17.11.2018, 11:00 Uhr - 17:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Jakob Böhme und Franz von Baader

Zwei herausragende Denker zwischen Mystik und Philosophie

Anmelden PDF

Jakob Böhme, Mystiker und christlicher Theosoph, den Hegel den „ersten deutschen Philosophen“ nannte, hatte im Alter von 25 Jahren beim Anblick eines zinnenen Gefäßes sein mystisches Erweckungserlebnis. Zwölf Jahre später, von Januar bis Pfingsten 1612, schreibt Böhme seine Erfahrung unter dem Titel „Aurora oder Morgenröte im Aufgang“ nieder. Diese Erstlingsschrift wird von einem Freund publiziert. Böhme erhält Schreibverbot, wird verfolgt und erleidet zugleich die „Trockenheit des Geistes“. 1618, zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, gibt er dem Drängen seiner Freunde nach und verfasst in den letzten sechs Jahren seines Lebens sein Werk, das später acht Bände umfassen wird. Es wurde noch zu Lebzeiten abgeschrieben, übersetzt und in zahlreichen Ländern wie eine „Offenbarung“ gelesen.

Sein Wissen und seine Sicht der Schöpfung verdankt Böhme nicht Büchern, sondern seiner visionären Schau. In Böhmes mystischer Naturphilosophie fließen paracelsische, alchemistische, astrologische, hermetische, neuplatonische und kabbalistische Strömungen zusammen. Das Ganze der Schöpfung betrachtet er als „Liebe-Spiel“ im Garten der Welt.

Franz von Baader, Arzt, Bergbauingenieur und als Philosoph ein herausragender Vertreter der deutschen Romantik, ließ sich davon zu seiner „erotischen Philosophie“ der Liebe inspirieren. Mit seiner Theorie von der Weltseele und seinem Böhme-Bild beeinflusste er vor allem Schellings Naturphilosophie und seine Weltalter-Lehre. Baader, der auch ausschlaggebend für die Wiederentdeckung von Meister Eckhart war, gilt als Wegbereiter der Ökumene und heutiger Theologie.

Anmelden PDF Zurück