Ein Erfahrungsbericht von Bettina Wöhrmann
Bereits zum neunten Mal fand das Seminar an der Akademie statt, erstmalig im Tagungszentrum in Stuttgart-Hohenheim. Die Veranstaltung unter der Leitung von Sabine Schramm, Dozentin für Akupressur - AkupressCARE©, zeigt eine große Wirksamkeit gegenüber vielen Beschwerden, die Menschen belasten, wie wir aus den Rückmeldungen wissen.
Als wir den Raum betreten erwarten uns schon 6 aufgebaute Behandlungsliegen entlang der Seitenwände und ein Stuhlkreis in der Mitte. Die Vorfreude auf das Seminar ist bei allen schon spürbar.
Insgesamt sind wir 12 Teilnehmerinnen, vorwiegend aus pflegenden Berufen, aber z.B. auch Ehrenamtliche aus dem Hospizbereich. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde – nach jedem neuen Namen werden alle vorangegangenen wiederholt und so kommt man sich tatsächlich schnell näher – lernen wir die ersten Akupressurpunkte kennen und machen eine erste Partnerübung: Schulter – Kiefer – Nacken. Unsere Dozentin Sabine Schramm aus Bad Staffelstein beginnt gleich mit der komplexesten Abfolge, da sie weiß, am Anfang ist die Aufmerksamkeit am größten. Das entspannt, denn man weiß, schwieriger wird es nicht werden.
Weniger Druck als gedacht
Die Berührungen sind sehr sanft und man muss weniger stark drücken, als wir es uns vorgestellt haben. Sie wirken im Körper noch erstaunlich lange nach. Wir lernen weitere Bausteine kennen, z.B. zur Linderung von Angst oder Unruhe und bald schon verwenden wir wie selbstverständlich die Fachbezeichnungen der einzelnen Punkte: Pe 6, He 7oder Lu 1. Später werden sie um Punktkombinationen von Lokal- und Fernpunkten ergänzt. Zum Abschluss wecken wir das Qi, eine wunderbare, erfrischende Lagerungsübung.
Am zweiten Tag lernen wir u.a. weitere Grundbegriffe kennen, die Leitbahnen, auf denen die Akupressurpunkte zu finden sind und die Dauerstimulation. Mit einem Vaccariasamen, der auf einem Pflaster angebracht ist, kann man einen Punkt durch dauerhaften Druck stimulieren und so z.B. Schlaflosigkeit, Prüfungsangst, Übelkeit, Unruhe und Angst wirksam behandeln. Doch zuerst müssen wir bei unserem Gegenüber mit Streichhölzern die entsprechenden Akupressurpunkte finden – gar nicht so einfach. Die Partnerübungen sind unverzichtbar und es ist wichtig sie mit unterschiedlichen Teilnehmerinnen durchzuführen, um dadurch Erfahrungen mit verschiedenen Physiognomien zu sammeln. Später folgt noch die Bauchmassage und das Eingehen auf vielfältige Bauchbeschwerden und auch „das Qi“ dürfen wir noch einmal wecken.
Rüstzeug für die gängigsten Beschwerden
Die letzte Übung […] war auch unsere erste, wir wiederholen noch einmal die Schulter-, Kiefer- und Nackenbehandlung und unser Seminar endet tiefenentspannt. Wir werden mit einem guten Rüstzeug für die gängigsten Beschwerden entlassen. Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, die meisten von uns möchten im kommenden Jahr den Fortsetzungskurs belegen. Nun liegt es aber erst einmal an uns, das erworbene Wissen in der Anwendung zu vertiefen.

