| Newsletter Nov 2025

„Räume weiten – Blicke von außen“

Wie blicken Menschen aus der Wirtschaft, der Sozialarbeit und der Hospiz- und Palliativbewegung auf die Theologie?

Im Rahmen des 17. Hohenheimer-Theologinnen-Treffens fand am Abend des 03.10.2025 die öffentliche Abendveranstaltung „Räume weiten – Blicke von außen“ statt. Bei einer anregenden Podiumsdiskussion gingen Prof.in Dr.in Ines Weber und Dr.in Claudia Pfrang mit ihren drei Gesprächspartner*innen gesellschaftlich relevanten Themen nach, um zu hören, wie Personen aus den Bereichen Wirtschaft, Sozialarbeit und der Hospiz- und Palliativbewegung auf Theologie schauen und wie der Glaube sie in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern und Rollen prägt.

"Professionelle Nähe in der Sterbebegleitung"

So erklärte Susanne Kränzle, Leiterin des Hospiz Esslingen, dass es „professioneller Nähe“ bedürfe, um Menschen im Sterben zu begleiten. Mit diesem Begriff meint sie, empathisch auf die Sterbenden einzugehen, sich aber auch dessen bewusst zu sein, dass der Rest des Teams die Pflege genauso gut übernimmt, wie man selbst. So könne man resilient bleiben ohne dabei die Einfühlsamkeit zu verlieren. Im Wissen, dass jede Person nur einmal begleitet werden kann, versuchen sie und ihre Kolleg*innen nach dem vinzentinischen Grundsatz „Liebe sei Tat“ für die Menschen da zu sein.

Geschäftsführer Thomas Pilz (Pilz GmbH & co. KG) erklärte, wie er in der Unternehmensleitung, die er sich mit seiner Schwester teilt, Wert darauf legt, die Verantwortlichen der unterschiedlichen Führungsebenen in ihren je eigenen Verantwortlichkeiten zu stärken, diese aber auch einzufordern. Er selbst versucht als Chef für alle Mitarbeitenden ansprechbar und nahbar zu sein und fühlt sich gerade in schwierigen Entscheidungssituationen von seinem Glauben getragen.

Zugang zu sich radikalisierenden jungen Menschen

Derya Şahan gab spannende Einblicke in ihre Arbeit in der Fachstelle Extremismusdistanzierung im Demokratiezentrum Baden-Württemberg. Sie erzählte von Anfeindungen, denen sie als praktizierende Muslima auch im Kontext ihrer Arbeit ausgesetzt ist und betonte wie wichtig es ihr sei, diese ihrem Gegenüber zu spiegeln. So gelingt es ihr immer wieder, Zugang zu sich radikalisierenden jungen Menschen zu bekommen.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Publikum kam zum Ausdruck, wie und wo in einer pluralen und zunehmend säkularen Gesellschaft Spiritualität und Glaube weiterhin eine Rolle spielen können. Es wurde vertiefend darüber diskutiert, welche Bedeutung einer inklusiven Sprache zukommt und wie Differenzen zwischen institutioneller und erfahrbarer Kirche überwunden werden können.

Hoffnung, Gott den Menschen wieder erfahrbar zu machen

In ihren an die Theologie formulierten Wünschen betonten die Podiumsteilnehmer*innen die wichtige Rolle von Theologie in der Vermittlung von religiösen Inhalten, insbesondere in der Präventionsarbeit sowie die Hoffnung, Gott den Menschen wieder erfahrbar zu machen.

Die Abendveranstaltung und das Hohenheimer-Theologinnen-Treffen fanden in Kooperation mit AGENDA, dem Forum katholischer Theologinnen*, statt.

Auf Feinschwarz haben Barbara Bargel und Mirijam Salfinger, Mitglieder des Koordinationsteams der Jungen AGENDA, darüber nachgedacht, was Theologie ihrer Meinung nach in den Krisen der Gegenwart zu sagen hat.

Auf dem Theologie-Blog y-Nachrichten teilt die Teilnehmerin Frieda Kries ihre Erfahrungen und Eindrücke der Veranstaltung: https://y-nachten.de/2025/10/weite-raeume-theologien-neu-denken-das-17-hohenheimer-theologinnen-treffen/