| Newsletter Januar 2025
Queere Menschen und die Kirchen

Auf dem Weg – mit vielen Fragen

Queere Menschen werden in den Kirchen seit langem diskriminiert. Wie weit geht die Liberalisierung heute? Eine – auch emotional – bewegende Tagung.

Von Thomas König, Linda Huber, Johannes Kuber

Die Geschichte queerer Menschen in den Kirchen ist eine Geschichte von Diskriminierung, Verfolgung und Ausgrenzung. Sie dauert bis heute an, wie eine dreitägige Akademie-Tagung  in historischer und theologischer Rückschau deutlich machte. Und doch ist in der Praxis vieler Kirchen eine Liberalisierung erkennbar: Im Umgang mit queeren Menschen sind sie auf einem Weg hin zu Veränderungen. So gibt es in mittlerweile 23 von 27 Diözesen der katholischen Kirche in Deutschland Beauftragte für queere Pastoral, seit Kurzem auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im Hinblick auf ihren kirchlichen Bezug standen die Lebenswelten homo- und bisexueller Männer und Frauen, trans*, inter* und nonbinärer Menschen im Mittelpunkt der Hohenheimer Veranstaltung.

Zahlreiche Kooperationspartner:innen hatten die Tagung vorbereitet und durchgeführt: Evangelische Akademie Bad Boll, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Studienzentrum der EKD für Genderfragen, Männerarbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Universität Stuttgart mit dem Forschungsprojekt „100 Jahre geschlechterdivers in Baden-Württemberg. Lebenswelten und Verfolgungsschicksale von transgender, trans- und intersexuellen Menschen im deutschen Südwesten (1920-2020)“, Katholische Erwachsenenbildung Stuttgart, LSVD Verband Queere Vielfalt und natürlich die Akademie mit den Fachbereichen Geschichte und Gesellschafts- und Sozialpolitik sowie mit dem Projekt „Dialogräume schaffen – Teilhabe stärken“. Innerhalb dieser starken Vernetzung konnte der Titel des letztgenannten Projekts gut für die Gesamtintention der Veranstaltung stehen. 93 Teilnehmende hatten sich in Hohenheim eingefunden, um Beiträge vorzustellen und zuzuhören, zu diskutieren und sich zu vernetzen.

Vielfalt

„Ich bin wirklich tief berührt vom Gehörten und sensibilisiert vom Erlebten“, so formulierte es im Anschluss Leonhard Fromm, der auch für das Katholische Sonntagsblatt von der Veranstaltung berichtete.  Die Tagung verlangte allen Beteiligten viel ab; Beiträge und Gespräche waren auf hohem wissenschaftlichen Niveau, aber auch emotional herausfordernd und oft nicht leicht zu verarbeiten. Gehörtes hallte noch lange nach. Um dem zu begegnen, war das Setting für die Tagung entsprechend gestaltet: Ganz unterschiedliche Personen aus dem Kreis der Veranstaltenden moderierten jeweils einen Teil der Tagung; auf den Namensschildern waren die Pronomen vermerkt, mit der die jeweilige Person angesprochen werden wollte, Toiletten wurden geschlechterneutral ausgeschildert, und bei Bedarf stand ein liebevoll gestalteter Rückzugsraum zur Verfügung stand.

„Die heterogene Zusammensetzung der eingeladenen Referierenden mit ihren (teils auch von sich aus sichtbar/explizit gemachten) persönlichen Hintergründen, ihren unterschiedlichen (Zwischen-)Ständen im akademischen Forschen sowie ihr Sprechen aus unterschiedlichen beruflichen Tätigkeitsfeldern und Generationen heraus“ erwies sich als große enorme Bereicherung, schreibt Marian Antoni, Referent für das Projekt Queersensible Pastoral in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. So gelang es weitgehend, einen queersensiblen Dialograum zu schaffen, der dankbar angenommen wurde.

