„Nicht alle Rapper sind Machos"

Vor der Tagung „Echt männlich – echt stark!?“ spricht die Sprach- und Politikwissenschaftlerin Dr. Heidi Süß über Geschlechterrollen im Rap und deren Einfluss auf Kinder und Jugendliche.

Von Linda Huber

Kaum ein Musikgenre steht so sehr in Verruf, toxische Männlichkeitsbilder zu reproduzieren, wie der deutsche Gangsta-Rap. Im Podcast spricht die Sprach- und Politikwissenschaftlerin Dr. Heidi Süß über Geschlechterrollen im Rap und deren Einfluss auf Kinder und Jugendliche.

Hören Sie hier den Podcast mit Dr. Heidi Süß

Männlichkeit und Weiblichkeit sind aus Sicht der Geschlechterforschung keine natürlich gegebenen Zustände, sondern werden im Diskurs mit der gesellschaftlichen Umwelt immer wieder neu ausgehandelt. Kinder und Jugendliche bilden ihre geschlechtliche Identität in Auseinandersetzung mit den Rollenbildern, die ihnen in Film und Fernsehen, in der Musikwelt und auf Social Media begegnen. Als einem der erfolgreichsten Phänomene der Popkultur kommt Rap dabei eine besondere Stellung zu.

Insbesondere im Subgenre Gangsta-Rap wird Männlichkeit jedoch häufig durch Gewaltverherrlichung und die Abwertung von Frauen und queeren Personen verhandelt. Damit Heranwachsende die in der Textsorte begründeten spezifischen Sprechakte und Narrative einordnen können, braucht es pädagogische Begleitung. Bei der Tagung „Echt männlich – echt stark!?“ sprechen wir darüber, wie toxischen Entwicklungen begegnet werden kann.

Weitere Infos unter: https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/330122.html

Heidi Süß (Dr. phil.) Kritische Rap & Männlichkeitsforschung