15.06.2018, 14:00 Uhr - 16.06.2018, 14:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

KI auf dem Vormarsch?

Über die digitale Transformation unserer Gesellschaft
Untrennbar mit dem Trend der "Digitalisierung" ist das Schlagwort der Künstlichen Intelligenz (KI) verbunden. Ausgestattet mit massiven Investitionen und unvorstellbaren Mengen an Nutzerdaten wird KI Märkte und Gesellschaft tief durchdringen. Selbstfahrende Autos, Spracherkennungs- und Übersetzungsprogramme machen das Leben leichter; (ethische?) Entscheidungen scheinen ebenso delegierbar wie unliebsame Arbeit. Und der Preis?

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„Ich werde Maschinen das Denken und Lachen beibringen.“ Mit dieser Zukunftsvision aus dem Mund eines jungen Mädchens wirbt das Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Wissenschaftsjahr 2018. Ist die Vermenschlichung von Maschinen tatsächlich die digitale Transformation, die wir für unsere Kinder erträumen? Ist ein solcher Wunschtraum nicht eher ein Albtraum? Solche Visionen sind freilich schon sehr alt: Am bekanntesten sind der jüdische Golem und Frankenstein. Doch auch die Tradition der Aufklärung mit der Vorstellung eines selbstbestimmten Lebens und Nietzsches Vision des Übermenschen bilden den weltanschaulichen Hintergrund dieser ehrgeizigen Forschungsprojekte.

Wie auch immer: Die digitale Transformation und mit ihr die Künstliche Intelligenz (KI) sind derzeitige Top-Themen im „Silicon Valley“ und auf den Finanzmärkten, die massive Investitionen von internationalen Großfirmen verzeichnen. KI und Robotik werden den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren massiv beeinflussen und auch vor dem Privatleben nicht haltmachen: Heute ist es Amazons Spracherkennung „Alexa“, morgen das autonome Fahren. Und übermorgen? Diese strukturellen Veränderungen der gesamten Lebenswelt stellen auch das menschliche Selbstverständnis auf den Prüfstand: Was bedeutet es, wenn Menschen fortan von Kreaturen umgeben sind, die in vielen Bereichen überlegene Fähigkeiten haben und irgendwann vielleicht sogar Gefühle und ein Bewusstsein von sich selbst entwickeln, so dass sie keine bloßen Werkzeuge mehr sein können? Sollen Fähigkeiten von Menschen durch technische Implantate optimiert werden, wie es dem Transhumanismus vorschwebt? Werden Menschen also immer mehr zu Mensch-Maschine-Mischwesen, zu Cyborgs? Und was passiert, wenn die Geschöpfe des Menschen seiner Kontrolle entgleiten?

Nach dem KI-Hype der 1980er Jahre stellen sich heute angesichts fortgeschrittener Machbarkeiten grundlegende Fragen neu: Welche Ziele der digitalen Transformation sind ethisch vertretbar, und wie kann dieser Prozess in Alltag, Bildung, Politik, Forschung in humanisierender Weise begleitet werden?

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Foto: CCo pixabay.de

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