Historische Perspektiven

Einen historischen Zugang und Schwerpunkt zu wählen, erwies sich in der Verbindung historischer, theoretischer und praktischer Themen als richtige Entscheidung. Die Geschichte der vergangenen 1500 Jahre ist ohne theologische Fragen nicht denkbar. Entsprechend war das Prequel dieser Tagung eine Abendveranstaltung der Akademie aus dem Jahr 2022 unter dem Titel „Die Kirchen und der § 175“. Karl-Heinz Steinle und Noah Munier berichteten damals von ihren Forschungen, die sie auch in die Archive der Evangelischen Akademie Bad Boll und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart geführt hatten.

In kurzem Abstand gab es 1960/61 in beiden Akademien jeweils eine Tagung zum Thema „Homosexualität“, wobei dabei nur diejenige der Männer gemeint war. Denn auch wenn die Behandlung des Themas aus heutiger Sicht völlig unakzeptabel erscheint, so schufen doch beide Kirchen sehr früh Möglichkeitsräume, etwa in der Seelsorge oder auf Konferenzen im geschützten Raum ihrer Akademien, um über Themen zu sprechen, die erst ein Jahrzehnt später in einer gesellschaftlichen Debatte verstärkt aufgenommen wurden. Anlass genug, das Thema „Queere Menschen und die Kirchen“ in einem längeren Tagungsformat aufzugreifen.

Klaus van Eickels, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bamberg, spannte zu Beginn einen dichten, weiten Bogen von der Antike bis zur Gegenwart: „Gleichgeschlechtliches Begehren und die Grenzen des Erlaubten. Verschiebungen, Wandlungen, Wendepunkte.“ Er folgerte: „Sexualität gehört zum Kernbereich jeder menschlichen Persönlichkeit.“ Damit hätten die Kirche(n) zu jeder Zeit umgehen müssen und auch immer versucht, alle Arten geschlechtlicher Identitäten mithilfe der Theologie zu erfassen – sehr lange Zeit allerdings mit einem Ergebnis, das Ausgrenzung und Stigmatisierung für viele Menschen zur Folge hatte.

Mit „Gesetz, Moral und gesellschaftlicher Wandel. Die katholische Kirche, der Paragraph 175 und das Thema Homosexualität, 1969–1994“ lieferten Alina Potempa und Frank Kleinehagenbrock aus Bonn einen Projektbericht, der die Sanktionierungen aufzeigte, die von Seiten der katholischen Kirche gegen eine Abschaffung des Paragraphen in Stellung gebracht wurden.

Im 20. Jahrhundert waren Kirchen spätestens durch die Liberalisierung in vielen Bereichen der Gesellschaften immer weiter unter Druck geraten, ihren Umgang mit queeren Menschen zu hinterfragen. Fast paradox mutete es an, dass ausgerechnet in Folge der AIDS-Pandemie deutlich wurde, dass die unterstellten Stereotypen gerade im Hinblick auf homosexuelle Männer falsch waren. Als zehntausende Menschen starben, ging es eben nicht um Promiskuität und sexuelle Aktivität, sondern um Care-Arbeit. Und die Liebe vieler Partner:innen zeigte sich in der Pflege bis zum Tod, wie ein Teilnehmender anmerkte. So wurde eine schreckliche Krankheit zum Türöffner für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Verständnis.

Elisabeth Wittkowski von der Ruhr-Universität Bochum referierte zu „Kirche, Katholizismus und HIV/Aids in den 1980er Jahren“. Barmherzigkeit war es, was queere Menschen von der katholischen Kirche auch vor dem Hintergrund der AIDS-Seuche erwarten sollten, während Homosexualität und Untreue gleichgesetzt wurden und als jeweils schlimme Sünde galten. Gleichwohl entwickelten sich aus der Krankenhausseelsorge und der Begleitung von AIDS-Patient:innen sowie ihrer An- und Zugehörigen erste Ansätze einer queeren Pastoral.

