Orte nachhaltigen Handelns

Ziel der diesjährigen Exkursion war das Kloster Benediktbeuern, das Tradition mit Fortschritt verbindet. Es belegt den Erfolg der kirchlichen Nachhaltigkeitsstrategie.

Seit 2009 organisiert die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Kooperation unter anderem mit dem Ausschuss des Diözesanrats „Nachhaltige Entwicklung“ eine Exkursion zu Orten besonders nachhaltigen Handelns. In diesem Sommer (20. bis 21. Juli 2018) war Kloster Benediktbeuern das Ziel, ein Kloster, das Tradition mit Fortschritt und geistliches Leben mit Natur zu verbinden weiß und sich daher in besonderer Weise der „Bewahrung der Schöpfung” verpflichtet.

Im Einklang mit der Schöpfung leben

Exemplarisch: Auf dem Klosterland werden Modellprojekte des Biotop- und Artenschutzes umgesetzt. Die Energiezentrale des Zentrums demonstriert Möglichkeiten zukunftsorientierter Energieversorgung und versorgt den gesamten Klosterkomplex mit Wärme (Holz-Hackschnitzel) und Strom (Wasserkraft und Photovoltaik). Das reicht für die 600 Bewohner und 70 000 Gäste-Übernachtungen pro Jahr.

Kirchengemeinden, Grundschulen bis Hochschulen, Umweltinitiativen und alle am Thema „Umweltverantwortung” Interessierte finden im Kloster viele Informationen und Anregungen. Das dazu ausgearbeitete pädagogische Konzept ist ausgezeichnet und wird von der bayrischen Staatsregierung gefördert.

Auf dem Programm der Exkursion standen Führungen durch die Klostergärten, die Einrichtungen der Energieversorgung und die pädagogischen Schulungsräume. Zum Abschluss stellte Mattias Kiefer, der Umweltbeauftragte von München-Freising, die Umweltprojekte des Erzbistums vor – von der Geschichte der Umweltarbeit des Erzbistums bis zu den aktuellen diözesanen Nachhaltigkeitsleitlinien, deren Umsetzung sich auf zahlreiche Handlungsfelder erstreckt: Liturgie, Verkündigung und geistliches Leben, Bildung, Diakonisches Handeln, Umgang mit kirchlichem Grundeigentum, Bauen, Nutzung von Rohstoffen und Energie, Einkaufen und Beschaffen, Abfall, Emissionen, Abwasser, Mobilität, Umgang mit Geldanlagen,  Mitarbeitende sowie Schöpfungsverantwortung in Politik und Gesellschaft.

Integriertes Klimaschutzkonzept der Diözese

Der Bericht von Stefan Schneider, dem Umweltbeauftragten der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bot sich zum Vergleich an. Auszüge aus dem Bericht: In den Jahren 2015-17 wurde ein „integriertes Klimaschutzkonzept“ für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgearbeitet. Die Diözese setzt sich damit zum Ziel, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahre 2050 um 85 Prozent zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, darunter: Spätestens bis Anfang 2019 werden zwei Klimaschutzmanager eingestellt. Die im Strategieentwicklungsteam Klimainitiative erarbeiteten Nachhaltigkeitsleitlinien wurden von der Diözesanleitung und dem Diözesanrat beschlossen (laufende Ergänzungen und Anregungen miteingeschlossen). Mit der Veröffentlichung des Klimaschutzkonzepts endet die zehnjährige Klimainitiative der Diözese. Nun gehen die erarbeiteten Konzepte in die Realisierungsphase über. „Bündnis für Klimagerechtigkeit“ der vier Kirchen in Baden-Württemberg (zwei Diözesen, zwei evangelische Landeskirchen): Im Bündnis arbeiten die Arbeitsstellen für Umwelt und Weltkirche der beteiligten Kirchen zusammen, um ihre Positionen und Optionen in Gesellschaft und Politik wirkungsvoller einbringen zu können.

Dr. Willi Knecht, stellvertretender Vorsitzender des Diözesanausschusses „Nachhaltige Entwicklung“ und Dr. Heinz-Hermann Peitz


Vorschau: Die Nachhaltigkeits-Exkursion 2019 führt am 26. bis 27. Juli zur Benediktinerabtei Plankstetten, das liegt südlich von Neumarkt in der Oberpfalz.

Das mehr als 1250 Jahre alte ehemalige Benediktinerkloster Benediktbeuern ist seit 1930 im „Besitz“ der Salesianer.


Blick in den Klostergarten


Die Vogelexkursion beginnt schon um 6 Uhr: Pater Karl Geißinger weiht in die Geheimnisse der Klostergärten ein.


Die Schalttafel des Energiezentrums zeigt die Energieflüsse für Heizung und Strom.