Deutschland, Land der Theoretiker!
Darin steckt Lob für Theoriefähigkeit und Tadel für Praxisunfähigkeit.
Die Unternehmensethik scheint ein glänzender Beleg für den Satz zu
sein. Während Amerika über Code of Ethics und deren Implementierung
mittels Ethics Offices redete, kreuzten in Deutschland die Pros und Cons der
kommunikationstheoretischen Begründung der Möglichkeit einer
nichtinstrumentalistischen Unternehmensethik die Klinge. Wir alle lieben
Karrikaturen.
Freilich ändert sich gegenwärtig der Charakter der
unternehmensethischen Diskussion in Deutschland. Banken implementieren
Compliance Programme. Die bayrische Bauwirtschaft hat ein EthikManagementSystem
entwickelt. Etwa 20 ihrer Unternehmen haben sich bisher einem EthikAudit
unterzogen. Die Liste solcher Ereignisse wäre verlängerbar.
Auch daran hat die unternehmensethische Diskussion des letzten Jahrzehnts
offensichtlich ihren Anteil. Wichtiger aber ist, daß neue theoretische und
praktische Fragestellungen auftauchen. Unternehmenskommunikation, Interne
Revision, Controlling und Qualitätsmanagement etwa sind etablierte Themen
der Betriebswirtschaft über die Unternehmensethik gegenwärtig in
Unternehmen praktisch wird. Wie geht so etwas genau? Wer setzt Standards und
kontrolliert sie? In den Antworten wird sich die Relevanz der theoretischen
Unternehmensethik und auch des DNWE erweisen.
Josef Wieland
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