Hans-Jürgen
Pabst Berufsschule und Wirtschaftsethik - Quo vadis?
70% der Berufsanfänger durchlaufen eine Berufsschule. Zeigt
sich hier ein Aufgabenfeld des Netzwerks Wirtschaftsethik? In der dualen
Berufsausbildung, durch die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe, erwerben
junge Menschen fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten, werden persönliche
und soziale Kompetenzen für das Berufsleben angeeignet und finden
berufsethische Prägungen statt. Berufsausbildung ist
Persönlichkeitsentwicklung. Daher gehört eine Bearbeitung
berufsbezogener ethischer Problemfelder zum Lehrplan der sozialen Berufsfelder,
z.B. im erzieherischen, medizinischen oder im Pflege-Bereich. In der Ausbildung
zu den gewerblichen und kaufmännischen Berufen ist dies noch nicht die
Regel. Durch die Aufnahme neuer Schlüsselqualifikationen in den Lehrplan,
die eine Verbesserung der sozialen Kompetenz und der Reflextionsfähigkeit
intendieren, werden ethische Fragestellungen vermehrt zielgerichtet in die
Unterrichtsinhalte integriert.
WIRTSCHAFTSETHISCHE FRAGESTELLUNGEN UND IHRE REZEPTION IN DER
PÄDAGOGISCHEN LITERATUR.
In der gewerblichen und kaufmännischen Ausbildung gibt es,
ausgelöst durch die umweltethischen Probleme und wirtschaftsethischen
Debatten um Corporate Identity, Unternehmenskultur etc., in den Berufsschulen
eine Vielzahl von Unterrichtsversuchen, Unterrichts- und Schulprojekten, und
daraus folgend Veröffentlichungen und Unterrichtsmaterialien, die
aufzeigen, daß an wirtschaftsethischen Fragestellungen im Blick auf die
berufliche Ausbildung gearbeitet wird. Als sehr instruktiv sei auf den
Sammelband vom F.-J. Kaiser u.a. verwiesen: Grundlagen der beruflichen
Umweltbildung in Schule und Betrieb, 1995. Dieser Band enthält
Aufsätze über das Verhältnis von Ökologie und Ökonomie
in der Umweltbildung und Beschreibung von Modellversuchen. Insgesamt ist aber
festzuhalten, daß didaktisch und methodisch ausgearbeitete Lehrmittel
hinsichtlich wirtschafts- und unternehmensethischer Probleme und
Fragestellungen vor allem im Blick auf den momentan geforderten
handlungsorientierten und fächerübergreifenden Unterricht kaum
vorliegen. Als positive Ausnahmen und wegweisend ist hier aber die
kürzlich erschienene Lehreinheit: Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft von
Peter Ulrich zu nennen.1 In 24 Lehreinheiten wird
versucht, interdisziplinär in den Fächern Muttersprache Deutsch,
Sprache und Kommunikation, Betriebskunde, Rechtskunde, Staatskunde,
Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeographie, Grundfragen des Wirtschaftens,
Lebens und Arbeitens unter Berücksichtigung der Lehrziele der staatlichen
schweizer Lehrpläne zu bearbeiten, indem ein konsequent induktives
Vorgehen gewählt wurde, "das weniger an abstrakten theoretischen
Konzeptionen als vielmehr an der konkreten Erfahrungswelt von Berufs- und
Mittelschülern ansetzt und diese vorzugsweise bei persönlich erlebten
oder gestellten ethischen Problemen abholt". Durch die Diskussion der
Lehreinheiten mit einer Projektgruppe aus Berufsschülern und
Berufsschülerinnen wurde m.E. eine schülergerechte Bearbeitung von
Themen, wie "Grundfragen der Ethik", "Einführung in die
