1/1997
Forum Wirtschaftsethik
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Bericht
Hans-Jürgen Pabst

Berufsschule und Wirtschaftsethik - Quo vadis?

70% der Berufsanfänger durchlaufen eine Berufsschule. Zeigt sich hier ein Aufgabenfeld des Netzwerks Wirtschaftsethik?
In der dualen Berufsausbildung, durch die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe, erwerben junge Menschen fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten, werden persönliche und soziale Kompetenzen für das Berufsleben angeeignet und finden berufsethische Prägungen statt. Berufsausbildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Daher gehört eine Bearbeitung berufsbezogener ethischer Problemfelder zum Lehrplan der sozialen Berufsfelder, z.B. im erzieherischen, medizinischen oder im Pflege-Bereich. In der Ausbildung zu den gewerblichen und kaufmännischen Berufen ist dies noch nicht die Regel. Durch die Aufnahme neuer Schlüsselqualifikationen in den Lehrplan, die eine Verbesserung der sozialen Kompetenz und der Reflextionsfähigkeit intendieren, werden ethische Fragestellungen vermehrt zielgerichtet in die Unterrichtsinhalte integriert.

WIRTSCHAFTSETHISCHE FRAGESTELLUNGEN UND IHRE REZEPTION IN DER PÄDAGOGISCHEN LITERATUR.

In der gewerblichen und kaufmännischen Ausbildung gibt es, ausgelöst durch die umweltethischen Probleme und wirtschaftsethischen Debatten um Corporate Identity, Unternehmenskultur etc., in den Berufsschulen eine Vielzahl von Unterrichtsversuchen, Unterrichts- und Schulprojekten, und daraus folgend Veröffentlichungen und Unterrichtsmaterialien, die aufzeigen, daß an wirtschaftsethischen Fragestellungen im Blick auf die berufliche Ausbildung gearbeitet wird.
Als sehr instruktiv sei auf den Sammelband vom F.-J. Kaiser u.a. verwiesen: Grundlagen der beruflichen Umweltbildung in Schule und Betrieb, 1995. Dieser Band enthält Aufsätze über das Verhältnis von Ökologie und Ökonomie in der Umweltbildung und Beschreibung von Modellversuchen. Insgesamt ist aber festzuhalten, daß didaktisch und methodisch ausgearbeitete Lehrmittel hinsichtlich wirtschafts- und unternehmensethischer Probleme und Fragestellungen vor allem im Blick auf den momentan geforderten handlungsorientierten und fächerübergreifenden Unterricht kaum vorliegen.
Als positive Ausnahmen und wegweisend ist hier aber die kürzlich erschienene Lehreinheit: Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft von Peter Ulrich zu nennen.1 In 24 Lehreinheiten wird versucht, interdisziplinär in den Fächern Muttersprache Deutsch, Sprache und Kommunikation, Betriebskunde, Rechtskunde, Staatskunde, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeographie, Grundfragen des Wirtschaftens, Lebens und Arbeitens unter Berücksichtigung der Lehrziele der staatlichen schweizer Lehrpläne zu bearbeiten, indem ein konsequent induktives Vorgehen gewählt wurde, "das weniger an abstrakten theoretischen Konzeptionen als vielmehr an der konkreten Erfahrungswelt von Berufs- und Mittelschülern ansetzt und diese vorzugsweise bei persönlich erlebten oder gestellten ethischen Problemen abholt".
Durch die Diskussion der Lehreinheiten mit einer Projektgruppe aus Berufsschülern und Berufsschülerinnen wurde m.E. eine schülergerechte Bearbeitung von Themen, wie "Grundfragen der Ethik", "Einführung in die Unternehmensethik", "Kultur- und sozialgeschichtlicher Hintergrund", "Wertekonflikt zwischen den Weltkulturen", oder "Wandel des Unternehmensverständnisses" erreicht. Für die Verwendung an bundesdeutschen Schulen ist aber das hohe Niveau der schweizerischen Schulausbildung zu berücksichtigen. Sehr hilfreich für den Unterrichtenden sind die neuesten Literaturangaben und Kontaktadressen zu Initiativen, Wirtschafts- und Umweltverbänden zur jeweiligen Einheit, jedoch bezogen auf die Situation in der Schweiz. Irritierend für die bundesdeutschen Verhältnisse ist, daß keine Kooperationsmöglichkeiten mit den Fächern ev. und kath. Religion, Werte und Normen, Philosophie, oder mit den kirchlichen Bildungseinrichtungen aufgezeigt werden. Zwar gibt es in den o.g. Themenfeldern religiöse Bezugspunkte, ohne eine Vertiefung "religionskundlicher" Erkenntnisse, ist aber z.B. der interkulturelle Vergleich zu kurz gegriffen. Die didaktische und methodische Aufbereitung ist dagegen als äußerst gelungen zu bezeichnen. Spannend wird zu verfolgen sein, ob eine bundesdeutsche Rezeption der Lehreinheiten möglich ist.


