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Liebe Leserin, lieber Leser,

es war ein anderes Osterfest in diesem Jahr: am Ostersonntag noch spendete Papst Franziskus unter größter Anstrengung den traditionellen Segen urbi et orbi, am Ostermontag erreichte uns dann die traurige Nachricht von seinem Tod. Zwölf Jahre stand der „Papst vom anderen Ende der Welt“ an der Spitze der Katholischen Kirche, doch was bleibt? Wie so viele erinnere ich mich noch gut an seinen ersten öffentlichen Auftritt als er auf die Loggia des Petersdoms hervortrat und die Menschen mit einem schlichten „Buona sera“ begrüßte. Der Name „Franziskus“ war Programm und mit seinem bescheidenen wie nahbaren Auftreten berührte er die Menschen: von seiner Antrittsreise nach Lampedusa zu Geflüchteten, den Fußwaschungen am Gründonnerstag in Gefängnissen oder dem Besuch im Weißen Haus, wo er mit einem schon fast zierlichen Fiat 500 vorfuhr und so dem mächtigsten Mann der Welt entgegentrat.

Am 24. Mai jährt sich nun auch zum zehnten Mal die Erlassung der Umweltenzyklika Laudato si‘ – womöglich die zentrale Programmschrift in Franziskus‘ Pontifikat. Sie erschien im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz und erfuhr mit ihrem Appell zur ökologischen Umkehr große Aufmerksamkeit – weit über die Kirche hinaus. Bereits der Untertitel Über die Sorge für das gemeinsame Haus macht ein anderes Verhältnis von Mensch und Natur deutlich: der Mensch, eingewoben in einer großen Schöpfungsfamilie. Natur ist entsprechend keineswegs ethisch neutral, viel eher ist der Mensch zu ihrer Wahrung – zur Schöpfungsverantwortung – berufen. Franziskus zeichnet das Bild einer ganzheitlichen Ökologie, welche soziale und ökologische Fragen verbindet. Dieses integrale Ökologieverständnis, Ökologie als theologisches wie politisches Leitmotiv, fasziniert mich bis heute.

Auch an der Akademie wollen wir diesem Erbe nachspüren. Mit meiner Kollegin
Dr. Heike Wagner widmen wir uns am 3. Juni der Indigenen Schöpfungsspiritualität, welche für Laudato si‘ ebenfalls von Bedeutung ist. Am 14. und 15. November stellen wir uns die Frage, ob die Umweltenzyklika tatsächlich eine Zeitenwende für Theologie, Mensch und Natur war und zum Jahresende blicken wir am 4. Dezember in Weingarten unter dem Titel Jenseits der Abschottung? auf das universalistische Ethos von Franziskus‘ Sozialverkündigung.

Als Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt wurde, ging ich noch zur Schule und hatte den festen Plan Lehrer zu werden. Doch womöglich hat es auch mit ihm zu tun, dass ich viel tiefer in die Theologie eingetaucht bin und in der Christlichen Sozialethik eine akademische Beheimatung gefunden habe. Eine Kirche, die an die Ränder geht und sich den Schwachen zuwendet, den Dialog auch in Zeiten von Abschottung immer wieder sucht und die universale Geschwisterlichkeit aller Menschen betont – für all das und so viel mehr stand Papst Franziskus. Mit Sicherheit war sein Pontifikat nicht frei von Widersprüchen oder auch Enttäuschungen, und doch ist es sein großer Verdienst den Blick geweitet und bislang Übersehene, Vergessene in den Fokus gerückt zu haben. Eine Inspiration auch für uns an der Akademie, den Horizont im Dialog weit werden zu lassen.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr

Fabian Jaskolla, Leiter Fachbereich Naturwissenschaft und Theologie

Die nächsten Veranstaltungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mittendrin

Liebe Freundinnen und Freunde der Akademie,

Haben Sie an Ostern gelacht? Vielleicht sogar in der Kirche? „Beim Osterlachen bringen Priester ihre Gemeinde absichtlich zum Lachen – mit schrägen Anekdoten, frechen Märchen und nicht selten schlüpfrigen Pointen“, erklärte jüngst die Bildzeitung ihren Leserinnen und Lesern die Tradition des „risus paschalis“ – unter der Überschrift „Zum Lachen in die Kirche gehen“. Vermutlich im späten Mittelalter entstanden, wird die heitere Tradition heute vor allem in Bayern gepflegt. Der Osterwitz des Passauer Bischofs Stefan Oster ging im vergangenen Jahr sogar viral und erzielte innerhalb weniger Tage auf Youtube eine Millionen Zuschauer - die erzählte, wahre Geschichte vom WC und der Waldkapelle im Bayerischen Wald ist in der Tat zum Brüllen komisch.

