Wie ist Künstliche Intelligenz nachhaltig?

Antworten darauf skizziert Klaus Mainzer bei der Entgegennahme des dritten „Meckatzer-Philosophie-Preises“. Danach gab es die Gelegenheit, ein Gespräch mit ihm aufzuzeichnen.



Von Heinz-Hermann Peitz

„Quo vadis KI?“ – In welche Richtung wird und soll sich die Künstliche Intelligenz entwickeln? Besteht die Gefahr einer Superintelligenz, die aus dem Ruder läuft? Fragen und Antworten des KI-Experten Klaus Mainzer bei der Entgegennahme des dritten “Meckatzer-Philosophie-Preises” am 26.06.22 in Oberstdorf. Das dritte „Philosophiefestival in den Allgäuer Alpen“ mit dem Thema “Künstliche Intelligenz (KI) aus Sicht der Philosophie” bot für die Preisverleihung einen thematisch einschlägigen Rahmen. Bei der Dokumentation haben uns die Veranstalter, stellvertretend genannt seien Stefanie Fuchs (Fuchs PR & Consulting) und Dr. Rainer Jehl, in dankenswerter Weise unterstützt.

KI im Dienste der Nachhaltigkeit

In seinem Festvortrag legte Klaus Mainzer besonderen Wert auf die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit. Es gelte dabei nicht nur, mit der KI die Bewältigung des Klimawandels algorithmisch zu unterstützen, sondern zunächst einmal die Digitalisierung selbst klimafreundlicher zu gestalten, indem die Energieintensität der verwendeten Hardware durch neue technische Lösungen drastisch reduziert werde. „Quantencomputer“ und „Quanteninternet“ sind in diesem Zusammenhang einschlägige Schlagworte, die gleichzeitig für eine schnellere und intensivere Vernetzung stehen.

Gegenentwurf mit europäischer Wertordnung

Analog zur Schwarmintelligenz, wie man sie aus dem Tierreich bereits kenne, bilde sich dabei ein überindividuelles, gigantisches Datennetzwerk heraus – mit allen bekannten Chancen und Gefahren. Zum einen gelte es, über eine solche (theoretisch mögliche) „Superintelligenz“ die Kontrolle nicht zu verlieren, zum anderen gehe es schon jetzt darum, gegenüber Überwachungsmächten wie China und anderen autoritäre Regimen einen konkurrenzfähigen Gegenentwurf mit einer europäischen Wertordnung zu etablieren und zu verteidigen. Individuelle Menschenrechte und das internationales Völkerrecht seien dabei unverzichtbare ethische wie rechtliche Maßstäbe für die Zukunftsgestaltung einer verantwortbaren KI.

Preisübergabe und Gespräch mit dem Preisträger Klaus Mainzer