Auf den Inhalt soll es ankommen. "Gesegnet
seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten." Dieser Spruch
von Oscar Wilde gilt auch für die schreibende Zunft. Wer im Forum
Wirtschaftsethik schreiben will, sollte etwas ernsthaftes zu sagen haben. Doch "langweilig
ist noch nicht ernsthaft" (Kurt Tucholsky). Die Form, das Aussehen, die Ästhetik
verleiht den Inhalten eine eigene Wirkung. Frauen wissen dies besser und setzen
die Instrumente der Ästhetik selbstverständlich ein.
Vor Jahresfrist haben wir die Mitglieder des Deutschen Netzwerkes
Wirtschaftsethik zu unserer Zeitschrift befragt. Dem Fisch muß der Wurm
schmecken, nicht dem Angler! Heraus kam eine breite Zustimmung zur inhaltlichen
Konzeption: Die Leser wollen die Mischung zwischen kurzen Theoriebeiträgen,
Praxisberichten, Literaturtips und hilfreichen Hinweisen zu Initiativen und
lohnenden Kontakten. Die frühere Aufmachung empfand man - vorsichtig
formuliert - als vorprofessionell. Diesem Urteil stimmte die Redaktion in
realistischer Einsicht in die eigenen Fähigkeiten aber nicht untätig
zu. Schneller als erhofft ergab sich die Chance zur Professionalisierung.
Ohne großes Zögern erklärte sich der Chef der Firma Sign
Kommunikation GmbH, Herr Henschel, auf Vermittlung von debis bereit, die
Gestaltung als Sponsorleistung zu übernehmen. Die Leute von Sign sind
absolute Profis der Zeitschriftengestaltung, vor allem auf dem Sektor der
Unternehmenskommunikation (siehe Firmenportrait in diesem Heft). Bitte urteilen
Sie selbst. Zwei zentrale Aufgabenstellungen haben wir für das Layout in
den Blick genommen: 1. Anreiz, das Heft überhaupt anzufassen (neue Fische
an die Angel), 2. Die Leser in den Text hineinziehen und nicht abzulenken.
Mit der Nummer 1/97 habe ich die Wirkung ausprobiert. Ich habe das Heft auf
verschiedene Schreibtische gemogelt und in Buchauslagen gestellt. Siehe da, - es
hat neue Leser gefunden.
Rainer Öhlschläger
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