Eine derart erfolgreicher, massenmedial tauglicher Osterwitz ist mir aus Baden-Württemberg nicht bekannt. Aber es müssen ja auch nicht immer die lauten Töne sein. Und manchmal entdeckt man einen kirchlichen Witz auch ganz unerwartet. Zum Beispiel in der wunderbaren Reisereportage über die Wanderung "Westwegs" durch den Schwarzwald von Johannes Schweikle. In Buhlbach bei Baiersbronn hört der Wanderer die Anekdote einer alten Frau aus dem
19. Jahrhundert und schreibt in seinem Buch: „Die Frau gehört zur katholischen Minderheit, und als es ans Sterben ging, ließ sie den Pfarrer rufen. Der Priester musste aus dem Badischen kommen. Als er das Haus endlich gefunden hatte, versuchte er, die Frau zu trösten, der Erlöser sei für sie gestorben. Worauf sie ungläubig fragte: Ist er wirklich gestorben? In unserem Winkel erfährt man aber auch gar nichts.

In diesem Sinne: Eine frohe nachösterliche Zeit!

Aktuelles aus der Akademie

 
Veranstaltung von Akademie, Stiftung Weltethos und der Ezidischen Sonne
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Beim Festakt am Montagabend (7.4.) in Stuttgart-Hohenheim würdigten Vertreter aus Kirche und Politik das langjährige Wirken der Theologin.
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Eine Tagung beleuchtete die Ambivalenz von Loyalität, Glaube und Identität im Wandel und Kontext der Zeit.
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Rückblick auf die 47. Stuttgarter Tage der Medienpädagogik
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Persönliches

 

Martina Weishaupt, in der Akademie zuständig für die Organisation Drittmittel, ist zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland, kurz AKSB. Die AKSB ist der Zusammenschluss katholischer Träger der politischen und sozialen Jugend- und Erwachsenenbildung. Ziel der politischen Bildungsarbeit der AKSB ist es, zu demokratischem Handeln zu befähigen und europäische wie auch internationale Zusammenarbeit zu fördern. Die Angebote richten sich an alle Interessierten, unabhängig von politischer, weltanschaulicher, religiöser und kultureller Zugehörigkeit.

Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft sind es neue Konzepte, Formate, Methoden und Inhalte zu entwickeln, zu erproben und zu reflektieren, Fragen katholisch-sozialer Bildungsarbeit zu klären und die Ergebnisse auf die Bundesebene zurückzuspielen. Die AKSB fördert die Fortbildung und den Austausch unter ihren Mitgliedern und vertritt gemeinsame Interessen gegenüber Staat, Gesellschaft und Kirche.

„Mir ist die Arbeit innerhalb der AKSB und vor allem im Vorstand so wichtig um die für ein friedliches Zusammenleben wesentlichen Grundsätze wie Menschenwürde, Solidarität, Vielfalt, Gleichstellung von Geschlechtern, interreligiöser Dialog – um nur ein paar wenige zu nennen – über unsere Mitgliedseinrichtungen in die Gesellschaft zu tragen.“

Weitere Informationen unter www.aksb.de

 

  

  

Medienecho

Die Schwäbische Zeitung berichtete über das Leben des Behindertensportlers Matthias Berg anlässlich seines Vortrages am Standort Weingarten der Akademie. 



 

 

Sommerakademie

Historische Verflechtungen, globale Verstrickungen: Die Sommerakademie widmet sich vom 26. - 30. Juli 2025 in Vorträgen und Exkursionen dem Thema „Kleidung, Mode und Textilien zwischen Kultur, Konsum und Klima“ - diesmal im schönen Hohenheim, mit dem Botanischen Garten direkt vor der Tür. 

 
 
 

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