DAS NETZWERK - EIN FORUM FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ZUSAMMENARBEIT?

Die religionspädagogischen Einrichtungen der verschiedenen Kirchen sind dabei, sich des Themas Wirtschaftsethik anzunehmen. Zum Beispiel wurden vom Religionspädagogischen Institut in Loccum im Dezember 1994 und Dezember 1996 zwei Fortbildungen für BerufsschullehrerInnen zu den Themen "Einführung in die Wirtschaftsethik" und "Umweltethik und Wirtschaftsethik" mit Hilfe des DNWE und der mit Unterstützung von Netzwerkmitgliedern (z.B. Prof. A. Jäger, Dr. A. Kleinfeld, Dr. A. Löhr) durchgeführt.2 Da die teilnehmenden Lehrkräfte sowohl Wirtschaftsfächer als auch die Fächer Religion / Werte und Normen unterrichten, kam es zu einem zukunftsweisenden Austausch über die Möglichkeiten der Vermittlung wirtschaftsethischer Inhalte im fächerübergreifenden Unterricht.
Diese Fortbildungen zeigen die Möglichkeiten auf, die das DNWE für eine gezielte pädagogische Arbeit hinsichtlich wirtschaftsethischer Problemstellungen im schulischen Kontext leisten könnte. Es ist daher zu fragen, ob das Netzwerk von seiner interdisziplinären Struktur nicht gezielt den Rahmen für die Entwicklung von Curricula für wirtschaftsethische Fragestellung im Blick auf das bundesdeutsche Berufsbildungssystem bieten sollte?
Angesichts der Diskussion um die Aufgaben der Schule der Zukunft, der Möglichkeiten ihrer Selbstgestaltung und der Suche nach einer Corporate Identity für Berufsschulen, bei gleichzeitiger Anfrage von Unternehmungen der Wirtschaft an die Möglichkeiten des bisherigen dualen Systems der beruflichen Ausbildung ergibt sich die Notwendigkeit einer gezielten Bearbeitung wirtschaftsethischer Fragestellungen.
Die ständige Klage über die ungenügende Wertebildung junger Mitarbeiter führt zu unterschiedlichen Reaktionen der Wirtschaft. So kommt es einerseits zu einer verstärkten innerbetrieblichen Weiterbildung, andererseits zur Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien (z.B. von Siemens), oder zu Forderungen, in geeigneten Fächern, wie dem Religionsunterricht auf die Wertebildung in der Berufsausbildung zu achten.3


BERUFLICHE AUSBILDUNG - EINE PERSPEKTIVE DER NETZWERKARBEIT?

Im Arbeitsfeld Schule ergeben sich besondere Chancen des DNWE für die Zusammenarbeit mit für die Unternehmen. Berufsschule ist ein Ort, der in besonderer Weise geeignet sein könnte, bei den jungen Berufstätigen den Horizont für wirtschaftsethische Problemstellungen zu schaffen, um so auf die unternehmensethische Fragestellungen vorzubereiten. Gelänge dem Netzwerk eine gezielte Zusammenarbeit mit Pädagogischen Instituten, mit geeigneten Berufsschulen und Schulleitungen, oder mit den Einrichtungen der Lehrerfortbildung, wäre eine weitere strategische Position für die Verbreitung von wirtschaftsethischen Anliegen gewonnen. Folgender Projektbericht möge dies exemplarisch verdeutlichen.


