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Liebe Leserin, lieber Leser,

die Bundestagswahl liegt zwei Tage zurück und Sie haben hoffentlich von Ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie erstmals in Ihrem Leben zur Wahlurne gegangen sind? Womöglich war es schon einige Jahre vor dem Erwachsenwerden. Manche Eltern nehmen ihren Sohn oder ihre Tochter ja mit in die örtliche Schule oder in ein anderes Wahllokal, um Ihnen zu zeigen, wie Demokratie funktioniert. Das kann dann durchaus zu Diskussionen führen, wenn der Vater oder die Mutter die beiden Kreuze vielleicht einer ganz anderen Partei schenkt als es das Kind machen würde. Und das ist ja auch gut so – die demokratische Bildung und das Ringen um die eigene politische Überzeugung beginnt zuvorderst im Elternhaus. Und selten war es vermutlich so wichtig, diese Demokratie zu pflegen. Gerade nach dieser Bundestagswahl, mit dem erwarteten, aber gleichwohl beängstigenden Erfolg der Populisten mit ihren fremdenfeindlichen Parolen und dem verächtlichen Blick auf die „Altparteien“. Und vielleicht gerade in Deutschland als einem Land, dem der amerikanische Historiker Timothy Snyder kürzlich bescheinigte, nach dem Wahlsieg Trumps nunmehr „die mächtigste Demokratie der Welt“ zu sein.

Auch die Akademie beteiligt sich an diesen Diskursen über die Demokratie. So hat Dr. Ilonka Czerny, Leitung des Fachbereiches Kunst, unter dem Motto „Licht auf Demokratie“ das ganz persönliche Demokratieverständnis von Menschen aus allen Altersgruppen recherchiert, sich mit den Interviewpartner:innen auf die Suche nach Motiven gemacht und diese fotografisch umgesetzt. Die Ausstellung im Tagungszentrum Hohenheim wird am 10. März um 19.30 Uhr eröffnet und ist dann dort bis zum 9. Juni zu sehen. Die auch für den demokratischen Diskurs elementare Debatte über „Wahrheit und Realität im digitalen Zeitalter“ thematisieren die Stuttgarter Tage der Medienpädagogik am 12. März. Und dass das Ringen um die eigene Überzeugung kein Phänomen der aktuellen Mediengesellschaft ist, zeigt die Tagung mit dem spannenden Titel „Verräter, Wendehälse und Bekehrte“, die sich vom 14.-16. März dem Thema „Überzeugungswechsel“ in historischer Perspektive widmet.

Diese und weitere Themen erwarten Sie in den Veranstaltungen der nächsten Wochen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Dr. Daniel Meier
Leitung Stabsstelle Kommunikation

Die nächsten Veranstaltungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mittendrin

Liebe Freundinnen und Freunde der Akademie,

die Klage über die Dominanz schlechter Nachrichten in der Zeitung ist fast so alt wie die Zeitung selbst. Und es waren Theologen, die in der Frühzeit des Mediums Tageszeitung monierten, Journalisten würden ein zu negatives Bild der Schöpfung zeichnen – worauf einer der ersten Zeitungstheoretiker, Kasper Stieler, im 17. Jahrhundert konterte: „Aber was können die Zeitungen dazu? Die Heilige Schrift ist ja voll von Exempeln der Blutschande, des Ehebruchs, des Diebstahls, ja ganzer Kriminalgeschichten." Und vielleicht reagieren wir deshalb manchmal so allergisch auf die Weltbilder im Journalismus, weil wir uns selbst wiedergespiegelt sehen, mit unserer allzu menschlichen Faszination des Negativen. Schließlich sind die Selektionskriterien der Medienschaffenden oft allgemein menschliche Wahrnehmungskriterien. Da interessiert das Ungewöhnliche auch im persönlichen Miteinander mehr als das Erwartbare und der Konflikt bietet mehr Gesprächsstoff als der Konsens.

Doch Gott sei Dank hat die Kommunikationswissenschaft mittlerweile empirisch bestätigt, dass es sehr wohl einen journalistischen Nachrichtenwert namens Positivität gibt. Andere Forscher benennen ihn den Faktor der positiven Wirksamkeit, des Erfolges, des vorbildlichen Handelns, theologisch gesprochen, der Welt, wie sie eben auch von Gott geschaffen wurde. Und so gibt es mittlerweile Zeitungen, die eine regelmäßige Rubrik im Sinne der guten Nachricht bieten. So wird dem Leser bzw. der Leserin unter www.zeit.de/gute-nachrichten versprochen: „Hier finden Sie ausschließlich erfreuliche Meldungen und inspirierende Texte.“ Da wird z.B. ein Astronaut mit Beinprothese porträtiert, über den Rückgang der Inflation berichtet oder die gestiegene Akzeptanz der Organspende thematisiert. Lässt sich auch als Newsletter abonnieren. 

Auf gute Nachrichten!

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