Kirche und Gesellschaft

Freiheit von | für | mit Religion?

Grundsätzliche Überlegungen zu einer Balance zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften

 

Die kontroversen Debatten um Kruzifixe in Klassenräumen, Kopftuchverbot oder Beschneidung, die in erstaunlicher Breite in den Medien und der Zivilgesellschaft geführt wurden, zeigen eine Gesellschaft, die die Anliegen von Kirchen und Religionsgemeinschaften nicht mehr nachvollziehen kann oder will. Sie zeigen aber auch Kirchen und religiöse Gemeinschaften, die offensichtlich nicht nur ihre religiösen Riten und Traditionen schwer vermitteln können, sondern deren gesellschaftlicher Nutzen insgesamt in Frage gestellt wird.

Verena Wodtke-Werner im Gespräch mit den Professoren Wolfgang Huber und Peter Sloterdijk

Der Verfassungsrechtler Wolfgang Böckenförde formulierte den berühmten Satz, dass der Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren könne, und meinte in seiner Zeit das Erbe der christlichen Religion, das aus diesem Grund zu schützen sei.

Genau dies wird aber heute als überholte Privilegierung der Kirchen in Frage gestellt oder von den anderen Religionsgemeinschaften ebenfalls eingefordert. Während die einen also für eine stärkere staatliche Gleichbehandlung der plural gewordenen religiösen Landschaft plädieren, fordern die anderen eine weitergehende oder sogar strikte Trennung von Staat und Kirche bzw. Staat und Religion.

Wird eine solche, in der Konsequenz privatisierte, Sichtweise der Bedeutung von Glaube und Religion für das Zusammenleben einer Gesellschaft und den kulturellen, sozialen und integrativen Leistungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften gerecht? Und sind sich im Umkehrschluss die Kirchen und die Religionsgemeinschaften selber ihrer Bedeutung und Verantwortung bewusst und werden sie ihr auch gerecht? Diesen Fragen gehen wir nach.

Veranstaltungen des Fachbereichs Theologie - Kirche - Gesellschaft

Offene Veranstaltung

Meine Jahre als Botschafterin am Heiligen Stuhl

Die CDU-Politikerin Annette Schavan vertrat Deutschland von 2014 bis zum Sommer 2018 beim Vatikan. Im Gespräch mit der Akademiedirektorin Verena Wodtke-Werner berichtet sie über ihre Erfahrungen in Rom und die aufgewühlte katholische Kirche in einer zerrissenen Welt.

Veranstaltungen für ExpertInnen

Religion und Politik in unserer Zeit. Zwischen Säkularisierung und Sakralisierung.

Die politische Relevanz der Religion gewinnt angesichts der weltweiten Konflikte erneut Aufmerksamkeit. Die alte These Max Webers von der ‚Entzauberung der Welt', wonach die Religion der zunehmenden Rationalisierung weicht, greift nicht mehr. Die Tagung stellt sich der notwendigen theologischen Reflexion und will neue Potenziale für den Diskurs auskundschaften.
In Zusammenarbeit mit Nachwuchsnetzwerk Dogmatik & Fundamentaltheologie

Programm anzeigen


Anmelden

Offene Veranstaltung

Meine Jahre als Botschafterin am Heiligen Stuhl

Die CDU-Politikerin Annette Schavan vertrat Deutschland von 2014 bis zum Sommer 2018 beim Vatikan. Im Gespräch mit der Akademiedirektorin Verena Wodtke-Werner berichtet sie über ihre Erfahrungen in Rom und die aufgewühlte katholische Kirche in einer zerrissenen Welt.

Symposium zum 90. Geburtstag des Theologen Peter Hünermann

Theologie als Laboratorium - Replikationen auf die Apostolische Konstitution

Veritatis - ein wissenschaftliches Fachgespräch
Die päpstliche Konstitution Veritatis Gaudium bietet auch für das Verständnis der katholischen Theologie interessante Ansatzpunkte, die den Geist des II. Vatikanums verdeutlichen. Das Symposium zu Ehren Peter Hünermanns wird sich in einem wissenschaftlichen Fachgespräch mit dem Dokument in seiner Bedeutung für die heutige katholische Theologie auseinandersetzen.

29.11.2018, 19:30 Uhr - 22:00 Uhr, Weingarten
Offene Veranstaltung

Freiheit und Verantwortung. Mehr Europa wagen?!

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch mit Bischof Gebhard Fürst
Europa gilt als ein historisches Friedensprojekt. Doch nicht nur durch Rechtspopulisten und separatistische Bestrebungen scheint es in Gefahr. Reformen sind überfällig. In dieser Situation wollen die einen das christliche Abendland retten, andere unseren Wohlstand. Doch ist nicht noch wichtiger, Freiheit und Demokratie zu verteidigen? Welches ist unsere Verantwortung? Darüber sprechen wir mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bischof Dr. Gebhard Fürst.
Die Veranstaltung fällt leider aus.
21.06.2018, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Wie katholisch ist Deutschland - und was hat es davon?

Im Rückblick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 kann fast der Eindruck aufkommen, wesentliche Impulse für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung seien nur von Luthers Erben gekommen. Doch der Eindruck täuscht! Der Katholizismus wirkte prägend für die Entwicklung der Bundesrepublik und ihre politische Kultur. Ein Abend mit Dr. Andreas Püttmann.

Meldungen anzeigen

Programm anzeigen

26.04.2018, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Islam in der Krise?

Fachgespräch mit dem Autor Dr. Michael Blume
Über den Islam und seine Anhänger wird seit Jahren kontrovers gesprochen. Meist bestimmen negative Schlagzeilen die Debatten. Viele Menschen - auch in Deutschland - fürchten sich vor den Entwicklungen in der islamsch geprägten Welt und einer Islamisierung auch westlicher Gesellschaften. Dr. Michael Blume hingegen ist der Auffassung, dass Säkularisierungsprozesse unter Muslimen dominieren, begründet durch eine tiefe Krise des Islams. Für die Mitglieder des Akademievereins schließt sich ein "Nachgefragt plus" an.

Meldungen anzeigen

Programm anzeigen