Von Anton Haas
Den Veranstaltern war bewusst, dass gelingende Kommunikation eine Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander in jedem Lebensabschnitt ist. Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? Gerade dann, wenn sie mit gesundheitlichen Einschränkungen leben? Wie trägt Kommunikation der Generationen zu einem gelingenden Leben der älteren Menschen bei? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung. Referent: innen verschiedener Fachrichtungen beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
Prof. Dr. Eckart Hammer, Gerontologe, Vorsitzender des Landesseniorenrates Baden Württemberg zeichnete unterschiedliche Altersbilder und verwies auf die Gefahr bei einem Menschen, der eben nicht mehr gut hört, der vielleicht nicht mehr schnell genug denken kann, der nur einfache Sätze versteht, dazu führen kann, dass man diese Bilder möglicherweise intern internalisiert und annimmt und dann eben auch entsprechend noch schneller altert.
Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Abteilungsleiterin der Hauptabteilung XI der Diözese Rottenburg-Stuttgart ging der Frage nach: Wie können Senior: innen im Bereich der Seniorenpastoral aktiv sein, um für sich und andere ein gelingendes Leben im Alter zu gestalten? Nach Ansicht der Referentin kann dies in kirchlichen Gremien, Verbänden vor allem auch in den Seniorentreffs vor Ort sein. Karin Schieszl-Rathgeb forderte dazu auf, Senior: innen sollten sich aktiv in den begonnenen Zukunftsprozess der Diözese einbringen, wo immer dies möglich sei.
Digitale Welt und realer Begegnungsraum
Viele ältere Menschen müssen in der schnellen digitalen Welt mitgenommen werden und benötigen dazu oftmals eine individuelle Beratung, war der Tenor des Vortrages von Dr. Markus Marquard, Leiter des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm. In vielen Kommunen gebe es dazu Strukturen, Anlaufstellen und Digital Mentoren, die dies ermöglichen. Wünschenswert wäre, so der Referent, dieses auch in die kirchliche Bildungsarbeit einzubauen, damit Kirche vor Ort ein realer Begegnungsraum bleibt oder wird.
Thomas Frings, katholischer Priester und Autor aus Köln, ließ es sich nicht nehmen, während der Karnevalszeit nach Hohenheim zu kommen und auf humorige Weise den Fragen nachzugehen: Wie kann ich als älterer Mensch jungen Menschen eine Lust aufs Älterwerden vermitteln? Wie kann ich als älterer Mensch meine Kinder und Enkelkinder an meinem Glauben teilhaben lassen? Frings sprach sich dafür aus, dass von Älteren vorgelebte Gelassenheit, Großzügigkeit dem Leben gegenüber, für Jüngere oftmals sehr ermutigend wirken kann. Bei der Frage der Glaubensweitergabe hob der Referent besonders kleine Zeichen, die bewusst gesetzt werden, soziales Verhalten, das artikuliert und begründet wird, hervor.
In den angebotenen Workshops wie auch bei der Austauschrunde "biete – suche" konnten die Teilnehmer: innen zahlreiche praxisnahe Vertiefungen erfahren und erleben.
Stellenwert der Senior:innen im Zukunftsprozess
Aus dem Kreis der Veranstalter zogen Bettina Müller, Leiterin des Fachbereichs Senioren der Diözese und Geschäftsführerin des Forums sowie Anton Haas, Vorstandsvorsitzender des Forums Katholische Seniorenarbeit der Diözese ein erstes Resümee. " Das Stichwort Kommunikation ist unter verschiedenen Aspekten zu betrachten. Dem haben wir thematisch und mit den gewählten Referent: innen genügen wollen", so Anton Haas. Bettina Müller ergänzte mit dem Hinweis, dass sich das Forum, wie auch die Diözesanverwaltung auf einen Zukunftsprozess eingelassen hat, in dem Senior: innen und ein für sie gelingendes Leben ihren Stellenwert haben. "Diese Tagung sollte ihren Beitrag dazu leisten", so Haas weiter. "Dies scheint gelungen zu sein, auch wenn es einer Fortführung der skizzierten Themen und einer Unterstützung der Arbeit des Forums, insbesondere im Hinblick auf die begonnen Zukunftsprozesse, dringend bedarf".
Auch aus der Sicht eines Teilnehmers war die Tagung ein voller Erfolg, denn nicht nur die präsentierten Vorträge sondern auch ein Kabarett am Abend und ein lebendiger gemeinsamer Gottesdienst, aber auch das Miteinander von Teilnehmenden der Erzdiözese Freiburg und der evangelischen Kirche in Württemberg trugen zu einem stimmigen Bild über Kommunikation im Alter bei.
Sehen Sie hier die Interviews mit Eckart Hammer.
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