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In Baden-Württemberg leben mehr als 800.000 Menschen muslimischen Glaubens. Auch sie sind vom demographischen Wandel betroffen: Die Lebenserwartung steigt, ebenso der Anteil an der Altersgruppe 70+. Damit wächst die Zahl derjenigen, die am Lebensende auf professionelle Begleitung, medizinische Versorgung und soziale Unterstützung angewiesen sind – vor allem in Krankenhäusern und durch ambulante Dienste, aber auch in Pflegeeinrichtungen und Hospizen.
Wie kann diese Begleitung aussehen, wenn sie den unterschiedlichen Bedürfnissen von Muslim:innen gerecht werden will? Wie können islamische Traditionen im deutschen Gesundheits- und Sozialsystem und im Blick auf zentrale Fragenkomplexe – etwa Patientenverfügungen, Sterbebegleitung oder Bestattung – angemessen berücksichtigt werden? Welche rechtlichen, ethischen und organisatorischen Rahmenbedingungen sind erforderlich? Wie kann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Patient:innen und Angehörigen angesichts existentieller Fragen am Lebensende gelingen? Und welche Erfahrungen gibt es bereits aus der Praxis?
Um religionssensibel handeln zu können braucht es nicht nur Wissen über religiöse Vorschriften, sondern Haltung, Perspektivwechsel, kommunikative Kompetenz und die Bereitschaft, Anderen mit dem, was ihnen wichtig ist, Raum zu geben. Besonders für die Gestaltung des Lebensendes geht es deshalb nicht nur um die technisch-organisatorische Anpassung von Abläufen, sondern um eine personenzentrierte, würdevolle Begleitung, die religiöse und kulturelle Prägungen ernst nimmt – in der Pflege ebenso wie in Medizin, Recht, Beratung und Bestattungspraxis.
Die Tagung widmet sich der Gestaltung eines würdevollen Lebensendes für Muslim:innen aus multiperspektivischer Sicht: Sie verbindet theologisch-ethische Grundlagen mit juristischen Fragestellungen, medizinethischen Überlegungen und praktischen Erfahrungen aus Pflege, Hospizarbeit, Islamberatung und Bestattungswesen. Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Pflege, Medizin, Sozialer Arbeit, Seelsorge und Beratung, an Vertreter:innen von Kommunen, Trägern und Verbänden sowie an alle Interessierten und Betroffenen.
Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, mit dem dort zusammen mit der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl koordinierten Projekt der „Islamberatung Baden-Württemberg“, und der Eugen-Biser-Stiftung, mit der dort verorteten Islamberatung in Bayern.
Programm
10:00 Uhr
Beginn und Begrüßung
Dr. Christian Ströbele, Akademie / Islamberatung BW Stefan Zinsmeister, Eugen-Biser-Stiftung
10:10-11:00 Uhr
Praktische Erfahrungen und Herausforderungen in der Gestaltung des Lebensendes muslimischer (Palliativ-, Hospiz-) Patient:innen
Aysel Özdemir, Klinikum Stuttgart; JVA Stuttgart Dr. Doris Ziebritzki, Hospiz St. Martin Stuttgart
11:00-11:30 Uhr
Kaffeepause
11:30-13:00 Uhr
Eine Patientenverfügung für Musliminnen und Muslime - Vorstellung der Orientierungshilfe und Diskussion
Kübra Kisa, Islamberatung Bayern Dr. phil. Martin Kellner, Institut für Islamische Theologie Osnabrück Dr. med. Mariam Abu-Tair, Ev. Klinikum Bethel Bielefeld (angefragt)
13:00-14:15 Uhr
Mittagessen
14:15-15:00 Uhr
Juristische Fragestellung am Lebensende
Dr. iur. Silke Mall, Sozialgericht Freiburg (angefragt)
15:00-15:45
Medizinethische Fragen am Lebensende
Dr. Hadil Lababidi, Universität Zürich
15:45-16:15 Uhr
Kaffeepause
16:15-17:00 Uhr
Erfahrungen aus der Islamberatung in Kontexten von Pflege, Hospizarbeit und Bestattungswesen
Tim Florian Siegmund, Islamberatung Baden-Württemberg und Bayern Dr. des. Simone Trägner, Islamberatung Baden-Württemberg und Bayern Natascha Garvin, Gesundheit und Sozialplanung Koordinatorin für Zusammenleben in Vielfalt, Stadt Dornbirn