Hier schloss Andreas Heek aus Düsseldorf mit seinem Vortrag „Geschichte der Queerpastoral in der katholischen Kirche“ an. Nachdem es queere Seelsorge viele Jahre nur im Verborgenen gegeben habe, seien im Jahr 2005 in der Erzdiözese Freiburg erstmals offiziell zwei Seelsorger für queere Pastoral benannt worden. Selbst dieses Zugeständnis habe man dem Erzbischof abringen müssen. Erst die „Ehe für alle“, 2017 im Bundestag beschlossen, habe in vielen Diözesen zu einem Einlenken vieler Diözesen beigetragen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Seelsorge für queere Menschen „bottom up“ initiiert und nur gegen viele Widerstände in offizielle Strukturen überführt werden konnte.

Historische und kunsthistorische Beiträge in unterschiedlichen Formaten spiegelten die Zeitgeschichte wider und gaben Einblicke in die Lebenswirklichkeiten queerer Menschen in den Kirchen, etwa Kerstin Söderbloms und Josephine Haas‘ Vortragsgespräch „Queere Menschen im Dialog“. Oft wurde ein biografischer Zugang gewählt, wie Sibylle Biermann-Rau es für die Lesung aus ihrem beeindruckenden Buch „Pfarrerin mit Frau“ tat.

Theologische Auseinandersetzungen

Neben einer historischen erfolgte während der Tagung auch eine theologische Bestandsaufnahme. So stellte Judith Reinders aus Bonn mit ihrem Beitrag „Die queere Frau am Kreuz?“ ihre Forschungen zu den Legenden und dem Kult um die „Heilige Kümmernis“ vorstellte. Die Legende der heiligen Kümmernis, die als „Titelbild“ über der Veranstaltung stand, war in einigen Landstrichen des damaligen Reiches seit dem 15. Jahrhundert präsent geblieben und erfuhr in der aktuellen Diskussion um religiöse Diversität eine neue Bedeutungszuschreibung.

Still im Saal wurde es, als Johanna Voithofer aus Salzburg zu „Homosexualität als Sodomie, Verbrechen und Krankheit. Die Begründung der Verurteilung von Homosexualität in der katholischen Lehre“ sprach. Eine Person verließ gar den Saal, zu schwer zu ertragen waren die oft wiederholten, als queerfeindlich empfundenen Ressentiments der katholischen Lehrmeinung und deren biblische Herleitung.

„Doing Systematics am Beispiel der Transgeschlechtlichkeit“ erklärte im Anschluss Theodor Adam, Pastor aus Hannover, und plädierte für eine induktive Theologie in Abgrenzung zu einer normativ-statischen Theologie. Die Lebenswirklichkeit queerer Menschen, etwa Transgeschlechtlichkeit, sei in den Blick zu nehmen, dann könne sich ein andauernder Prozess entwickeln, der keine starren, sondern in sich fluide Kategorien hervorbringe. In Gruppenarbeit konnte die Teilnehmenden ihre Fragen und Gedanken etwa zu einer trans*sensiblen Ethik zu Papier bringen.

Mara Klein aus Münster stellte im Vortrag „Prekäre Anerkennung. Das ‚dritte Geschlecht‘ in sozialethischer Perspektive“ den aktuellen Forschungstand aus dem gleichnamigen DFG-Projekt vor. Grundlage sind Befragungen verschiedener Gruppen in der katholischen Kirche zur Anerkennung von trans* und inter* Personen als Teil der Kirche. Es bestehe weiterhin ein Szenario struktureller Gewalt, weil der Anspruch queerer Menschen auf vollständige rechtliche, moralische und soziale Anerkennung nicht gegeben sei, sagte Klein.

Lebenswelten und Handlungsräume

Die dritte Sektion der Tagung eröffnete Jens Ehebrecht-Zumsande mit „Queere Menschen in den Kirchen. Ressourcen einer radikalen Diversität offenlegen und verteidigen“. Er ist Referent für Queerpastoral in der Stabstelle für pastorale Grundsatzfragen des Erzbistums Hamburg sowie Initiator und Mitglied im Vorstand OutInChurch. „Während der Arbeit bin ich eine Bereicherung für die Kirche, und in meiner Freizeit bin ich ein schwerer Sünder“, beschreibt er die paradoxe Situation, in der er sich wie viele andere befindet. In der Folge von OutInChurch sei zwar das kirchliche Arbeitsrecht spürbar liberalisiert worden, gleichwohl könnten queere Menschen weiterhin nicht einfach ihren Platz im etablierten System Kirche einnehmen. Strukturelle Diskriminierung sei immer noch in vielen Bereichen gegeben,  und es bedürfe großer Anstrengung und Geduld, um Diversität zu erreichen, die eine große Ressource darstelle.

