04.05.2019, 09:00 Uhr - 17:00 Uhr
Offene Veranstaltung

Bilder-Macht-Bilder

Eine Operntagung
Die Oper "Nixon in China" von John Adams basiert auf einer historischen Begebenheit in den 1960er Jahren. Neben der Mondlandung war das politische Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten Richard Nixon und Mao Tse-tung eines der größten Medienereignisse. John Adams, Alice Goodman und Peter Sellars nahmen diese Fakten auf und verarbeiteten sie zu einer "heroischen Oper", die archetypische Figuren und Situationen evozieren möchte. Zudem ging es ihnen um die Macht der Medienbilder, um vermeintliche Realität und individuelle Wahrnehmung. Das Thema ist aktueller denn je.
In Zusammenarbeit mit der Oper Stuttgart

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Neben der Mondlandung der Apollo 11 war der Besuch von Richard Nixon bei Mao Tse-tung seinerzeit eines der größten Medienereignisse: Eine Woche erschien Nixon jeden Abend zur Prime-Time in den amerikanischen Wohnzimmern. Er selbst stellte den Bezug her: „We came in peace for all mankind“. Das wurde nicht nur auf einer Tafel am Landeplatz der Apollo 11 angebracht, sondern Nixon sagte es auch vor seinem Abflug nach China in die Mikrofone. Terra incognita: der Mond wie das Reich der Mitte.
John Adams, Alice Goodman und Peter Sellars zielten mit ihrer Oper nicht auf eine oberflächliche oder karikierende Darstellung des Besuchs. Sie wollten eine „heroische Oper“ über die Konstruktion von modernen Mythen schreiben – mit archetypischen Situationen und Figuren. Und es ging ihnen um den Aspekt des Medialen, um die Macht der Bilder, um den Gegensatz zwischen vermeintlich objektiver Wirklichkeit und subjektiver Wahrnehmung. „Bei allen Dingen, die man visuell wahrnimmt, muss man zunächst drei Dinge in Betracht ziehen: die Position des Auges, das wahrnimmt; die des Objekts, das wahrgenommen wird; und die des Lichts, das es beleuchtet“, heißt es in Jean-Luc Godards Film „La Chinoise“: „Die Realität hat vielleicht bis heute noch nie jemand wirklich zu Gesicht bekommen.“ Bleibt die Frage, wem man noch glaubt, glauben zu können.
Zunächst wird der Fokus auf die Inszenierung gelegt, danach geht es um die religiösen Inhalte der Oper und um die Kompositionstechnik des zeitgenössischen Komponisten John Adams. Der zweite Teil der Tagung widmet sich der medialen Wirkung von Bildern und der Abschluss bildet ein gemeinsamer Besuch des Opernhauses, bei dem die Bühnentechnik in den Blick genommen wird.

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