08.02.2022, 09:30 Uhr - 18:30 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Ahmadiyya in Deutschland

Gesellschaft gemeinsam gestalten
Entstanden im 19. Jahrhundert in Indien ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten präsent und durch ihre Gemeinden vor Ort auch Teil des kommunalen Lebens. Dennoch ist von der Ahmadiyya und ihren Grundlagen in der deutschen Offentlichkeit wenig bekannt. Auf der Tagung werden sowohl Geschichte und Glaubenslehre der Ahmadiyya als auch ihr Wirken und die Strukturen in Deutschland vorgestellt und diskutiert.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Weltethos und der Ahmadiyya Muslim Jamaat

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Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ist Ende des 19. Jahrhunderts in Indien entstanden und heute vorwiegend in Pakistan verbreitet. Ihr Stifter Mirza Gulam Ahmad (1839–1908) beanspruchte für sich, der Messias zu sein. Aufgrund ihres Verständnisses von Prophetie und ihres Jesusbildes wird sie von anderen muslimischen Strömungen als unislamisch abgelehnt, vielfach auch als ketzerisch diffamiert und in Pakistan verfolgt.

In Deutschland wurde 1924–28 die älteste hierzulande bestehende Moschee durch die Ahmadiyya erbaut. Die AMJ hat sich bereits 1955 als Verein organisiert und in den darauffolgenden vier Jahren die ersten beiden Moscheen der Nachkriegszeit in Hamburg und in Frankfurt errichtet.

Aktuell hat die AMJ in Deutschland ca. 50.000 Mitglieder und über 200 lokale Gemeinden. 2013 erhielt sie in Hessen den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist dort seitdem an der Gestaltung des islamischen Religionsunterrichts beteiligt. In vielen kommunalen, landes- und bundespolitischen Gremien und zahlreichen, besonders auch interreligiösen Initiativen wirkt die AMJ mit.

Dennoch ist von ihrer Geschichte und Glaubenslehre in der deutschen Öffentlichkeit wenig bekannt. Wie ist die AMJ strukturiert und welche Aktivitäten verfolgt sie in Deutschland? Besonders die Ablehnung durch andere islamische Organisationen und Gruppen sorgt auf verschiedenen Ebenen für Irritationen.

Die Tagung bietet ein Forum für AkteurInnen und Interessierte aus verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsfeldern und fachlichen Perspektiven. Nachdem am Vormittag die Geschichte und Glaubenslehre der AMJ vorgestellt sowie ihr Jesus-/Messiasbild im Vergleich zu Christentum und sunnitischem Islam diskutiert wird, widmet sich der Nachmittag dem Leben und Wirken in ihren Ortsgemeinden und verbandlichen Strukturen in Deutschland. Zum Abschluss werden die Frauen- und Jugendarbeit erörtert.

Die Veranstaltung bildet die Fortsetzung der Reihe zu muslimischen bzw. islamstämmigen Minderheiten in Deutschland. Sie findet statt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Weltethos und der AMJ. Eine Förderung bei der Dr. Buhmann Stiftung für interreligiöse Verständigung ist beantragt.

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