Unternehmensethik", "Kultur- und sozialgeschichtlicher Hintergrund",
"Wertekonflikt zwischen den Weltkulturen", oder "Wandel des
Unternehmensverständnisses" erreicht. Für die Verwendung an
bundesdeutschen Schulen ist aber das hohe Niveau der schweizerischen
Schulausbildung zu berücksichtigen. Sehr hilfreich für den
Unterrichtenden sind die neuesten Literaturangaben und Kontaktadressen zu
Initiativen, Wirtschafts- und Umweltverbänden zur jeweiligen Einheit,
jedoch bezogen auf die Situation in der Schweiz. Irritierend für die
bundesdeutschen Verhältnisse ist, daß keine
Kooperationsmöglichkeiten mit den Fächern ev. und kath. Religion,
Werte und Normen, Philosophie, oder mit den kirchlichen Bildungseinrichtungen
aufgezeigt werden. Zwar gibt es in den o.g. Themenfeldern religiöse
Bezugspunkte, ohne eine Vertiefung "religionskundlicher" Erkenntnisse, ist aber
z.B. der interkulturelle Vergleich zu kurz gegriffen. Die didaktische und
methodische Aufbereitung ist dagegen als äußerst gelungen zu
bezeichnen. Spannend wird zu verfolgen sein, ob eine bundesdeutsche Rezeption
der Lehreinheiten möglich ist.
DAS NETZWERK - EIN FORUM FÜR DIE PÄDAGOGISCHE
ZUSAMMENARBEIT?
Die religionspädagogischen Einrichtungen der verschiedenen
Kirchen sind dabei, sich des Themas Wirtschaftsethik anzunehmen. Zum Beispiel
wurden vom Religionspädagogischen Institut in Loccum im Dezember 1994 und
Dezember 1996 zwei Fortbildungen für BerufsschullehrerInnen zu den Themen
"Einführung in die Wirtschaftsethik" und "Umweltethik und
Wirtschaftsethik" mit Hilfe des DNWE und der mit Unterstützung von
Netzwerkmitgliedern (z.B. Prof. A. Jäger, Dr. A. Kleinfeld, Dr. A.
Löhr) durchgeführt.2 Da die
teilnehmenden Lehrkräfte sowohl Wirtschaftsfächer als auch die
Fächer Religion / Werte und Normen unterrichten, kam es zu einem
zukunftsweisenden Austausch über die Möglichkeiten der Vermittlung
wirtschaftsethischer Inhalte im fächerübergreifenden Unterricht.
Diese Fortbildungen zeigen die Möglichkeiten auf, die das DNWE für
eine gezielte pädagogische Arbeit hinsichtlich wirtschaftsethischer
Problemstellungen im schulischen Kontext leisten könnte. Es ist daher zu
fragen, ob das Netzwerk von seiner interdisziplinären Struktur nicht
gezielt den Rahmen für die Entwicklung von Curricula für
wirtschaftsethische Fragestellung im Blick auf das bundesdeutsche
Berufsbildungssystem bieten sollte? Angesichts der Diskussion um die
Aufgaben der Schule der Zukunft, der Möglichkeiten ihrer Selbstgestaltung
und der Suche nach einer Corporate Identity für Berufsschulen, bei
gleichzeitiger Anfrage von Unternehmungen der Wirtschaft an die
Möglichkeiten des bisherigen dualen Systems der beruflichen Ausbildung
ergibt sich die Notwendigkeit einer gezielten Bearbeitung wirtschaftsethischer
Fragestellungen. Die ständige Klage über die ungenügende
Wertebildung junger Mitarbeiter führt zu unterschiedlichen Reaktionen der
Wirtschaft. So kommt es einerseits zu einer verstärkten innerbetrieblichen
Weiterbildung, andererseits zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien (z.B.
von Siemens), oder zu Forderungen, in geeigneten Fächern, wie dem
Religionsunterricht auf die Wertebildung in der Berufsausbildung zu achten.3
BERUFLICHE AUSBILDUNG - EINE PERSPEKTIVE DER NETZWERKARBEIT?
