Mystik und Maria

Regionaltagung der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik am 21. Februar in Stuttgart-Hohenheim

Stuttgart. Unter dem Titel „Mystik und Maria – Glaubensvertiefung als Weg zur Einheit der Kirche“ findet am Samstag, 21. Februar, im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Frühjahrs-Regionaltagung der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik statt. Eingeladen dazu sind auch alle diejenigen an Mystik Interessierten, die nicht Mitglieder der Gesellschaft sind.

Im Einladungsflyer zur Tagung wird darauf hingewiesen, dass Maria als Repräsentantin der Glaubensgemeinschaft der Kirche und jeder einzelnen gläubigen Seele als „Mystikerin schlechthin“ gilt, als „Ur- und Vorbild allen mystischen Erlebens“ oder einfach als „die große mystische Frau“. Viele mystische Schriften befassten sich daher mit Maria. Der Frankfurter Dogmatiker Michael Schneider erkläre in seiner Erläuterung zum „Hymnos Akathistos“, der ältesten und schönsten Mariendichtung (6. Jh.) der Ostkirche: „Seinem Wesen nach ist jeder Christ ein marianischer Mensch, denn in ihm ist der Beginn der Neuschöpfung verwirklicht.“ 

Nach dem Neuen Testament geschehe diese Neuschöpfung grundlegend durch die christliche Taufe als Wiedergeburt im Heiligen Geist. Die Taufe sei notwendig, weil durch den ‚Sündenfall’ die natürliche Geburt zum Tode führe. Maria werde als neue oder ‚zweite Eva’ verstanden, die nicht dem Lügenwort der Schlange (gefallener Engel), sondern der wahren Heilsbotschaft des Engels von der Menschwerdung Gottes geglaubt habe. Für die alte Kirche gehörten daher die jungfräuliche Geburt Marias und die ‚jungfräuliche’ Taufgeburt untrennbar zusammen. 

Die Tagung wirft die Frage auf, wie in dem durch die Taufe vermittelten Glauben die mystische Erfahrung Gottes impliziert ist. Dazu wird Maria auch vom Alten Testament her in den Blick gebracht. Zu ihren alttestamentlichen Vorausbildern gehören der Paradiesgarten und das Gottesheiligtum des Tempels mit der Bundeslade und den Gesetzestafeln sowie der brennende, aber nicht verbrennende Dornbusch als Ort der Offenbarung des heiligen Namens Gottes an Mose (ars/kwh).



Bild „Die mystische Jagd“ (Ausschnitt); Martin Schongauer; Flügelaltar der Colmarer Dominikanerkirche; um 1480 bis 1490; heute Unter-linden-Museum.