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Trotz zahlreicher nationaler und internationaler Verbote werden weltweit Millionen von Menschen gegen ihren Willen verheiratet. Auch in Deutschland sind Jugendliche und junge Erwachsene davon betroffen – das Ausmaß ist schwer zu fassen. Zwar liegen Zahlen polizeilich erfasster Fälle vor, aber die Dunkelziffer ist hoch. Einer Umfrage von TERRES DES FEMMES an deutschen Schulen zufolge gab es 2022 bundesweit fast 1.500 Verdachts- und 379 gesicherte Fälle von Frühehen und Zwangsverheiratung von Schüler:innen.
Für den Schutz der Opfer ist eine Sensibilisierung, Qualifizierung und Vernetzung (von Fachkräften) der fachlich berührten Stellen zentral. Der kommunalen Ebene kommt daher eine wichtige Bedeutung zu. Diese nimmt der Fachtag in den Blick und stellt folgende Fragen: Wo taucht das Thema Zwangsverheiratung in kommunalen Kontexten auf? Was brauchen die Ämter und Kommunen, um effektiven Opferschutz gewährleisten zu können? Welche Strukturen stellen aktuell Hürden dar und wie können sie abgebaut werden? Welche Qualifizierungsmöglichkeiten gibt es im Bereich Opferschutz? Welche Berührungspunkte und Schnittstellen zu anderen Themen gibt es in der Praxis im Kontext der Beratung und des Schutzes von Personen, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind?
Neben einem einführenden Vortrag werden wir diese Fragen in Form eines fiktiven Fallbeispiels durchspielen und mit Ihnen und weiteren Expert:innen diskutieren. Am Nachmittag können Sie in Workshops Projekte von Beratungsstellen, Best-Practice-Beispiele und Handlungsempfehlungen kennenlernen. Herzlich eingeladen sind neben allen Akteur:innen, die sich in Vereinen, Initiativen, und Projekten ehrenamtlich und professionell gegen Zwangsverheiratung, Kinderehen, FGM/C, Gewalt im Namen der „Ehre" engagieren, auch ganz besonders alle, die in den Kommunen mit dem Thema in Berührung kommen, darunter z.B. auch Ärzt:innen und Polizist:innen.
Programm
Mittwoch, 30. Oktober 2024
9:30 Uhr
Ankommen bei Kaffee, Tee und Butterbrezeln
10:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Christina Reich, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Grußwort
Dr. Ute Leidig MdL Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
Impuls
10:20 Uhr
Karlsruher Umsetzungsprozess der Istanbul-Konvention
Vortrag und Austausch mit dem Fokus auf Zwangsverheiratung
Viktoria Kornhaas, Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention der Stadt Karlsruhe
Einblicke in die Praxis
11:00 Uhr
Realitäten erproben: Handlungsoptionen über theatrale Forschung erkennen
Einblicke aus 10 Jahren Prävention von Zwangsheirat mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“
Sie können zwei verschiedene Workshops besuchen. Die Zuordnung erfolgt am Fachtag durch Ihr Eintragen in ausgehängte Listen. Ausführliche Informationen finden Sie im verschickten und ausgelegten Flyer.
Workshop 1: Nicht für die Schublade, sondern für die Praxis Erarbeitung einer Arbeitshilfe und Verfahrensabsprache für Kommunen am Beispiel des Landkreises Rastatt Tamina Hommer, Landratsamt Rastatt
Workshop 2: Zwangsverheiratung geht uns alle an! Zertifizierungsreihe für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg Silke Grasmann, Aktion Jugendschutz, (ajs)
Workshop 3: Die Queere Schutzwohnung Berlin Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berlin Spree-Wuhle e.V.
Workshop 4: Gewalt im Namen der „Ehre" Über die Arbeit mit männlichen Jugendlichen zu Themen wie Gleichberechtigung und Geschlechterrollen im Kontext von Ehrkultur Alexander Yussufi, Way of X
Workshop 5: Erfahrungen und Impulse zur interdisziplinären Zusammenarbeit. Zentrale Anlaufstelle FGM/C Baden-Württemberg Beratungsstelle YASEMIN (eva) Fraueninformationszentrum (FiZ)
Workshop 6: Umgang der Polizei mit Zwangsverheiratungen. Lage, Ermittlungen und Opferschutz Julia Helle, Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Referat Prävention
Tagungsleitung
Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden- Württemberg, Ralph Klause, Elif Opus
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Christina Reich
Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva), Beratungsstelle YASEMIN
Fraueninformationszentrum (FiZ), Doris Köhncke
Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), Alina Beck, Katrin Steinhilber
Gefördert durch
Finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.
Zur Teilnahme
Tagungsbeitrag inkl. Verpflegung 15,00 €
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Geschäftsstelle – Assistenz: Bettina Wöhrmann M.A. Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart Tel.: +49 711 1640 706 E-Mail: woehrmann@akademie-rs.de
Anmeldung: www.akademie-rs.de/vakt_25113 Die Anmeldung erbitten wir schriftlich spätestens bis zum 20.10.2024. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bei Rücktritt bzw. bei Fernbleiben von der Tagung ab dem 21.10.2024 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen die gesamten Tagungskosten in Rechnung. Ersatz durch eine andere Person befreit von Stornogebühren.
Bei der Veranstaltung werden von Veranstalterseite aus keine Bilder und Videos gemacht und wir bitten alle Teilnehmenden ebenfalls auf Bild- und Videoaufnahmen zu verzichten.
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart – Tagungszentrum Hohenheim – Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart Tel.: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898 Ihre Anreise: www.akademie-rs.de/hohenheim-anreise Für Elektrofahrzeuge gibt es in unmittelbarer Nähe zwei öffentliche Ladesäulen.