Liebe ist nicht relativ

In den sozialen Medien kursiert ein sehr bewegendes Video mit der Schauspielerin Maria Happel. Ihr künstlerischer Beitrag zur Corona-Krise ist ein Brief von Albert Einstein an seine Tochter Lieserl.



 

In den sozialen Medien kursiert ein bewegendes Video mit der Schauspielerin am Wiener Burgtheater, Maria Happel. Sie liest als künstlerischen Beitrag zur Corona-Krise einen Brief von Albert Einstein an seine Tochter Lieserl.

Wer über Lieserl, die einzige Tochter Albert Einsteins, mehr erfahren möchte, stößt im Internet vor allem auf Ungewissheiten und Fragezeichen. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt; vermutet wird, dass sie früh starb, auch, dass sie zur Adoption weggegeben wurde. Von ihrer Existenz erfuhr man erst 1987 durch Briefe, in denen von ihr die Rede ist. Sicher ist nur, dass Lieserl Marić im Januar 1902 als erstes Kind von Mileva Marić (1875 – 1948) und Albert Einstein geboren wurde. Das Paar hatte sich 1896 beim Studium in Zürich kennengelernt und heiratete 1903. Die Existenz des Kindes wurde von Anfang an vor den Schweizer Bekannten und Freunden geheim gehalten. Mehr

Auch der Brief selber ist geheimnisumwittert. In den späten 1980er Jahren soll demnach Lieserl der Hebrew University alle Briefe ihres Vaters mit der Bedingung übergeben haben, diese erst 20 Jahre später zu veröffentlichen. Da vermutet wird, dass Lieserl bereits als kleines Kind gestorben ist, wird diese Aussage angezweifelt. Unklar ist auch, ob Einstein diesen Brief tatsächlich selber geschrieben hat. Liebesbriefe an seine Frau Mileva Marić sind überliefert, von Lieserl ist darin aber nicht die Rede.

Ungeachtet all dessen ist dies ein berührender und tröstender Brief, mit dem die Schauspielerin Maria Happel in diesen schwierigen Zeiten Mut macht. Das Video entstand im Rahmen einer Aktion des Wiener Burgtheaters, bei dem Künstler und Künstlerinnen täglich neue Beiträge ins Netz stellen.

(Barbara Thurner-Fromm)

 

 

Albert Einstein (1879 – 1955) und seine Frau Mileva Einstein-Marić (1875 – 1948).


MARIA HAPPEL liest Albert Einstein