14.09.2022, 15:00 Uhr – 17.09.2022, 13:00 Uhr, Weingarten
Internationale Tagung des AKIH

Hexen im Heiligen Reich

Die Hexenverfolgung in geistlichen Territorien

Genaues Ausmaß und Bewertung der frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen in geistlichen Territorien sind in der Forschung umstritten. Die Tagung widmet sich dem Thema in interdisziplinärer und vergleichender Perspektive. Sie nimmt dabei Strukturmerkmale, Akteure und Bevölkerungsgruppen sowie die jeweiligen politischen, kulturellen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Grundvoraussetzungen in den Blick.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Interdisziplinäre Hexenforschung

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Geistliche Territorien, die meistens innerhalb des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation lagen, scheinen außergewöhnlich heftig von frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen erfasst worden zu sein. Die Bewertung dieses immer noch kontrovers diskutierten Phänomens bleibt umstritten: In letzter Zeit wurde die seit der Aufklärung als sicher angenommene Schuld der Kirche(n) an den Hexenverbrennungen relativiert, zuletzt die Verantwortlichkeit sogenannter „Hexenbischöfe“ hinterfragt.

Die internationale Tagung „Hexen im Heiligen Reich“ möchte die strukturelle, kulturelle oder mentale Anfälligkeit der Germania Sacra für Hexenverfolgungen interdisziplinär vergleichend untersuchen. Eine zentrale Frage dreht sich um die Verantwortlichkeit der geistlichen Territorialherren, ihrer Beratergremien und der mit weltlichen Juristen oder Laienschöffen besetzten Gerichte. Der Blick richtet sich sowohl auf die bekannten großen Verfolgungen (Fränkische Hochstifte, die Kurfürstentümer) als auch auf geistliche Gebiete, die keine oder wenige Hexenprozesse erlebten. Weitere zentrale Fragen sind unter anderem: Welche Rolle spielten einzelne (adelige) Amtsträger, Juristen und Berater? Welchen Einfluss nahmen Orden (z.B. die Jesuiten), geistliche Institutionen sowie spezifische theologische Positionen? Kann man von einer katholischen Dogmatisierung des Hexenglaubens sprechen? Welche inner- und interkonfessionellen Kommunikationsprozesse waren bedeutsam? Auf der Tagung soll außerdem diskutiert werden, ob die Analyse der einschlägigen Phänomene in den geistlichen Territorien den Schlussstein zum Verständnis der europäischen Hexenverfolgungen liefert.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an Vorträgen und Diskussionen teilzunehmen.

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Kontakt

Johannes Kuber

Fachbereichsleiter
Fachbereich Geschichte

Tel.: +49 711 1640 753

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