19.09.2019, 15:00 Uhr - 21.09.2019, 14:00 Uhr, Weingarten
Offene Veranstaltung

Katechismen – Instrumente der Glaubensweitergabe?

Religiöse Unterweisung im deutschen Südwesten seit der Frühen Neuzeit
Die Katechismusgeschichte als Brennglas spannender Normierungs- und Rezeptionsvorgänge und als wichtige Quelle zur Erforschung religiöser Lebenswirklichkeiten ist Thema der Tagung. Dabei wird der zeitliche Bogen von der Frühen Neuzeit – den Katechismen des Petrus Canisius – bis ins 21. Jahrhundert – zum "Youcat" – gespannt.
In Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Anmelden PDF

Glaubte man in den 1960er und 1970er Jahren weithin, der „alte Katechismus“ habe als Instrument der Glaubensweitergabe und Glaubensvergewisserung ausgedient, so bahnte sich zur gleichen Zeit mit dem umstrittenen „Holländischen Katechismus“ (1966) doch eine gegenläufige Entwicklung an. Mit dem „Youcat“, der seit 2011 mehr als 5 Millionen mal und in über
70 Sprachen verkauft wurde, beweist der Katechismus in der Gegenwart ein ungeahntes Comeback.
Für den frühneuzeitlichen Fundamentalvorgang der „Konfessionalisierung“, für die Normierung religiöser Wissensbestände und die Ausprägung religiöser Mentalitäten spielten Katechismen eine zentrale Rolle. Durch Luthers Katechismen herausgefordert, gelang es der katholischen Seite erst spät, Anschluss zu finden. Der „Catechismus Romanus“ und die Katechismen des Petrus Canisius markieren allerdings den Beginn einer reichen, vielgestaltigen katechetischen Entwicklung, die sich in einem mehrfachen Spannungsfeld vollzog: zwischen den konkurrierenden Interessen kirchlicher und staatlicher Autoritäten, divergierender Funktionsbestimmung und Adressatenzentrierung sowie sich wandelnden pädagogisch-didaktischen Vorstellungen. Die Katechismusgeschichte wird so nicht nur zu einer wichtigen Quelle zur Erforschung religiöser „Lebenswirklichkeiten", sondern auch zum Brennglas spannender Normierungs- und Rezeptionsvorgänge.

Anmelden PDF Zurück


Kontakt

Dr. Petra Steymans-Kurz

Fachbereichsleiterin

Tel.: +49 711 1640 753
Fax.:+49 711 1640 853
E-Mail