Manchmal hilft auch „Ungehorsam!“, wie der Titel des Vortrags von Jana Kristin Hoffmann aus Bielefeld lautete, die über „Queeres Leben in der Methodistischen Kirche in den USA“ sprach. Der Widerstand vieler Personen aus Mitgliedschaft und Klerus der methodistischen Kirche habe zwischen 1980 und 2020 dazu geführt, dass ihre Kirche die restriktive Haltung gegenüber Homosexualität in weiten Teilen aufgeben musste.

Am Abend des zweiten Tages stellten Stephanie Bayer, Marvin Gärtner und Daniel Nathalie Schuler ihre Forschungsprojekte in Form einer Posterpräsentationen im Foyer vor. Bayer promoviert in Pastoraltheologie in Luzern: Unter der Überschrift „Your Stories matter“ sprach sie über Biografien von trans* Personen als Anstoß pastoraltheologischer Reflexion. Gärtner studiert in Bonn evangelische Theologie und forscht zu Schulen im Fokus christlicher Initiativen mit Anti-Gender-Agenda und Möglichkeitsräumen queerer Vielfalt im evangelischen Religionsunterricht. Schuler ist Priesteramtskandidat:in der Alt-Katholischen Kirche und präsentierte Forschungen zu Sprache und Gender in liturgischen Texten der Alt-Katholischen Kirche“.

Zu „Konversionsbehandlungen – Annäherungen zwischen Biografie und Struktur“ hatte Klemens Ketelhut aus Heidelberg den Titel seines Vortrags am nächsten Morgen geändert. Er leitet das Projekt „Konversionsbehandlungen: Kontexte. Praktiken. Biografien“ bei Mosaik Deutschland e. V. und präsentierte aktuelle Ergebnisse seiner Forschung. Anhand eines Fallbeispiels, dem nicht leicht zuzuhören war, zeigte er die Problematik sogenannter Konversionsbehandlungen auf, die viel Leid bei den Betroffenen auslösen, und es folgte eine rege Diskussion unter den Teilnehmenden.

Mit der „Beheimatung lesbischer Frauen in der alt-katholischen Kirche“ präsentierte Ella Detscher (Freiburg) Ergebnisse ihrer Magisterarbeit. Sie hatte – in Hinblick auf eine Segnung für alle – Interviews mit lesbischen Alt-Katholikinnen zwischen 17 und 70 Jahren geführt. Die alt-katholische Kirche werde oft als demokratischer und liberaler wahrgenommen als die katholische Kirche und sei es in Teilen auch. Gleichwohl gebe es auch hier nach wie vor Schweigen hinsichtlich der eigenen sexuellen Orientierung. Die „Sehnsucht nach einer klassischen Hochzeit“ sei oft der höchste Anspruch, sich durchgesetzt und persönliche Ziele erreicht zu haben.

„Fluchtlinien, Möglichkeitsräume, Perspektiven“ war das Thema der Schlussdiskussion. Das Podium war besetzt mit Sibylle Biermann-Rau, Jens Ehebrecht-Zumsande, Andreas Heek, und auch Klaus-Peter Lüdke aus Altensteig, der sich als Pfarrer der württembergischen Landeskirche und Vater eines inzwischen erwachsenen, transidenten Kindes als ehrenamtlicher Elternberater im Trans-Kinder-Netz e.V. engagiert. Die Moderation hatte Ursula Wollasch übernommen. Ein Stuhl blieb frei, so dass sich immer auch eine Person aus dem Publikum in die Diskussion einschalten konnte. Von der Möglichkeit wurde Gebrauch gemacht, denn die Schlussrunde zeigte noch einmal deutlich, dass es im achtsamen Umgang miteinander noch Defizite gibt. Kritik aus der Teilnehmendenschaft wurde eingebracht und wird für kommende Veranstaltungen berücksichtigt werden. Gewürdigt wurde der historische Zugang der Tagung zum Thema, der deutlich machte, wie stark die kulturelle Prägung von Menschen und auch Kirchen im Hinblick auf queeres Leben sei. Der Einsatz gegen Vorurteile und Ressentiments sei gleichwohl ebenso wichtig wie anstrengend, gerade auch in den Kirchen und darüber hinaus in Gesellschaft und Politik.