WIRTSCHAFTSETHIK ALS BAUSTEIN IM PROJEKTUNTERRICHT DES BERUFSSCHULUNTERRICHTES

Folgendes Projekt wurde im 1. Halbjahr 1996/97 als Unterrichtsversuch an der kaufmännischen Berufsschule in Hannover (BBS 12) zum Thema Wirtschaftsethik und Umwelt durchgeführt.4

DIE ÄUßEREN BEDINGUNGEN UND VORAUSSETZUNGEN
Der Unterricht erfolgte in einer Oberstufe einer Groß- und Außenhandelsklasse im letzten Halbjahr vor der Prüfung. Die Schüler der zweieinhalbjährigen Ausbildung (24 Schülerinnen und Schüler) hatten als Abschluß entweder das Abitur (50%), einen Handelsschulabschluß oder einen erweiterten Realschulabschluß. Als "Projekttag" wurde der Nachmittagsunterricht des zweiten Berufsschultages mit den offiziellen Fächern Religion, Politik und Wirtschaftslehrer verwandt. Durch Team-Teaching wurde der starre 45 Minutentakt aufgelöst. Der Klasse wurde am Ende des zweiten Ausbildungsjahres der Projektversuch WIRTSCHAFTSETHIK IM BERUFSSCHULUNTERRICHT vorgestellt und von dieser für das nächste Halbjahr gewählt. Das Projekt wurde auf ein halbes Jahr konzipiert. Da keine Erfahrungswerte vorlagen, wurde das Prinzip "learning - by doing" vereinbart, was bedeutete, daß eine ständige Abstimmung des Unterrichtes erfolgen mußte.

DIE ZIELE DES PROJEKTES

  • Die Schüler sollten ihre im Politik,- Religions- und Wirtschaftslehre- Unterricht erlernten Kompetenzen wiederholen, vertiefen und das bisher Gelernte unter umweltethischen Aspekten neu einordnen können.
  • Die Schüler sollten diese Kompetenzen anhand von Fallbeispielen einüben.
  • Die Schüler sollten dann im Rahmen eines Rollenspiels handlungsorientiert ihre Kenntnisse anwenden und in der Simulation einer "Betriebssituation" Kompetenzen für ihr zukünftiges Handeln gewinnen.
  • Die beiden Lehrkräfte wollten durch gegenseitiges Hospitieren Zugänge zum bisher nicht unterrichteten Fach erhalten.
  • Die beiden Lehrkräfte sollten durch Team-Teaching eine Veränderung ihrer traditionellen Lehrerrolle ausprobieren.
  • Die beiden Lehrkräfte sollten als Teilnehmer in einem Rollenspiel den Ablauf des handlungsorientierten Unterrichts steuern und fördern.



1. ABSCHNITT DES PROJEKTS: ORIENTIERUNG UND LERNZIELBESTIMMUNG
Der Unterricht wurde zunächst im ursprünglichen Fächerkanon Religion, Politik und Wirtschaftslehre weitergeführt, um bisher erreichte Unterrichtsziele zu wiederholen, zu intensivieren oder weiterzuführen. In dieser Phase wurden vom Profil der Schülergruppe folgende Lernziele für die gesamte Lerneinheit festgelegt.

Im Fach Religion ging es um die Themen:

  • ökumenisches Lernfeld "Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung",
  • Entstehung und die Bedeutung von (christlichen) Werten und Normen für die Gesellschaft;
  • Interkultureller Vergleich von Werten und religiösen Vorstellungen;
  • Unterscheidung von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik ;
  • Formulierung einer eigenen ethischen Position.

Im Fach Wirtschaftslehre:

  • Marketingziele und das Instrumentarium zu ihrer Verwirklichung kennenlernen und einsetzen;
  • Verstehen, daß Marketingziele durch eine geeignete Kombination der Instrumente zu erreichen sind;
  • Exemplarische Bearbeitung von Firmenleitsätzen zum Umweltschutz.

Im Fach Politik:

  • Die Fähigkeit, ökonomische Zusammenhänge unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit zu bewerten;
  • Die Fähigkeit und Bereitschaft, ökonomische Entwicklungen sowie eigenes wirtschaftliches Handeln um die Kriterien Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu ergänzen;
  • Die Fähigkeit und Bereitschaft, das eigene Berufs- und Konsumverhalten unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit kritisch zu überprüfen und zu verändern;
  • Die Fähigkeit und Bereitschaft, sich mit Wertvorstellungen in Beruf und Gesellschaft auseinanderzusetzen;
  • Teilnahme an einem Bewerbungstraining im Rahmen eines Rollenspiels.

