nicht nur die Lage der Welt ist bedrückend, auch die Hoffnung nimmt ab. Das macht die Lage noch düsterer. Für den Friedensnobelpreis 2024 waren deutlich weniger Kandidat:innen nominiert als in den Jahren davor. Das heißt: weniger Persönlichkeiten und Organisationen werden heute als einschlägig profiliert betrachtet. Lichtgestalten gar, Zugpferde und Hoffnungsträger – wie Barack Obama, der den Preis nach nicht mal einem Jahr US-Präsidentschaft erhielt – scheinen derzeit am Horizont nicht auf.
So griff das Nobelpreis-Komitee tief in die Vergangenheit. Es ehrte die letzten Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 80 Jahren. Unermüdlich und zäh bemüht sich die Gruppe Nihon Hidankyo, die Erinnerung wachzuhalten an diese furchtbare Vernichtung von damals – und an die körperlichen wie seelischen Folgen für jene, die das Grauen überstanden haben.
Ziel von Nihon Hidankyo ist das „Nie wieder!“ Es ist Graswurzelarbeit. Es ist Sensibilisierung von unten, stille Gedächtnisarbeit mit Blick auf eine Zukunft…
…die schon wieder mit einer steigenden Zahl einsatzbereiter Atomwaffen einhergeht, und mit einer Gegenwart, deren Zerstörungsbilder – Gaza, Ukraine – den Bildern von 1945 im Grauen kaum mehr nachstehen. Es gibt Menschen, die partout solche Bilder produzieren wollen, auch heute noch, mit voller Absicht, wider bessere Einsicht, die Erinnerung ganz und gar nicht als Mahnung begreifend, sondern sie zynisch zitierend: Seht her, ich kann das auch!
Die letzten Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki, die zähen, die tapferen – sie kämpfen dagegen an mit der unbeugsamen Kraft der Hoffnung. Sie lassen sich politisch nicht vereinnahmen. Sie wollen keinen Sieg, sie wollen Frieden. Dafür verdienen alle Ehrungen dieser Welt. Noch mehr aber brauchen sie etwas anderes: Menschen, die mitstreiten. Menschen wie sie. (pk)