Weiter in die Zukunft

Am Ende der Tagung blieben viele Fragen: Wie kann eine theologische Perspektive geschaffen werden, die queeres Leben auch innerhalb kirchlicher Gemeinschaften ermöglicht – nicht nur geduldet, sondern auch theologisch fundiert? Die Kirchen sind in diesem Prozess unterschiedlich weit fortgeschritten. Die Sorge um die Zukunft queerer Lebensweisen, insbesondere im Hinblick auf gegenläufige gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland und anderswo, war an vielen Stellen der Veranstaltung deutlich zu spüren.

Von Teilnehmenden und Veranstalter:innen wurde die Tagung als ein guter Ausgangspunkt für weitere Veranstaltungen zum Themenfeld und zur Entwicklung von Perspektiven bewertet. Mitveranstalter Karl-Heinz Steinle von der Universität Stuttgart drückt es so aus: „Was aus meiner Sicht klar wurde, ist das starke Bedürfnis nach mehr Tagungen dieser Art. Aus der Perspektive des Historikers, der sich viel mit queerer Zeitgeschichte befasst, fiel mir stark auf, dass Themen mit Kirchen-Bezug und seien es selbst sogar queere Themen, von der Forschung zur queeren Geschichte wenig wahrgenommen werden, es fast sogar eine ignorante Haltung gegenüber solchen Themen gibt. Denn gleichzeitig, und das schien immer wieder durch, macht die Tagung klar, dass die deutsche Zeitgeschichte ohne das Themenspektrum, das die Kirchen betrifft, unvollständig wäre.“

Als Handlungsbedarf erkannte Marian Antoni „ein Mehr an gleichberechtigten (Glaubens-/Lebens-)Erzählungen aller Menschen“ im Raum der Kirchen: „Auf diesem Weg lassen sich der notwendige Bewusstseinswandel und die Veränderung von tief verwurzelten Denkstilen initiieren und kultivieren.“ Weitere Tagungsformate könnten die aufgezeigten Bedarfe sowie die bereits erfahrenen „Aufbruchs- und Emanzipationsgeschichten” queerer Personen innerhalb kirchlicher Räume ins praktische Weiterdenken überführen. An Fragen blieben:

Wie kann oder muss eine Pastoral der Gegenwart/Zukunft aussehen, in der die gesamte Fülle vielfältiger Beziehungskonstellationen und geschlechtlicher (Nicht-)Identitäten gleichberechtigt, selbstverständlich und gut informiert abgebildet wird?

Wie gestaltet sich Liturgie mit diesem inklusiven Anspruch?

Wie kommen wir von einem diffusen „Mitgemeint” zu einem authentischen und fairen Mitnehmen möglichst vieler, bestenfalls aller Menschen?

Welche Haltungen und Positionen können Lehrkräfte im Rahmen des konfessionellen Religionsunterrichts vermitteln, um queer- und menschenfeindlichen Haltungen innerhalb der Gesellschaft kritisch zu begegnen?

Welche theologischen Widersprüche müssen aktiv gegen rechtspopulistische Parolen geleistet werden, wenn Würde und Rechte queerer Personengruppen dementiert oder gar konkret beschnitten werden?

Der Bericht gibt nur wenige Eindrücke der Veranstaltung wieder. Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an die beteiligten Personen der Akademie oder aus dem Kreis der Veranstalter:innen. Ein Tagungsband wird die Beiträge zum Programm bündeln und öffentlich zugänglich machen.

Einen interessanten und  –  wie er es nennt – „subjektiven Bericht“ über die Tagung hat auch Ralf Bogen bei „Der Liebe wegen“ geschrieben. Hier ist der Link dazu.