Lernen von und mit Geflüchteten

Interkulturelles Kompetenztraining: Zusammen mit Geflüchteten aus Afghanistan, Afrika, Syrien, Tibet, dem Irak und der Türkei haben Studierende bewusst die Perspektiven gewechselt.

Eine Woche lang haben Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen (HVF) und Geflüchtete bei einem interkulturellen Kompetenztraining im Tagungshaus der Akademie in Weingarten sich ausgetauscht und voneinander gelernt. Das oberste Prinzip dieses Lernformats, das in Kooperation mit dem Fachbereich Migration und Menschenrechte der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart stattfand: Es wird nicht überGeflüchtete geredet, sondern mit ihnen. In der Dialektik von Lernen und Lehren nach dem methodisch-didaktischen Ansatz des Ethnologen und Psychologen Prof. Dr. Alexander Loch erfahren die Teilnehmenden in wechselseitigen Vorträgen etwa, welche aktuellen Fluchtdynamiken in den Herkunftsländern der Geflüchteten auftreten oder welche kulturspezifischen Muster das Denken und Handeln der Menschen in Afghanistan, Afrika, Syrien und Tibet, im Irak und in der Türkei prägen.

Herausforderungen des Alltags

In dem einwöchigen „interkulturellen Mikrokosmos“ wurde vieles ausgehandelt wie zum Beispiel der Umgang mit Gender-Erwartungen. In kurzen interaktiven Lerneinheiten wiederum berichtete beispielsweise eine afghanische Fußballerin aus erster Hand über die aktuelle Lage in Kabul. Neben morgendlichen Teambuilding-Aufgaben bestand für die internationalen Teilnehmenden die Möglichkeit, mit ihren deutschen Peers Herausforderungen im Kontext von Verwaltungen und Alltag (Sprachkurse, Arbeitsmarktintegration etc.) zu erörtern. Es wurde viel gelacht, gemeinsam gegessen (Spätzle mit Humus), getanzt, ko-konstruiert und mit ExpertInnenen diskutiert. Ein Highlight war auch in diesem Jahr wieder die gemeinsame Verfilmung von kurzen „interkulturellen Überforderungssituationen“ – auf beiden Seiten.

An einem Strang ziehen: Übungen stärken das Gemeinschaftsgefühl