich der schleppenden Resonanz des Synodalen Weges im Vatikan und einer Haltung, die „mehr Dekret als Dialog“ sei und eine „Verwechslung von Hierarchie und Monarchie“ erkennen lasse.

Die Veranstaltung mit Kretschmann, Bischof Dr. Klaus Krämer, Landesbischof
Ernst-Wilhelm Gohl und dem renommierten Theologen Prof. Dr. Michael Seewald bildete den Auftakt der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Geburtstag unserer Akademie und lässt sich im Videoformat nacherleben. Und das grade erschienene Jubiläumsmagazin bietet Ihnen auf 56 Seiten interessante Einblicke in die Arbeit der Akademie mit ihren Menschen und Themen.

Gerne greifen wir auch in den Veranstaltungen des April das Plädoyer Kretschmanns auf, wonach jeder gute Dialog eine „sehr ernsthafte Art des Miteinander-Sprechens im Sinne des Durch-Sprechens“ bedeutet. Der Akademie verbunden ist übrigens auch sein vermutlicher Nachfolger im Amt des Minis(ch)terpräsidenten. So nahm der junge Cem Özdemir bereits 1990  an einer Tagung zum Ausländerrecht teil und wurde wenig später von Kretschmann als Referent empfohlen – wie es dazu kam, erfahren Sie hier. Und auch für den am Wahltag nur äußerst knapp unterlegenen Manuel Hagel ist die Akademie „ein echter Schatz“, wie er im Glückwunschvideo bekennt.

Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen zugleich Momente des Innehaltens in der Fasten- und Osterzeit!   

Ihr

Dr. Daniel Meier
Leitung Stabsstelle Kommunikation

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Mittendrin

  

Liebe Freundinnen und Freunde der Akademie,

es gibt vermutlich nur wenige unter Ihnen, die in der Familie oder in der Verwandtschaft nicht davon betroffen sind: Vom Verlust des Glaubens oder besser gesagt: Vom Verlust der Relevanz des Glaubens in der nachfolgenden Generation. Der Würzburger Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller hat darüber ein Buch geschrieben und seine Erkenntnisse unter den Titel „Enkel ohne Gott? Wenn der Glaube in Familien verloren geht“ gestellt. Sein Tipp: „Lassen Sie Ihre Trauer und Ihr Bedauern zu, aber lassen Sie Ihre Kinder nicht dauernd Ihre Enttäuschung spüren – das ist letztlich kontraproduktiv.“

Zum gleichen Thema hat sich übrigens auch der eingangs im Newsletter zitierte Winfried Kretschmann vor einigen Jahren sehr persönlich geäußert. Auf der Tagung der badischen Landessynode in Bad Herrenalb wurde er gefragt, was denn die Kirche ganz konkret tun könne, damit weniger Menschen sie verließen. Als Antwort erzählte er eine Geschichte: Ein Vater hat zwei Söhne. Beide werden im Glauben an den einen Gott erzogen - wie es auch seine Vorfahren viele Jahrhunderte praktiziert hatten. Die Söhne gehen jedoch unterschiedliche Wege: Der eine findet wie sein Vater eine Heimat in der Kirche, der andere beschäftigt sich sogar im Studium mit der Religion, engagiert sich in besonderem Maße für die Natur, doch in der Kirche bleibt er nicht. 

Kretschmann erzählte damit die Geschichte seiner eigenen Söhne. Mich hat es berührt, wie er das berichtete: beide seien in gleicher Weise religiös und kirchlich erzogen worden. Aber dann habe sich eben einer von beiden von der Kirche abgewandt. Das habe man schließlich nicht in der Hand. Und vielleicht ist die Erkenntnis auch entlastend, dass die Frage über Kirchenmitgliedschaft oder Nichtmitgliedschaft der Nachkommen nicht allein in unserer Hand liegt - und die über Glauben und Nichtglauben mit all seinen Schattierungen erst recht nicht. 

Dr. Daniel Meier

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Aus der Akademie

Auf der Schwerpunktkonferenz der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke (AKSB) wirkten Martina Weishaupt als zweite Vorstandvorsitzende der AKSB im Bereich „Zukunft gestalten: Sozial-ökologische Transformation“ und Stefanie Jebram im Handlungsfeld „Vergangenheit verstehen: Perspektivenvielfalt und Erinnerungsarbeit in der historisch-politischen Bildung“ mit.

Christian Ströbele hat beim Studientag zum christlich-muslimischen Dialog bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (bei der auch die neue Arbeitshilfe „Christlich-muslimische Beziehungen in Deutschland“ vorgestellt wurde) am 25. Februar 2026 in Würzburg einen Workshop zur Dialogarbeit der katholischen Akademien angeboten. 

  

  

  

 
 

Medienecho

Unter der Überschrift „Die Kunst kann auf ihre ganz eigene Art irritieren" berichtete das Sonntagsblatt (9/2026) über den Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler.  

Zur Veranstaltung „Anschluss verloren? Wie die Zukunft der Kirchen in Gesellschaften der Zukunft gelingt“ lesen Sie hier den Beitrag des Evangelischen Pressedienstes, lesen Sie hier den Beitrag der kna auf katholisch.de, hören Sie hier einen Beitrag der „Redaktion Katholische Kirche im Privatfunk" und hören Sie hier den Beitrag des Domradio.

Unter der Überschrift „Wie Pop-Influencer junge Muslime beeinflussen" berichtete Radio Vatikan über ein Gespräch mit dem Islamwissenschaftler Friedhelm Hartwig an der Akademie.

Unter der Überschrift „Bereicherung und schwerer Sünder" berichtete AKSB-inform 2025 über die Tagung „Queere Menschen und die Kirchen" an unserer Akademie.

 

 

Publikation

 

Ende der regelbasierten Weltordnung?

Akademie-Direktor Johannes Frühbauer und Markus Patenge haben unter der Fragestellung "Ende der regelbasierten Ordnung?" einen Sammelband herausgegeben, der in "Amosinternational: Internationale Zeitschrift für Christliche Sozialethik" erschienen ist.

Es enthält u.a. einen Aufsatz von Christoph Heusgen zur Frage: Ist das Völkerrecht zu Ende?

Das Heft 2026/1 ist im Herder-Verlag erschienen und hat die Bestellnummer: Z940005
 

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