| Newsletter Februar 2025
Begegnung in Weingarten

Lernen von- und miteinander

Wie sieht die eigene Welt in den Augen der anderen aus? Geflüchtete, Studierende im Gespräch mit Integrationsminister Lucha.

Pressemitteilung von Prof. Dr. Alexander Loch und Dr. Konstanze Jüngling

Bereits zum dritten Mal brachte der Fachbereich Migration und Menschenrechte der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation mit der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg (HVF) rund 40 Studierende der öffentlichen Verwaltung und internationale Schutzsuchende für ein interkulturelles Perspektivwechsel-Seminar zusammen. Im außergewöhnlichen Lernsetting des barocken Klosters Weingarten lebte die Seminargruppe – ermöglicht durch eine Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg – eine Woche lang einen „internationalen Mikrokosmos“: Mit diversen Aushandlungsprozessen, wechselseitigen Vorträgen über Herkunftskulturen und Ergebnisse der Migrationsforschung, cross-cultural Teambuilding, Verfilmung kritischer Interaktionssituationen, komplexen Lernstationen, Weltmusik und Praxissimulationen. Bei der von Prof. Dr. Alexander Loch (HVF) entwickelten Perspektivwechsel-Methodik für Verwaltungskontexte geht es darum, interkulturelle Kompetenzen nicht nur im Public Management, sondern auch bei Menschen mit Migrationsgeschichte nachhaltig zu erweitern. Studierende und Geflüchtete erhalten die Möglichkeit, in geschützter und vertraulicher Atmosphäre in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten und Verständnis für die Lebenssituationen der jeweils anderen aufzubauen.

Einen Höhepunkt des Seminars stellte eine Austauschrunde mit Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg, dar. Beim Kamingespräch diskutierte Lucha mit den Teilnehmenden aus Afghanistan, dem Irak, Iran, Syrien, Nordafrika, der Türkei, und der Ukraine sowie den Studierenden die migrationspolitischen Herausforderungen in „the Länd“. Ein Fazit der joint learning journey: Es ist immer gut, wenn man nicht übereinander, sondern vor allem miteinander redet.

Der geteilte Mantel, Ausgabe 2025: Die Welt aus den Augen anderer wahrnehmen