weltpolitisch wie auch migrationspolitisch geht es derzeit ans „Eingemachte“: Nicht weniger als der internationale Frieden, die Zukunft der so genannten westlichen Wertegemeinschaft mit den USA stehen auf dem Spiel. Jedoch geraten auch in Europa selbst wesentliche menschenrechtliche Errungenschaften unserer Nachkriegsordnung bis hin zur Europäischen Menschenrechtskonvention zunehmend unter Rechtfertigungs- und Überlebensdruck – in kaum einem Feld so verdichtet wie auf dem Feld der Migrationspolitik.
Entsprechend intensiv diskutierten bei den Hohenheimer Tagen zum Migrationsrecht rund 300 Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Rechtsprechung, NGOs und den Kirchen aktuelle migrationspolitische Entwicklungen aus verschiedenen und mitunter kontroversen Perspektiven. Im Fokus der Tagung standen die Pläne der neuen Bundesregierung, jedoch auch zahlreiche Dauer- und Zukunftsthemen wie die Klimamigration, die Lage in Syrien, die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sowie Strategien gegen Rassismus in Zeiten erstarkenden Rechtspopulismus und -extremismus.
Kennzeichnend für die Tagung, die in diesem Jahr bereits ihr 40-jähriges Jubiläum begeht, ist dabei immer auch der vorausschauende Blick über den „migrationsrechtlichen Tellerrand“ hinaus. Denn letztlich gilt: Die sogenannten westlichen Werte von Demokratie und Menschenrechten werden nur dann Bestand haben und sich gegen autokratische Einfallstore sowie das erfolgreiche Narrativ westlicher Doppelstandards verteidigen lassen, wenn sie konsequent gelebt und glaubwürdig umgesetzt werden. Auf allen Ebenen und gerade auch in der Migrationspolitik, an der sich derzeit mehr denn je die Zukunft der Menschenrechtsidee entscheidet – nicht nur für Migrant:innen, sondern letztlich für uns alle.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihre