Kirche und Gesellschaft

Freiheit von | für | mit Religion?

Grundsätzliche Überlegungen zu einer Balance zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften

 

Die kontroversen Debatten um Kruzifixe in Klassenräumen, Kopftuchverbot oder Beschneidung, die in erstaunlicher Breite in den Medien und der Zivilgesellschaft geführt wurden, zeigen eine Gesellschaft, die die Anliegen von Kirchen und Religionsgemeinschaften nicht mehr nachvollziehen kann oder will. Sie zeigen aber auch Kirchen und religiöse Gemeinschaften, die offensichtlich nicht nur ihre religiösen Riten und Traditionen schwer vermitteln können, sondern deren gesellschaftlicher Nutzen insgesamt in Frage gestellt wird.

Verena Wodtke-Werner im Gespräch mit den Professoren Wolfgang Huber und Peter Sloterdijk

Der Verfassungsrechtler Wolfgang Böckenförde formulierte den berühmten Satz, dass der Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren könne, und meinte in seiner Zeit das Erbe der christlichen Religion, das aus diesem Grund zu schützen sei.

Genau dies wird aber heute als überholte Privilegierung der Kirchen in Frage gestellt oder von den anderen Religionsgemeinschaften ebenfalls eingefordert. Während die einen also für eine stärkere staatliche Gleichbehandlung der plural gewordenen religiösen Landschaft plädieren, fordern die anderen eine weitergehende oder sogar strikte Trennung von Staat und Kirche bzw. Staat und Religion.

Wird eine solche, in der Konsequenz privatisierte, Sichtweise der Bedeutung von Glaube und Religion für das Zusammenleben einer Gesellschaft und den kulturellen, sozialen und integrativen Leistungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften gerecht? Und sind sich im Umkehrschluss die Kirchen und die Religionsgemeinschaften selber ihrer Bedeutung und Verantwortung bewusst und werden sie ihr auch gerecht? Diesen Fragen gehen wir nach.

29.11.2018, 19:30 Uhr - 22:00 Uhr, Weingarten
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Freiheit und Verantwortung. Mehr Europa wagen?!

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch mit Bischof Gebhard Fürst
Europa gilt als ein historisches Friedensprojekt. Doch nicht nur durch Rechtspopulisten und separatistische Bestrebungen scheint es in Gefahr. Reformen sind überfällig. In dieser Situation wollen die einen das christliche Abendland retten, andere unseren Wohlstand. Doch ist nicht noch wichtiger, Freiheit und Demokratie zu verteidigen? Welches ist unsere Verantwortung? Darüber sprechen wir mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bischof Dr. Gebhard Fürst.
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21.06.2018, 18:00 Uhr - 21:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
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Wie katholisch ist Deutschland - und was hat es davon?

Im Rückblick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 kann fast der Eindruck aufkommen, wesentliche Impulse für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung seien nur von Luthers Erben gekommen. Doch der Eindruck täuscht! Der Katholizismus wirkte prägend für die Entwicklung der Bundesrepublik und ihre politische Kultur. Ein Abend mit Dr. Andreas Püttmann.

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26.04.2018, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
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Islam in der Krise?

Fachgespräch mit dem Autor Dr. Michael Blume
Über den Islam und seine Anhänger wird seit Jahren kontrovers gesprochen. Meist bestimmen negative Schlagzeilen die Debatten. Viele Menschen - auch in Deutschland - fürchten sich vor den Entwicklungen in der islamsch geprägten Welt und einer Islamisierung auch westlicher Gesellschaften. Dr. Michael Blume hingegen ist der Auffassung, dass Säkularisierungsprozesse unter Muslimen dominieren, begründet durch eine tiefe Krise des Islams. Für die Mitglieder des Akademievereins schließt sich ein "Nachgefragt plus" an.

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