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[Wie] Ist Gott da?

Christliche Sprachnot in nach-theistischer Zeit

Christliche Sprachnot in nach-theistischer Zeit Überlieferter Gottesglaube und atheistische Bestreitung bringen dasselbe Dilemma ans Licht: Gott kommt hier immer zu spät und steht zur Debatte, als wär’s ein beliebiges Spekulationsobjekt. Just die Wirklichkeit, die als Grund und Nerv von allem gelten soll, kommt erst sekundär zu dem dazu, was als Mensch und Welt wie selbstverständlich schon vorausgesetzt wird. Und das zudem noch in patriarchalen und androzentrischen Mustern.

Eigentümlich verschärft wird die post-theistische Lage durch den Dialog der Religionen und Kulturen: Von welchem Gott soll denn, wenn überhaupt, die Rede sein? Selbst in christlichen und kirchlichen Kreisen wird das Gottes-Thema oft ohne die Jesusgestalt und das Christusbekenntnis buchstabiert – aber spätestens seit dem Konzil von Nikaia ist es christliche Basis-überzeugung, dass von Gott (und zu Gott) nicht gesprochen werden kann ohne Jesus und von diesem als Christus nicht ohne Gott.

Ziel der Tagung vom 16. bis 17. Mai 2025 in Stuttgart-Hohenheimist ist, hier Klärungen zu sondieren und – um des Dialoges willen – die Kontur christlicher Gotteslehre und Gottespraxis zu suchen. (Öko)Feministische und prozesstheologische Ansätze könnten hier Hilfestellungen bieten. In jedem Fall gibt Fridolin Stier zu denken: „Mein Problem ist nicht, ob Gott ist oder nicht, das meine beginnt damit, dass Er ist.“