Im Arbeitsfeld Schule ergeben sich besondere Chancen des DNWE
für die Zusammenarbeit mit für die Unternehmen. Berufsschule ist ein
Ort, der in besonderer Weise geeignet sein könnte, bei den jungen
Berufstätigen den Horizont für wirtschaftsethische Problemstellungen
zu schaffen, um so auf die unternehmensethische Fragestellungen vorzubereiten.
Gelänge dem Netzwerk eine gezielte Zusammenarbeit mit Pädagogischen
Instituten, mit geeigneten Berufsschulen und Schulleitungen, oder mit den
Einrichtungen der Lehrerfortbildung, wäre eine weitere strategische
Position für die Verbreitung von wirtschaftsethischen Anliegen gewonnen.
Folgender Projektbericht möge dies exemplarisch verdeutlichen.
WIRTSCHAFTSETHIK ALS BAUSTEIN IM PROJEKTUNTERRICHT DES
BERUFSSCHULUNTERRICHTES
Folgendes Projekt wurde im 1. Halbjahr 1996/97 als
Unterrichtsversuch an der kaufmännischen Berufsschule in Hannover (BBS 12)
zum Thema Wirtschaftsethik und Umwelt durchgeführt.4 DIE ÄUßEREN BEDINGUNGEN UND
VORAUSSETZUNGEN Der Unterricht erfolgte in einer Oberstufe einer
Groß- und Außenhandelsklasse im letzten Halbjahr vor der
Prüfung. Die Schüler der zweieinhalbjährigen Ausbildung (24
Schülerinnen und Schüler) hatten als Abschluß entweder das
Abitur (50%), einen Handelsschulabschluß oder einen erweiterten
Realschulabschluß. Als "Projekttag" wurde der Nachmittagsunterricht des
zweiten Berufsschultages mit den offiziellen Fächern Religion, Politik und
Wirtschaftslehrer verwandt. Durch Team-Teaching wurde der starre 45 Minutentakt
aufgelöst. Der Klasse wurde am Ende des zweiten Ausbildungsjahres der
Projektversuch WIRTSCHAFTSETHIK IM BERUFSSCHULUNTERRICHT vorgestellt und von
dieser für das nächste Halbjahr gewählt. Das Projekt wurde auf
ein halbes Jahr konzipiert. Da keine Erfahrungswerte vorlagen, wurde das
Prinzip "learning - by doing" vereinbart, was bedeutete, daß eine
ständige Abstimmung des Unterrichtes erfolgen mußte.
DIE ZIELE DES PROJEKTES
- Die Schüler sollten ihre im Politik,- Religions- und
Wirtschaftslehre- Unterricht erlernten Kompetenzen wiederholen, vertiefen und
das bisher Gelernte unter umweltethischen Aspekten neu einordnen können.
- Die Schüler sollten diese Kompetenzen anhand von
Fallbeispielen einüben.
- Die Schüler sollten dann im Rahmen eines Rollenspiels
handlungsorientiert ihre Kenntnisse anwenden und in der Simulation einer
"Betriebssituation" Kompetenzen für ihr zukünftiges Handeln
gewinnen.
- Die beiden Lehrkräfte wollten durch gegenseitiges
Hospitieren Zugänge zum bisher nicht unterrichteten Fach erhalten.
- Die beiden Lehrkräfte sollten durch Team-Teaching eine
Veränderung ihrer traditionellen Lehrerrolle ausprobieren.
- Die beiden Lehrkräfte sollten als Teilnehmer in einem
Rollenspiel den Ablauf des handlungsorientierten Unterrichts steuern und
fördern.
