1/1998
Forum Wirtschaftsethik

 
Interna des Vereins / Hinweise
 
Regionale Arbeitskreise
Am 18. November 1997 fand im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. in Gutach-Bleibach bei Freiburg das Gründungstreffen der Regionalgruppe Südwestdeutschland statt. Im Anschluß an die Begrüßung der über 30 Teilnehmer durch den Gastgeber, Herrn Dr. Otmar Zwiebelhofer, Geschäftsführer der Firma König Metall GmbH in Gaggenau und Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, und nach einer kurzen Einführung in die Ziele des dnwe durch Frau Dr. Annette Kleinfeld, stellte der stellvertretende Vorsitzende des dnwe, Herr Prof. Dr. Josef Wieland, in seinem Referat "Unternehmensethik - Grundlage eines Werte-Managements in dezentralen Strukturen" Ethikkonzeptionen aus der Praxis vor. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen am Konstanz Institut für Ethik Management (KIEM) mit der Implementierung eines Ethik-Management-Systems für die Bayerische Bauindustrie machte er deutlich, welche Relevanz und welche Brisanz die konkrete Umsetzung unternehmensethischer Konzepte für Unternehmen und Verbände heute hat. Die lebhafte Diskussion danach zeigte, daß seine Überlegungen insbesondere bei den zahlreichen Praktikern im Plenum auf fruchtbaren Boden gefallen sind.
Als Auftakt zur anschließenden eigentlichen Gründung der Regionalgruppe Südwestdeutschland wurde Herr Dr. Volker Ahrens, Assistent der Geschäftsleitung bei der Firma König Metall, von den Anwesenden zum Sprecher gewählt. Herr Ahrens, der die Gründungsveranstaltung entscheidend mitgestaltet und organisiert hatte, präsentierte zunächst einige Vorschläge, wie die Arbeit der Regionalgruppe aussehen könnte. Sie wurden von den Teilnehmern diskutiert und durch eigene Wünsche und Vorstellungen ergänzt. Unterm Strich sprachen sich die Mitglieder der Regionalgruppe Südwest ähnlich wie in Hannover für eine gesunde Mischung aus informellem Austausch und Vorträgen von externen Referenten oder Referenten aus dem eigenen Kreis zu aktuellen unternehmensethischen Fragen aus sowie für die Bildung von kleineren Arbeitsgruppen zu speziellen Problemen. Eine erste Arbeitsgruppe dieser Art zum Thema "Management-Systeme und Ethik" wird sich bereits im Januar treffen.

Beim nächsten Treffen der großen Runde im Februar soll ein konkretes Arbeitsprogramm verabschiedet werden.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr.-Ing. Volker Ahrens,
König Metall GmbH,
Josef-König-Str.1,
76571 Gaggenau.


In Hannover wurde inzwischen Herr Frank Eretge zum Sprecher des regionalen dnwe-Arbeitskreises gewählt. Herr Eretge ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Marketing I: Markt und Konsum der Universität Hannover. Beim letzten Treffen wurde das Programm für das kommende Halbjahr verabschiedet. Geplant ist u.a. ein Workshop-Projekt zum Thema "Moralische Wertebildung".

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Frank Eretge, Lehrstuhl Marketing I: Markt und Konsum,
Universität Hannover,
Königsworther Platz 1,
30167 Hannover.


Angesichts der zahlreichen Rückmeldungen bzw. Anfragen von Mitgliedern und Interessenten aus dem Raum München wird hier unter der Obhut von Herrn Daniel Dietzfelbinger der nächste regionale dnwe-Arbeitskreis ins Leben gerufen. Das Gründungstreffen ist für April avisiert. Geplant sind darüber hinaus regionale Arbeitskreise im Raum Zittau, Köln und Frankfurt.

Interessenten im Raum München wenden sich bitte an:
Dr. Daniel Dietzfelbinger,
Klenzestraße 91,
80469 München,
Tel./Fax: 089 / 201 40 58;
Email: d.dietzfelbinger@lrz.de


Nähere Informationen zur Regionalarbeit:
Dr. Annette Kleinfeld (Anschrift siehe Impressum)
 
Technik - Das Thema einer lebensnotwendigen Debatte


Sind wir eigentlich der Technik wirklich feind? Keine Spur! Das ergeben zumindest die meisten Umfragen nach unserem Verhältnis zur Technik. Wie könnte es auch anders in einer Gesellschaft sein, die so von Technik durchdrungen und so auf sie angewiesen ist, wie noch keine zuvor. Eher ist die Verdrossenheit bemerkenswert, die viele Diskussionen um Technik kennzeichnet und die Die Zeit kürzlich (Die Zeit, Nr. 48, 21.11.97) so treffend als den "nöligen Unterton" bezeichnete. Wir zeigen uns unwillig, über die Bedeutung von Technik für uns und unsere Zukunft offen und rational zu streiten, obwohl wir auf Gedeih und Verderb auf unsere Technik angewiesen sind.