2. ABSCHNITT: EINFÜHRUNG IN WIRTSCHAFTSETHISCHE FRAGESTELLUNGEN
In der folgenden Phase begann durch gemeinsame Unterrichtsvorbereitung fächerübergreifender Unterricht. Der 45 - Minutentakt wurde dabei aufgegeben. Zunächst wurde versucht , die Grundlagen von Wirtschaftsethik mittels der Lerneinheit "Wirtschaftsethik" von Max Klopfer zu erarbeiten.5 Die Lerneinheit war für diesen Unterrichtsschritt durch ihre Theorielastigkeit nur bedingt für den BBS- Unterricht geeignet. Durch Team-Teaching der Lehrkräfte wurde versucht, den Zusammenhang von Wirtschaftslehre und Ethik herzustellen. Anschließend wurden durch die Bearbeitung von Fallbeispielen (z.B.: Challenger - Katastrophe, Schuhbeispiel siehe Löhr/Kleinfeld;)6 die gewonnenen Kenntnisse verdeutlicht und vertieft. Durch eine intensive Besprechung des Problemfalls Brent Spar wurde anschließend eine Verschränkung von wirtschaftsethischen und umweltethischen Fragestellungen erreicht.

3. ABSCHNITT: LERNEN IM ROLLENSPIEL
Der dritte Schritt erfolgte durch als Rollenspiel. Durch die Simulation einer Bewerbungs- und Betriebssituation sollte handlungsorientiert die Anwendung wirtschaftlicher und wirtschaftsethischer Kompetenzen erprobt und vertieft werden. Die Hoffnung war, daß die Schüler für ihr zukünftiges Berufsfeld umweltethische Impulse erhalten. In der Phase hatten die Lehrkräfte entweder die Funktionen des Spielleiters, des Spielteilnehmers, oder des Spezialisten, der angefragt werden konnte, übernommen. Als Ablauf des Rollenspiels wurde avisiert, daß die Schüler sich für ein Kreativ-Team eines Betriebes bewerben sollen, daß dieser Betrieb ein Bewerbungsverfahren durchführt, daß die Schüler anschließend in Teams zusammengefaßt werden und für den Betrieb ein neues Produkt entwickeln, und daß dieses in Form einer Präsentation der Unternehmensleitung vorgestellt werden muß. Insgesamt förderlich war, daß die Grundsituation des Projektes z.T. analog zur Schülersituation war. Der unmittelbar bevorstehende Ausbildungsabschluß bedeutete persönlich für die meisten eine neu berufliche Orientierung und Veränderung der Lebensbezüge. Eine große Anzahl der Auszubildenden wurde nicht übernommen und mußte sich um ein neues Beschäftigungsverhältnis bemühen.

SKIZZIERUNG DES ABLAUFS DES ERFOLGTEN ROLLENSPIELS
1. Phase: Die Schüler wurden mit den Regeln eines Rollenspiels vertraut gemacht. Weiterhin wurde der grobe Ablauf des Rollenspiels vorgestellt. 2. Phase: Den Schülern wurde die selbstgestaltete Stellenausschreibung des fiktiven Unternehmens Willbusch vorgelegt, welches bisher unter ökologischen Gesichtspunkten hochwertige Büromöbel produzierte. Die Schüler wurden gebeten, sich vorzustellen, daß sie sich nach erfolgreicher Ausbildung u.a. bei diesem Unternehmen in der Büromöbelbranche bewerben. Das Unternehmen suchte für sein Kreativ-Team einen/eine Großhandelskaufmann-frau. Ziel des Kreativ-Teams war es, nach den Möglichkeiten einer Sortimenserweiterung zu suchen. Die Schüler wurden gebeten, eine Bewerbung für diese Stelle zu schreiben. Die Schüler wurden darauf hingewiesen, daß ihre Bewerbung Grundlage für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch und der Zusammenstellung der vier Kreativ-Teams sei. (Lernziel: Wie muß ich eine Bewerbung schreiben?) 3. Phase: Aufgrund der Bewerbungen wurden mehrere Situationen im Rollenspiel durchgespielt: a.) Einzelbewerbung, b.) Gruppenbewerbung c.) Situationen nach dem Assessmenttraining. Personen, die nicht im Spiel involviert waren, hatten Beobachtungsaufgabe für die anschließende Besprechung. (Lernziel: Auf was muß ich bei Bewerbungsgesprächen achten?). 4. Phase: Die einzelnen Schüler wurden aufgrund ihrer Bewerbung (und der Gespräche) den Kreativ-Teams zugeordnet und von der "Geschäftsleitung" mit der Aufgabenstellung vertraut gemacht:: "Entwicklung einer Sortimentserweiterung unter Berücksichtigung der bisherigen Firmenstruktur (Produktion, Vertrieb etc.) und Unternehmensphilosophie". Die konkrete Aufgabe war die Erarbeitung eines schriftlichen Konzepts (Einführung eines neuen Produktes unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte) und die Entwicklung sowie Durchführung einer Präsentation des neuen Produktes (Vorschlag evtl. ein Bett? /bisher Büromöbel). Den "Mitarbeitern" wurden eigene "Arbeitsräume" (Klassenzimmer) und die Möglichkeiten des "Hauses" (Kopierer, Materialienkoffer, Bibliothek und EDV-Raum) zur Verfügung gestellt. Für die Entwicklung der Projektbeschreibung und der Präsentation waren drei Nachmittage vorgesehen. Die Lehrkräfte standen als "Spezialisten" für Anfragen zur Verfügung. (Lernziel: Vereinbarungsmöglichkeit von umweltethischen und betriebswirtschaftlichen Zielen.)