1. ABSCHNITT DES PROJEKTS: ORIENTIERUNG UND
LERNZIELBESTIMMUNG Der Unterricht wurde zunächst im
ursprünglichen Fächerkanon Religion, Politik und Wirtschaftslehre
weitergeführt, um bisher erreichte Unterrichtsziele zu wiederholen, zu
intensivieren oder weiterzuführen. In dieser Phase wurden vom Profil der
Schülergruppe folgende Lernziele für die gesamte Lerneinheit
festgelegt. Im Fach Religion ging es um die Themen:
- ökumenisches Lernfeld "Frieden, Gerechtigkeit und
Bewahrung der Schöpfung",
- Entstehung und die Bedeutung von (christlichen) Werten und
Normen für die Gesellschaft;
- Interkultureller Vergleich von Werten und religiösen
Vorstellungen;
- Unterscheidung von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik ;
- Formulierung einer eigenen ethischen Position.
Im Fach Wirtschaftslehre:
- Marketingziele und das Instrumentarium zu ihrer Verwirklichung
kennenlernen und einsetzen;
- Verstehen, daß Marketingziele durch eine geeignete
Kombination der Instrumente zu erreichen sind;
- Exemplarische Bearbeitung von Firmenleitsätzen zum
Umweltschutz.
Im Fach Politik:
- Die Fähigkeit, ökonomische Zusammenhänge unter
dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit zu bewerten;
- Die Fähigkeit und Bereitschaft, ökonomische
Entwicklungen sowie eigenes wirtschaftliches Handeln um die Kriterien Umwelt-
und Sozialverträglichkeit zu ergänzen;
- Die Fähigkeit und Bereitschaft, das eigene Berufs- und
Konsumverhalten unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit kritisch
zu überprüfen und zu verändern;
- Die Fähigkeit und Bereitschaft, sich mit Wertvorstellungen
in Beruf und Gesellschaft auseinanderzusetzen;
- Teilnahme an einem Bewerbungstraining im Rahmen eines
Rollenspiels.
2. ABSCHNITT: EINFÜHRUNG IN WIRTSCHAFTSETHISCHE
FRAGESTELLUNGEN In der folgenden Phase begann durch gemeinsame
Unterrichtsvorbereitung fächerübergreifender Unterricht. Der 45 -
Minutentakt wurde dabei aufgegeben. Zunächst wurde versucht , die
Grundlagen von Wirtschaftsethik mittels der Lerneinheit "Wirtschaftsethik" von
Max Klopfer zu erarbeiten.5 Die Lerneinheit war
für diesen Unterrichtsschritt durch ihre Theorielastigkeit nur bedingt
für den BBS- Unterricht geeignet. Durch Team-Teaching der Lehrkräfte
wurde versucht, den Zusammenhang von Wirtschaftslehre und Ethik herzustellen.
Anschließend wurden durch die Bearbeitung von Fallbeispielen (z.B.:
Challenger - Katastrophe, Schuhbeispiel siehe Löhr/Kleinfeld;)6 die gewonnenen Kenntnisse verdeutlicht und
vertieft. Durch eine intensive Besprechung des Problemfalls Brent Spar wurde
anschließend eine Verschränkung von wirtschaftsethischen und
umweltethischen Fragestellungen erreicht. 3. ABSCHNITT: LERNEN IM
ROLLENSPIEL Der dritte Schritt erfolgte durch als Rollenspiel. Durch
die Simulation einer Bewerbungs- und Betriebssituation sollte
handlungsorientiert die Anwendung wirtschaftlicher und wirtschaftsethischer
Kompetenzen erprobt und vertieft werden. Die Hoffnung war, daß die
Schüler für ihr zukünftiges Berufsfeld umweltethische Impulse
erhalten. In der Phase hatten die Lehrkräfte entweder die Funktionen des
Spielleiters, des Spielteilnehmers, oder des Spezialisten, der angefragt werden