Der VDE/VDI Arbeitskreis Gesellschaft und Technik, Stuttgart, will dagegen die Technikdebatte intensivieren und auf einige Kernpunkte hinführen. Er hat deshalb jetzt umfassender noch als bisher seine Position formuliert und beschreibt in einem Memorandum, wie er die Rolle der Technik und ihrer Spezialisten, also der Ingenieure und Naturwissenschaftler, sieht. Da wird einerseits völlig deutlich gemacht, daß sich unsere Gesellschaft weder zur Gänze noch in Teilen von der Technik einfach abwenden kann, und andererseits daß die Techniker ihre Arbeitsergebnisse als Hervorbringungen gesellschaftlicher Prozesse erkennen müssen, die weit umgreifender sind als ihr spezialisiertes Tun. Daraus ergeben sich Konsequenzen auf allen Seiten. Es gibt nicht mehr die falsche Front zwischen Natur, Gemüt und Geist einerseits und der Technik andererseits, sondern Technik muß als eine wichtige Lebensäußerung moderner Menschen akzeptiert und in ihrer Rolle und in ihren Zielen von allen diskutiert werden.

Das verlangt von den Fachleuten, sich ihrer Verantwortung bewußt und gewachsen zu zeigen. Deshalb fordern sie hier insbesondere für sich selbst, geistes- und sozialwissenschaftliche Aspekte endlich in ihr Fachstudium zu integrieren. Die herrschende Individualethik muß, so das Memorandum, durch eine Institutionenethik ergänzt werden, die Verantwortung auch dort festzumachen erlaubt, wo der Synergismus moderner Arbeitsteilung und Kooperation individuelle Verantwortlichkeit wirkungslos zu machen droht. Die Autoren schlagen dazu insbesondere vor, in ihren Berufsverbänden Einrichtungen zu schaffen, die dem ständigen gesellschaftlichen Diskurs über die Ziele und die Verantwortbarkeit von technischen Entwicklungen gewidmet sind. Bedenkt man, welchem starken Einfluß von Einzelinteressen technische Entwicklungen unterliegen, können neutrale Foren in vielen Fällen diesen Diskurs überhaupt erst ermöglichen. Auch andere kontroverse Themen, wie die Arbeitsverweigerung und die Veröffentlichung von Betriebsinterna (‘whistle blowing’) aus moralischen Gründen und zur Abwendung von Schaden für Menschen , müssen zu einer besseren bewußtseinsmäßigen und rechtlichen Klärung gebracht werden.

Die öffentliche Diskussion, der die Ingenieure hier einen Anstoß zur Weiterführung und Vertiefung geben wollen, gleicht dem Bohren dicker Bretter. Aber wenn das Bohren nicht fortgesetzt wird, können wir nicht erreichen, was wir lebensnotwendig brauchen: eine Technik, die uns eine Zukunft ermöglicht.

Das Memorandum trägt den Titel: "Zum Selbstverständnis des Ingenieurs und den Folgen für eine verantwortbare Praxis". Bestellungen sind auch beim VDI unter der Telefonnummer 0711 13 163 12/13 möglich.

Dr. G. Hellbardt,
Telefon: 07031 274418,
Email: ghellbardt@z.zgs.de
 
Wir begrüßen als neue Mitglieder im Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik:
  • Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Universität Frankfurt
  • Stefan Ziegler, Köln
  • Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Universität Miskolc, Ungarn, Frau Krisztina Szegedi
  • Alexander Padrok, Hannover
  • Uwe Gerecke, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Unternehmensethik der Universität Eichstätt, Ingolstadt
  • Werner Schiewek, Ev.-Luth. Nordelbische Kirche, Hamburg
  • Marcus Beiner, Aachen
  • Dr. Ulrich Wever, Wever Managementberatung, Tutzing
  • Dirk Hohm, Hannover
  • Ingo Blees, Aachen
  • Dipl.-Kfm. Norbert Tofall, Internationales Hochschulinstitut Zittau
  • Wolfgang Seidelmann, WSC Consulting, Nürnberg
  • Prof. Dr. Peter Storz, Bad Dürrheim
  • Dr. Martin J. Reufels, Wirtschaftsprüfung, Köln
  • Dr. Gerd Hanekamp, Bonn
  • Ulrike Geißler, Frankfurt a.M.
  • Dresdner Bank AG, Leiter Compliance/Finanzermittlung Dr. Reinhard Preusche, Frankfurt a.M.
  • Anton M. Bauer, Hypo-Bank, München
  • Andrea Bookhagen, Berlin
  • Klaus Appel, Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt a.M.