Akademie trauert um Dr. Carsten Hörich

Der Migrationsexperte Dr. Carsten Hörich war ein hoch geschätzter Mitstreiter des Fachbereichs Migration - Menschenrechte - Nachhaltigkeit. In Griechenland ist er erst 36-jährig plötzlich gestorben.

Völlig unerwartet und viel zu früh im Alter von 36 Jahren ist Dr. Carsten Hörich während eines ehrenamtlichen Hilfseinsatzes auf der Insel Chios in Griechenland, auf der sich das Flüchtlingslager Vial befindet, gestorben. Mit ihm verliert die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht nur einen ebenso talentierten wie liebenswerten Mitstreiter, sondern auch einen Freund und Wegbegleiter des Fachbereichs Migration - Menschenrechte - Nachhaltigkeit.

Liebenswerter Mitstreiter bei Fragen des Migrationsrechts

Carsten Hörich war lange Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Professor Dr. Kluth an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig, wobei er sich seit 2011 nahezu ausschließlich mit dem Migrationsrecht beschäftigte. Nach seiner Promotion zum Thema Auswirkungen der Rückführungsrichtlinie auf das deutsche Aufenthaltsrecht machte er sich als Gutachter und Dozent für Migrationsrecht selbstständig. An der Akademie hat Carsten Hörich als Tagungsleiter eine Vielzahl von Wochenseminaren des Fachbereichs für Studierende mit den Universitäten Bielefeld, Frankfurt und Gießen (Weingartener Wochen zum Migrationsrecht) sowie der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl mitgestaltet und -geprägt. Mit außergewöhnlichem Einsatz und Begeisterung hat er dabei regelmäßig seine vielfältigen Kontakte und Kenntnisse in die Planung und Durchführung diverser Akademieveranstaltungen wie der Hohenheimer Tage zum Migrationsrecht eingebracht.

Ansteckende Freude am intellektuellen Diskurs

In seiner Arbeit vereinte Carsten Hörich einen wachen Verstand sowie scharfen Blick für (vermeintlich) schlüssige Argumente und Fakten mit einer tiefen Freude am Menschen. Im Gespräch mit Seminar- und Tagungsteilnehmer*innen machte Carsten bei voller Kenntnis der meist komplexen juristischen Sachverhalte nicht vor scheinbar naiven Rückfragen halt und forderte seine Gesprächspartner*innen auf diese Weise mit dem ihm eigenen, feinen Humor zur Reflexion ihrer fleißig kultivierten Wahrheiten und Selbstverständlichkeiten heraus. Die Diskussion mit Studierenden war ihm ebenso wichtig wie die Auseinandersetzung mit renommierten Jurist*innen und Rechtswissenschaftler*innen, die er mit seiner praktisch-pragmatischen Art erfrischend-charmant aus ihrer akademischen Komfortzone heraus zu kitzeln wusste. Seine Begeisterung für den kritischen, intellektuellen Diskurs wirkte ansteckend und wird an der Akademie schmerzlich vermisst werden.

Carsten Hörichs Tod reißt tiefe Wunden bei all denjenigen, die die Freude hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten und ihn zu begleiten. Besondere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen, deren Schmerz sich nur erahnen lässt.

 

 

Dr. Carsten Hörich ist mit 36 Jahren gestorben.