konnte, übernommen. Als Ablauf des Rollenspiels wurde avisiert, daß
die Schüler sich für ein Kreativ-Team eines Betriebes bewerben
sollen, daß dieser Betrieb ein Bewerbungsverfahren durchführt,
daß die Schüler anschließend in Teams zusammengefaßt
werden und für den Betrieb ein neues Produkt entwickeln, und daß
dieses in Form einer Präsentation der Unternehmensleitung vorgestellt
werden muß. Insgesamt förderlich war, daß die Grundsituation
des Projektes z.T. analog zur Schülersituation war. Der unmittelbar
bevorstehende Ausbildungsabschluß bedeutete persönlich für die
meisten eine neu berufliche Orientierung und Veränderung der
Lebensbezüge. Eine große Anzahl der Auszubildenden wurde nicht
übernommen und mußte sich um ein neues
Beschäftigungsverhältnis bemühen. SKIZZIERUNG DES
ABLAUFS DES ERFOLGTEN ROLLENSPIELS 1. Phase: Die Schüler
wurden mit den Regeln eines Rollenspiels vertraut gemacht. Weiterhin wurde der
grobe Ablauf des Rollenspiels vorgestellt. 2. Phase: Den Schülern
wurde die selbstgestaltete Stellenausschreibung des fiktiven Unternehmens
Willbusch vorgelegt, welches bisher unter ökologischen Gesichtspunkten
hochwertige Büromöbel produzierte. Die Schüler wurden gebeten,
sich vorzustellen, daß sie sich nach erfolgreicher Ausbildung u.a. bei
diesem Unternehmen in der Büromöbelbranche bewerben. Das Unternehmen
suchte für sein Kreativ-Team einen/eine Großhandelskaufmann-frau.
Ziel des Kreativ-Teams war es, nach den Möglichkeiten einer
Sortimenserweiterung zu suchen. Die Schüler wurden gebeten, eine Bewerbung
für diese Stelle zu schreiben. Die Schüler wurden darauf hingewiesen,
daß ihre Bewerbung Grundlage für eine Einladung zum
Bewerbungsgespräch und der Zusammenstellung der vier Kreativ-Teams sei.
(Lernziel: Wie muß ich eine Bewerbung schreiben?) 3. Phase:
Aufgrund der Bewerbungen wurden mehrere Situationen im Rollenspiel
durchgespielt: a.) Einzelbewerbung, b.) Gruppenbewerbung c.) Situationen nach
dem Assessmenttraining. Personen, die nicht im Spiel involviert waren, hatten
Beobachtungsaufgabe für die anschließende Besprechung. (Lernziel:
Auf was muß ich bei Bewerbungsgesprächen achten?). 4. Phase:
Die einzelnen Schüler wurden aufgrund ihrer Bewerbung (und der
Gespräche) den Kreativ-Teams zugeordnet und von der
"Geschäftsleitung" mit der Aufgabenstellung vertraut gemacht::
"Entwicklung einer Sortimentserweiterung unter Berücksichtigung der
bisherigen Firmenstruktur (Produktion, Vertrieb etc.) und
Unternehmensphilosophie". Die konkrete Aufgabe war die Erarbeitung eines
schriftlichen Konzepts (Einführung eines neuen Produktes unter
Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte)
und die Entwicklung sowie Durchführung einer Präsentation des neuen
Produktes (Vorschlag evtl. ein Bett? /bisher Büromöbel). Den
"Mitarbeitern" wurden eigene "Arbeitsräume" (Klassenzimmer) und die
Möglichkeiten des "Hauses" (Kopierer, Materialienkoffer, Bibliothek und
EDV-Raum) zur Verfügung gestellt. Für die Entwicklung der
Projektbeschreibung und der Präsentation waren drei Nachmittage
vorgesehen. Die Lehrkräfte standen als "Spezialisten" für Anfragen
zur Verfügung. (Lernziel: Vereinbarungsmöglichkeit von
umweltethischen und betriebswirtschaftlichen Zielen.) 4.