4. ABSCHNITT: ERGEBNISSICHERUNG UND TRANSFER
Die Präsentation der verschiedenen (vier) Kreativ-Teams mit anschließender Besprechung erfolgte an einem Nachmittag, um eine objektive Vergleichsmöglichkeit zu haben. Die Präsentation wurde dazu auf Video aufgenommen. (Lernziel: Selbstreflexion und Selbsteinschätzung) Danach erfolgte eine Betriebsbesichtigung bei Firma Wilkhahn, die 1996 einen europäischen Umweltpreis erhalten hat. Hier bot sich die Möglichkeit, die eigene erarbeitete Präsentation mit der betrieblichen Wirklichkeit eines ökologisch orientierten Möbelbetriebes abzugleichen. (Lernziel: Abgleichung von Theorie und Praxis)

5. Resumee
Zuletzt erfolgte eine Abschlußsitzung und eine Nachbesprechung des Besuches und des gesamten Projektes. In einem anonymen Fragebogen wurde das Projekt Wirtschaftsethik und Umwelt positiv bewertet und im Hinblick auf das Fach Religion als der interessanteste Abschnitt angesehen. Das Projekt Wirtschaftsethik und Umwelt war ziemlich zeitintensiv, jedoch persönlich sehr lehrreich für die Beteiligten. Trotz Prüfungsvorbereitung war die Anwesenheit und das Interesse der Schhüler durchgängig vorhanden. Auch die Betriebsbesichtigung kam gut an. Insgesamt ist ein hoher Zuwachs an wirtschaftlicher- und umweltethischer Kompetenz bei den Auszubildenden zu verzeichnen gewesen.

Anmerkungen:
1 Ulrich, P. (Hrsg.), Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft, 24 Lehreinheiten zu Grundfragen des Wirtschaftens, Lebens und Arbeitens mit Kopiervorlagen, Materialien und Unterrichtsdisposition, (Sammelordner!), Aarau / Switzerland/1996.
Mitmenschlichkeit und Wettbewerb; Unterrichtshilfe zur Berufsethik an kaufmännischen Berufsschulen, Katechetisches Amt Heilbronn, Mappe 58, 1993.
2 Z.T. wurde die erste Tagung dokumentiert in: Schwerpunkte Wirtschaftsethik, (Hrsg.) Thomas Klie, Religionspädagogisches Institut Loccum, Loccum 1996, weitere Tagungsnachweise können bei Bernd Abesser, RPI Loccum angefordert werden.
3 Der Mensch lebt nicht vom Brot allein; (Faltblatt), Erklärung zum Religionsunterricht an Berufsschulen, Hrsg. von Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen in Niedersachsen, Postfach 265, 30002 Hannover.
4 Projektbericht über einen Unterrichtsversuch an der kaufmännischen Berufsschule in Hannover (BBS 12) zum Thema Wirtschaftsethik und Umwelt (1996) Info bei Toni Langen, Alfelder Str. 93, 31139 Hildesheim, Tel. 05121-25931 Jürgen Pabst, Dreikreuzenstr. 8, 30449 Hannover, Tel. 0511-453361.
5 Vgl. Lit.: Max Klopfer, Lehreinheit - Wirtschaftsethik, 6. Auflage 1996, Hrsg. Siemens AG, Wittelsbacherplatz 2, 80333 München.
6 Koslowski, P./ Kleinfeld, A. (Hrsg.): Ethik und Wirtschaft, Reihe "Lesehefte Ethik", Stuttgart 1994.


Hans-Jürgen Papst, Berufsschulpastor, Beauftragter für Wirtschaftsethik im Ev. Schulpfarramt Hannover, Ausbildungsleiter für die Berufsschulvikare in der ev.-luth. Landeskirche Hannover, Waterloostr. 3, 30169 Hannover; Telefon 0511/131489, Fax: 0511/131480

 
 
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