Arbeitskreis für hagiographische Fragen

Vita des hl. Wenzel. Märtyrerkrönung Könzig Wenzels. Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Krönung der hl. Margareta u. hl. Regina durch Maria. Nidersächsische Landesbibliothek, Hannover.

Die Hagiographie fand erst spät die Aufmerksamkeit der Forschung. Lange galt sie als historisch wertlose Gattung, die zum Aufschluss historischer Gegebenheiten nicht tauge. Der „Arbeitskreis für hagiographische Fragen“ hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses Urteil zu revidieren und die geschichtliche Relevanz der Textgattung zu erweisen. Während hagiographische Texte sowie der hagiographische Diskurs Kernthemen des Arbeitskreises sind, widmet er sich zugleich dem breiten Spektrum der mit der Hagiographie zusammenhängenden sakralen Phänomene. Diskutiert werden daher auch Themen, die sich aus der Einbettung der Hagiographie in den Kult und der Verehrung der Heiligen ergeben. Von Interesse sind ein breites Spektrum von Forschungsansätzen und Fragestellungen, die sich unter anderem mit der Hagiographie, den Heiligen, der Materialität des Sakralen, der Liturgie und religiösen Praxen in Zusammenhang mit dem Kult befassen. Die Fragestellungen, mit denen sich der Arbeitskreis beschäftigt, gehören dabei der Geschichte, Kunstgeschichte, Theologie, Religionswissenschaft, Archäologie und Anthropologie an, und sind keineswegs auf den lateinischen Westen beschränkt, sondern blicken z. B. auch nach Byzanz, Indien oder Ägypten. Damit setzt sich der Arbeitskreis mit der Hagiographie als einem Kernthema der Religiosität in interdisziplinärer Perspektive auseinander und schlägt gleichzeitig die Brücke zur Sakralitätsforschung. Die Geschichte von Religiosität und Frömmigkeit bildeten von Anfang an einen Schwerpunkt im Referat Geschichte der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die enge Verbindung der Religiosität mit dem Heiligen führte im Jahr 1994 zu der Idee der Gründung eines „Arbeitskreis für hagiographische Fragen“ durch Klaus Herbers (Universität Erlangen) und Dieter R. Bauer (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart). Seit 2016 führt nun ein Organisationsteam, bestehend aus Klaus Herbers (Universität Erlangen), Felicitas Schmieder (Fernuniversität Hagen), Uta Kleine (Fernuniversität Hagen), Claudia Alraum (Universität Erlangen), Miriam Czock (Universität Duisburg-Essen),  Andreas Bihrer (Universität Kiel) und Petra Kurz (Akademie) die Arbeit weiter. Der Arbeitskreis widmet sich seit seinen Anfängen der interdisziplinären und internationalen Vernetzung von Forschung zu den oben genannten Themen, indem er regelmäßige Arbeitstreffen und Tagungen veranstaltet sowie Beiträge und Ergebnisse publiziert. Der Arbeitskreis versteht sich als Plattform für aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Fächer, die sich mit Aspekten der oben genannten Themen befassen. Bei den jährlichen Arbeitstreffen in Stuttgart-Hohenheim steht daher die Diskussion laufender Forschungsprojekte zum hagiographischen Forschungsspektrum im Mittelpunkt. Gleichzeitig bietet der Arbeitskreis mit den regelmäßig in Weingarten stattfindenden Tagungen auch einen Ort für die thematisch gebundene Auseinandersetzung mit spezifischen Forschungsfragen.  

 

Ansprechpartner/in:
 Claudia Alraum (Universität Erlangen), claudia.alraum@fau.de
 Andreas Bihrer (Universität Kiel), abihrer@email.uni-kiel.de
 Miriam Czock (Universität Duisburg-Essen), miriam.czock@uni-due.de
 Klaus Herbers (Universität Erlangen), klaus.herbers@fau.de 
 Uta Kleine (Fernuniversität Hagen), Uta.Kleine@FernUni-Hagen.de
 Petra Kurz (Akademie), kurz@akademie-rs.de
 Felicitas Schmieder (Fernuniversität Hagen), Felicitas.Schmieder@FernUni-Hagen.de

 

Rückblick

14.04. bis 16.04.2016, Do 17:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr,
Stuttgart-Hohenheim
Arbeitskreis für hagiographische Fragen
Neue Forschungen zu hagiographischen Fragen
Neue Projekte und Dissertationen zu hagiographischen Fragen stehen im Mittelpunkt des Arbeitskreistreffens. Daneben wird es Gelegenheit geben, sich über Neuigkeiten auszutauschen und die Vorhaben der kommenden Jahre zu planen.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen 
21.04. bis 25.04.2015, Di 18:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr,
Weingarten
Heilige und geheiligte Dinge
Formen und Funktionen
Was ein heiliges Ding ist, lässt sich nicht so leicht beantworten, wenn man die Vielfalt der Erscheinungsformen bedenkt. Neben Reliquien können auch Pilgerzeichen, liturgische Geräte u.v.m. als heiliges und auch geheiligtes Objekt angesehen werden. Die Aspekte und Gründe ihrer Heiligkeit stehen im Mittelpunkt der Tagung. Dabei sollen nicht nur christliche Sichtweisen, sondern auch weitere Religionen einbezogen werden.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen und der DFG-Forschergruppe "Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien" 
24.04. bis 28.04.2013, Mi 18:00 Uhr, bis So 11:00 Uhr,
Weingarten
Sakralität und Devianz
Konstruktionen - Normen - Praxis
Bis heute handelt es sich bei der Heiligkeit um ein nicht klar definiertes Phänomen, das je nach gesellschaftlichem Umfeld unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Der schmale Grat zwischen Heiligkeit und Häresie steht im Mittelpunkt der Tagung, wozu vor allem Fragen der Heiligkeit, deren Bedingungen und deren Veränderungen in Zeit, Raum und bei Personen gehören. Die Abweichungen von bestehenden Modellen und die daraus resultierenden Konsequenzen sind dafür zu untersuchen.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen 
26.04. bis 28.04.2012, Do 18:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr,
Stuttgart-Hohenheim
Mirakel und Magie
Neuere Forschungen zu hagiographischen Fragen
Anliegen des jährlichen Arbeitstreffens in Hohenheim war und ist, im deutschsprachigen Raum ein offenes Forum anzubieten, auf dem neuere wissenschaftliche Arbeiten zu hagiographischen Fragen vorgestellt und diskutiert werden können. Ob die leichte thematische Einschränkung dabei als hilfreich empfunden wird, muss sich weisen.
Fachtagung mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen und dem Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung "Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa" an der Universität Erlangen-Nürnberg 
31.03. bis 03.04.2011, Do 13:30 Uhr, bis So 10:00 Uhr,
Weingarten
Vom Blutzeugen zum Glaubenszeugen
Martyriumsvorstellungen im Wandel
Das Todesopfer, die Besiegelung einer Überzeugung mit Blut erscheint unüberbietbar. Im Christentum wird das Martyrium in besonderer Weise zum wichtigsten Zeugnis vor Gott, stehen doch Märtyrer in der Schar der Heiligen an erster Stelle.
Wissenschaftliche Studientagung mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen 
07.05. bis 09.05.2009, Do 18:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr,
Stuttgart-Hohenheim
Neuere Forschungen zu hagiographischen Fragen
Fachtagung mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen 
10.04. bis 12.04.2008, Do 18:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr,
Stuttgart-Hohenheim
Neuere Forschungen zu hagiographischen Fragen
Fachtagung mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen