2/1997
Forum Wirtschaftsethik

 
Editorial
Auf den Inhalt soll es ankommen. "Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten." Dieser Spruch von Oscar Wilde gilt auch für die schreibende Zunft. Wer im Forum Wirtschaftsethik schreiben will, sollte etwas ernsthaftes zu sagen haben. Doch "langweilig ist noch nicht ernsthaft" (Kurt Tucholsky). Die Form, das Aussehen, die Ästhetik verleiht den Inhalten eine eigene Wirkung. Frauen wissen dies besser und setzen die Instrumente der Ästhetik selbstverständlich ein.
Vor Jahresfrist haben wir die Mitglieder des Deutschen Netzwerkes Wirtschaftsethik zu unserer Zeitschrift befragt. Dem Fisch muß der Wurm schmecken, nicht dem Angler! Heraus kam eine breite Zustimmung zur inhaltlichen Konzeption: Die Leser wollen die Mischung zwischen kurzen Theoriebeiträgen, Praxisberichten, Literaturtips und hilfreichen Hinweisen zu Initiativen und lohnenden Kontakten. Die frühere Aufmachung empfand man - vorsichtig formuliert - als vorprofessionell. Diesem Urteil stimmte die Redaktion in realistischer Einsicht in die eigenen Fähigkeiten aber nicht untätig zu.
Schneller als erhofft ergab sich die Chance zur Professionalisierung. Ohne großes Zögern erklärte sich der Chef der Firma Sign Kommunikation GmbH, Herr Henschel, auf Vermittlung von debis bereit, die Gestaltung als Sponsorleistung zu übernehmen. Die Leute von Sign sind absolute Profis der Zeitschriftengestaltung, vor allem auf dem Sektor der Unternehmenskommunikation (siehe Firmenportrait in diesem Heft). Bitte urteilen Sie selbst. Zwei zentrale Aufgabenstellungen haben wir für das Layout in den Blick genommen: 1. Anreiz, das Heft überhaupt anzufassen (neue Fische an die Angel), 2. Die Leser in den Text hineinziehen und nicht abzulenken.
Mit der Nummer 1/97 habe ich die Wirkung ausprobiert. Ich habe das Heft auf verschiedene Schreibtische gemogelt und in Buchauslagen gestellt. Siehe da, - es hat neue Leser gefunden.

Rainer Öhlschläger