Forum Wirtschaftsethik 9. Jahrgang/Nummer 3-4 - Dezember 2001 - ISSN 0947-756X - Konstanz
Forum Wirtschaftsethik
Editorial

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben". Aber nicht nur er. Der weltweite Tourismusboom hat die Reisebranche zu einer der bedeutendsten Industrien werden lassen. Den starken Wachstumszahlen stehen allerdings auch Probleme in vielen Tourismusländern entgegen: Kinderprostitution, Sextourismus, Umweltzerstörung sind nur einige wenige Stichworte, die klar machen, dass der Tourismus jenseits ökonomischer Zahlenspiele auch Begleiterscheinungen mit sich bringt, die von erheblicher ethischer Relevanz sind.
Die vorliegende Ausgabe des FORUM Wirtschaftsethik widmet sich diesen Fragestellungen in mehreren Beiträgen. Heinz Fuchs und Christina Kamp stellen in ihrem Beitrag bisherige Initiativen, insbesondere zum Thema Kinderprostitution vor, und bewerten diese: zentral sind dabei die Initiative gegen Kinderprostitution und der "Global Code of Ethics for Tourism". Christian-Uwe Behrens beschreibt in seinem Beitrag am Beispiel des Tourismus einen interessanten Ansatz ergebnisorientierter Wirtschaftsethik. Hier steht erneut die Frage der Profitabilität moralischer Handlungen im Mittelpunkt. Staatliche Regulierung scheiden nach Ansicht von Behrens angesichts grenzüberschreitender Tatbestände weitgehend aus. Stattdessen empfiehlt Behrens den Weg der Aufklärung und der Veränderung bestehender Nutzen-Kosten- Erwägungen.
Gerne hätten wir auch die Tourismuswirtschaft selbst zu Wort kommen lassen. Leider waren entsprechende Anfragen bei mehreren großen deutschen Tourismusunternehmen erfolglos. Stattdessen drucken wir Auszüge aus dem Globalen Ethikkodex für den Tourismus ab, der uns freundlicher Weise vom Bundesverband der Tourismuswirtschaft zur Verfügung gestellt wurde.

Dr. Michael Kläver
Redaktion
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