| Newsletter Mai 2026

„Monets Küste“ in „Mainhatten“

Exkursion zur Ausstellung im Städel Museum in Frankfurt am Main

Der Maler Claude Monet (1840-1926) zieht die Massen an. Das wissen die Ausstellungsmacher des Städel Museums am Main. Aber auch für uns vom Fachbereich Kunst der Akademie war klar, dorthin sollte unsere nächste Kunst-Exkursion gehen. Denn natürlich wollten auch wir mit vielen Teilnehmenden nach Frankfurt reisen, nach „Mainhatten“ - wie die ehemalige freie Reichstadt mittlerweile auch genannt wird.

Der voll besetzte Bus fuhr von Stuttgart in gut zwei Stunden in die Innenstadt Frankfurts, dort trafen auch Interessierte aus der Region Frankfurt und Teilnehmende von der Katholischen Akademie Fulda in den Räumen der Evangelischen Akademieam Römerberg ein. Dr. Ilonka Czerny, Fachbereichsleiterin für Kunst an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hielt in einem Veranstaltungsraum einen hinführenden Vortrag zu Leben und Werk Claude Monets. Damit sein obsessives Schaffen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern besser eingeschätzt und eingeordnet werden konnte, zeigte die Kunstvermittlerin immer wieder konventionellere Werke, deren Tradition die Impressionisten durchbrachen.

Zudem ist Monet mit seinen seriellen Gemälden auch Vorreiter für das künstlerisch-konzeptionelle Arbeiten im 20. Jahrhundert geworden. Mit seiner offenen und expressiven Malweise seiner letzten Schaffensjahre prägte er sogar eine der zukünftigen Stilrichtungen; diese wurde von den Abstrakten Expressionisten in der Mitte des Jahrhunderts aufgegriffen und intensiviert. Die Intention des Vortrages war es, die begrenzte Werkphase, die im Städel Museum von Monet, dem wichtigsten Vertreter des Impressionisten gezeigt wird, in dessen Gesamtoeuvre einzubetten.

Nach einer fakultativen Mittagspause, die einige der 75 Teilnehmenden zum Mittagessen auf dem Römerberg, andere zur kurzen Besichtigung der Frankfurter Innenstadt nutzten, wurden die Gäste im Städel auf drei Führungsgruppen aufgeteilt. Endlich konnten Monets Werke und seine individuelle Malweise im Original betrachtet und bewundert werden. Die Ausstellung „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat" zeigt, dass dieser Küstenabschnitt in der Normandie motivisch nicht nur von den Impressionisten, sondern von vielen weiteren Künstlern vor und nach Monet für ihre Arbeiten genutzt wurde. Aber auch noch heute ist diese schroffe Küstenregion inspirierendes Motiv für Kunstschaffende. Die ausgestellten Werke in unterschiedlichen Techniken bewirkten zudem einen Werbeeffekt, so dass das einstige einsame Fischerdorf zu einer Touristenattraktion geworden ist. Über eine Million Besucher verzeichnet Étretat derzeit jährlich. Die Ausstellung im Frankfurter Städel Museum mit Genre- und Landschaftsszenen und Seestücken dürfte diesen Besucherstrom nicht abreißen lassen – im Gegenteil.

„Diese Monet-Exkursion hat sich mehrfach gelohnt“, resümierte Dr. Johannes Czaja, der erstmals bei einer Kunst-Fahrt der Akademie dabei gewesen ist, „phantastisches Wetter auf der Fahrt, vor Ort eine souveräne Einführung in die Malerei von Claude Monet und die ‚en plein air‘-Malerei sowie die hervorragende Führung im Städel-Museum. Dadurch wirken die sensationellen Gemälde von Etretat von Monet und anderen Künstlern lange nach und bleiben so präsent, als wäre man immer noch ‚en plein air‘ am Strand von Étretat. Allein könnte man sich eine solche grandiose Ausstellung gar nicht erschließen und so gewinnbringend visuell und geistig erfassen.“