ABSCHNITT: ERGEBNISSICHERUNG UND TRANSFER Die Präsentation der
verschiedenen (vier) Kreativ-Teams mit anschließender Besprechung
erfolgte an einem Nachmittag, um eine objektive Vergleichsmöglichkeit zu
haben. Die Präsentation wurde dazu auf Video aufgenommen. (Lernziel:
Selbstreflexion und Selbsteinschätzung) Danach erfolgte eine
Betriebsbesichtigung bei Firma Wilkhahn, die 1996 einen europäischen
Umweltpreis erhalten hat. Hier bot sich die Möglichkeit, die eigene
erarbeitete Präsentation mit der betrieblichen Wirklichkeit eines
ökologisch orientierten Möbelbetriebes abzugleichen. (Lernziel:
Abgleichung von Theorie und Praxis) 5. Resumee Zuletzt
erfolgte eine Abschlußsitzung und eine Nachbesprechung des Besuches und
des gesamten Projektes. In einem anonymen Fragebogen wurde das Projekt
Wirtschaftsethik und Umwelt positiv bewertet und im Hinblick auf das Fach
Religion als der interessanteste Abschnitt angesehen. Das Projekt
Wirtschaftsethik und Umwelt war ziemlich zeitintensiv, jedoch persönlich
sehr lehrreich für die Beteiligten. Trotz Prüfungsvorbereitung war
die Anwesenheit und das Interesse der Schhüler durchgängig vorhanden.
Auch die Betriebsbesichtigung kam gut an. Insgesamt ist ein hoher Zuwachs an
wirtschaftlicher- und umweltethischer Kompetenz bei den Auszubildenden zu
verzeichnen gewesen. Anmerkungen:
1 Ulrich, P. (Hrsg.), Ethik in Wirtschaft und
Gesellschaft, 24 Lehreinheiten zu Grundfragen des Wirtschaftens, Lebens und
Arbeitens mit Kopiervorlagen, Materialien und Unterrichtsdisposition,
(Sammelordner!), Aarau / Switzerland/1996. Mitmenschlichkeit und
Wettbewerb; Unterrichtshilfe zur Berufsethik an kaufmännischen
Berufsschulen, Katechetisches Amt Heilbronn, Mappe 58, 1993.
2 Z.T. wurde die erste Tagung dokumentiert in:
Schwerpunkte Wirtschaftsethik, (Hrsg.) Thomas Klie, Religionspädagogisches
Institut Loccum, Loccum 1996, weitere Tagungsnachweise können bei Bernd
Abesser, RPI Loccum angefordert werden. 3
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein; (Faltblatt), Erklärung zum
Religionsunterricht an Berufsschulen, Hrsg. von Landesarbeitskreis Handwerk und
Kirchen in Niedersachsen, Postfach 265, 30002 Hannover.
4 Projektbericht über einen
Unterrichtsversuch an der kaufmännischen Berufsschule in Hannover (BBS 12)
zum Thema Wirtschaftsethik und Umwelt (1996) Info bei Toni Langen, Alfelder
Str. 93, 31139 Hildesheim, Tel. 05121-25931 Jürgen Pabst, Dreikreuzenstr.
8, 30449 Hannover, Tel. 0511-453361. 5 Vgl.
Lit.: Max Klopfer, Lehreinheit - Wirtschaftsethik, 6. Auflage 1996, Hrsg.
Siemens AG, Wittelsbacherplatz 2, 80333 München.
6 Koslowski, P./ Kleinfeld, A. (Hrsg.): Ethik und
Wirtschaft, Reihe "Lesehefte Ethik", Stuttgart 1994.
Hans-Jürgen Papst, Berufsschulpastor, Beauftragter für
Wirtschaftsethik im Ev. Schulpfarramt Hannover, Ausbildungsleiter für die
Berufsschulvikare in der ev.-luth. Landeskirche Hannover, Waterloostr. 3, 30169
Hannover; Telefon 0511/131489, Fax: 0511/131480 |