Dr. Hadil Lababidi Lecturer für islamische Medizin- und Bioethik, Universität Zürich
Dr. iur. Silke Mall Richterin, Sozialgericht Freiburg
Aysel Özdemir Koordinatorin der Muslimischen Seelsorge, Klinikum Stuttgart; JVA Stuttgart
Tim Florian Siegmund Islamberatung Baden-Württemberg und Bayern, Eugen-Biser-Stiftung
Dr. des. Simone Trägner Islamberatung Baden-Württemberg und Bayern, Eugen-Biser-Stiftung
Dr. Doris Ziebritzki Hospiz St. Martin, Stuttgart
Tagungsleitung
Dr. Christian Ströbele Projektleiter der Islamberatung Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Prof. Dr. Andreas Pattar Stellv. Projektleiter der Islamberatung Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl
Stefan Zinsmeister Vorstandsvorsitzender der Eugen-Biser-Stiftung
Das Angebot der Islamberatung in Baden-Württemberg
Das Projekt "Muslime als Partner in Baden-Württemberg - Information, Beratung, Dialog (Islamberatung)" stellt mit einem fachkundigen Team von Beraterinnen und Beratern eine begleitende Expertise für Kommunen, kirchliche Einrichtungen, islamische Vereinigungen und weitere Stellen in Baden-Württemberg zur Verfügung. Es vermittelt Informationen und begleitet in Konflikt- bzw. Dialogprozessen, um zum Gelingen von Kommunikation und zur Stärkung von Kompetenzen auf lokaler Ebene beizutragen.
Die Beratungen sind aufgrund der Förderung durch das baden-württembergische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration für die beratenen Stellen kostenfrei.
Beratungsanliegen können direkt über islamberatung@akademie-rs.de eingebracht werden. Weitere Informationen finden Sie auf www.islamberatung-bw.de
In Bayern können Sie sich an unsere Partner beim dortigen Islamberatungsprojekt wenden, das mit Förderung der Robert-Bosch-Stiftung an der Eugen-Biser-Stiftung koordiniert wird: www.islamberatung-bayern.de
In Zusammenarbeit mit der Islamberatung in Bayern bei der Eugen-Biser-Stiftung
Förderung
Finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
Zur Teilnahme
Teilnahme mit Vorabübernachtung 95,00 € Teilnahme ohne Übernachtung 45,00 € Teilnahme ONLINE 25,00 € Ermäßigt Teilnahme ohne Übernachtung 25,00 € Teilnahme ONLINE 10,00 €
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Geschäftsstelle – Assistenz: Alexandra Antoniadou Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart Tel: +49 711 1640 740 E-Mail: antoniadou@akademie-rs.de
Anmeldung: www.akademie-rs.de/vakt_25986 Die Anmeldung erbitten wir online spätestens bis zum 10.06.2026. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 02. – 14.06. (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen die Hälfte der Tagungskosten in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von Stornogebühren.
Online-Veranstaltung: Mit der Anmeldung erklären Sie sich damit einverstanden, dass die mitgeteilten Zugangsdaten ausschließlich dem persönlichen Gebrauch dienen und nicht an Dritte weiter gegeben werden dürfen. Sie akzeptieren die ggfs. dazu nötigen Voraussetzungen gemäß der Datenschutzerklärung: www.akademie-rs.de/datenschutz.
Bei Veranstaltungen vor Ort: Mit der Anmeldung erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir bzw. die Eugen-Biser-Stiftung gegebenenfalls Fotos oder Filme veröffentlichen, auf denen Sie zu erkennen sind.
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Tagungszentrum Hohenheim – Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart Tel: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898 Ihre Anreise: www.akademie-rs.de/hohenheim-anreise Für Elektrofahrzeuge gibt es in unmittelbarer Nähe zwei öffentliche Ladesäulen.