Von Ilonka Czerny
Die Vernissage der Ausstellung „Promoting Democracy“ bot einen eindrucksvollen und zugleich lebendigen Abschluss eines kulturellen Projektes, das demokratische Werte auf eindrückliche Weise künstlerisch erfahrbar machen sollte. Insgesamt 42 Künstlerinnen und Künstler beteiligten sich an dem Aufruf, die Demokratie bewerbende Plakate einzureichen. Die eigens für diesen Anlass gestaltete Plakate, die so vielfältig sind wie unsere demokratische Staatsform, machen deutlich: Hier geht es nicht nur um Kunst, sondern um einen offenen Diskurs über gesellschaftliche Teilhabe, Freiheit und Verantwortung.
Die Bandbreite der ausgestellten Arbeiten ist bemerkenswert. Von grafisch klar reduzierten Botschaften bis hin zu vielschichtigen, komplexen Bildkompositionen spiegeln die Plakate die Vielfalt künstlerischer Perspektiven wider. Nicht alle Inhalte sind leicht und gleich verständlich. Demokratie erschien dabei nicht als feststehendes Konzept, sondern als dynamischer Prozess, der von Meinungsfreiheit, Engagement und Diversität lebt.
Künstlerinnen und Künstler zwischen Bonn und Bodensee
Die große Resonanz zeigte sich auch in der Vielzahl der Gäste. Der große Saal war sehr gut gefüllt. Künstlerinnen und Künstler, die ihre eingesendeten Plakate in den Räumen der Akademie betrachten wollten, reisten nicht nur aus der näheren Umgebung an, sondern auch aus fernen Städten wie Bonn, Dortmund, Rottweil, Friedrichshafen und Freiburg. Ebenso brachten sie zahlreiche Freundinnen und Freunde der Kunst und der Demokratie mit in unser Tagungszentrum Hohenheim.
Einen inhaltlichen Einstieg bot der Stuttgarter Kunstwissenschaftler Dr. Tobias Wall mit einem Impulsvortrag zu Demokratie und Kunst. Im anschließenden Gespräch mit Dr. Ilonka Czerny, der Initiatorin und Kuratorin des Projektes, beleuchtete er die Entstehung der Ausstellung, einzelne Einsendungen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sowie den parallel dazu stattfindenden Kunstwettbewerb. Das Publikum wurde ebenfalls stellenweise in den Dialog einbezogen, wodurch sich im Anschluss an den offiziellen Teil schnell eine offene und engagierte Gesprächsatmosphäre entwickeln konnte.
„Demokratie-Blues“ und „Demokratie-Orchester“
Für die musikalische Gestaltung sorgte der Stuttgarter Künstler und Performer Thomas Putze, der die Gäste mit einem virtuosen „Demokratie-Blues“ zu Beginn begeisterte. Einen besonderen Höhepunkt bildete das abschließende „Demokratie-Orchester“: Die Besucherinnen und Besucher wurden eingeladen, selbst zu den vom Musiker mitgebrachten Instrumenten zu greifen und gemeinsam musizierend vom großen Saal in die Ausstellungsräume zu ziehen. So wurden die ausgestellten Plakate im wahrsten Sinne des Wortes zum „Klingen“ gebracht und ein weiterer – nun hörbarer – Demokratie-Prozess zumindest temporär in Gang gesetzt.
Auch der kulinarische Abschluss griff das Thema auf: Mit bunt belegten Pizzetti ging der offizielle in den gemütlichen Teil des Abends über, der mit intensiven Gesprächen und Begegnungen ausklang. Die Vernissage entwickelte sich so zu einem lebendigen „Fest der Demokratie“, das von den Gästen mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Ein die Ausstellung begleitender Kunstwettbewerb lädt die Besucherinnen und Besucher der Akademie dazu ein, ihr Lieblingsplakat zu wählen. Die Abstimmung läuft noch bis zum 31. Mai 2026, bevor die drei meistgewählten Werke am 25. Juni 2026 im Rahmen des 75-jährigen Akademie-Jubiläums mit Geldpreisen ausgezeichnet werden.
Bereits jetzt besteht großes Interesse seitens verschiedener Institutionen, die Ausstellung im Anschluss zu übernehmen. Es bleibt zu hoffen, dass „Promoting Democracy“ noch viele Menschen erreicht und nachhaltige Impulse setzt – damit die in ihr verhandelten, bereichernden und freiheitlichen Werte auch in Zukunft für uns alle lebendig bleiben!
Ilonka Czerny






