Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
FachreferateNaturwissenschaft - Theologie

Dissertation

Heinz-Hermann Peitz

Kriterien des Dialogs zwischen Naturwissenschaft und TheologieKriterien des Dialogs zwischen Naturwissenschaft und Theologie
Anregungen aus dem Werk Karl Rahners

Innsbruck - Wien : Tyrolia-Verl., 1998
(Innsbrucker theologische Studien Bd. 53)

Presse-Info der Ruhr-Universität Bochum

Naturphilosophie als Vermittlungsinstanz – Karl-Rahner-Preis 1998 geht an RUB-Theologen – Für einen Dialog zwischen Naturwissenschaften und Theologie

"Statt blossem Nebeneinander ein kritisch-konstruktives Miteinander" lautet das Leitmotiv des Bochumer Fundamentaltheologen Dr. Heinz-Hermann Peitz. Nun wurde ihm der mit 10.000 DM dotierte Karl-Rahner-Preis 1998 zuerkannt. Er erhält ihn für seine 1995 abgeschlossene Dissertation ,Kriterien für den Dialog zwischen Naturwissenschaften und Theologie. Entfaltung und Operationalisierung wissenschaftstheoretischer Implikate im Werk von Karl Rahner" (bei Prof. Dr. Hermann J. Pottmeyer, Fundamentaltheologie, Katholisch-Theologische Fakultät der RUB).

Dr. Peitz ist bereits der dritte ,Karl-Rahner-Preisträger" vom Bochumer Lehrstuhl für Fundamentaltheologie; der Preis wird an der Universität Innsbruck vergeben und gilt im deutschsprachigen Raum als die angesehenste Würdigung für theologische Forschungen. Für den Preisträger ist diese Ehrung schon die zweite; 1996 erhielt er für seine Dissertation den Wilhelm Hollenberg-Preis der Gesellschaft der Freunde der RUB.

In seiner Untersuchung beschreibt der Bochumer Theologe die Beeinflussungen zwischen Naturwissenschaften und Theologie. Wenn sich in diesem Verhältnis Toleranz mit gegenseitiger Ignoranz verbindet, ist das Scheitern einer Gesprächs- und Streitkultur vorprogrammiert und damit die Humanität einer Gesellschaft infrage gestellt: Verzichten die Naturwissenschaften auf sinngebendes Orientierungswissen, dann verrät die Gesellschaft ihre humane Ausrichtung und ordnet sich dem Diktat von Ökonomie und Machbarkeit unter. Andererseits, wenn die Theologie auf naturwissenschaftliche und somit die Gesellschaft prägende Erkenntnisse verzichtet, dann verkümmert ihr Sinnangebot zu einem bedeutungslosen Fremdkörper, indem sie Antworten auf Fragen formuliert, die niemand mehr stellt.

Wie kann aber der Dialog bei so verschiedenen Gesprächspartnern gelingen, wenn voreilig der Urknall mit dem Moment der Schöpfung, die Summe der Naturgesetze mit dem Geist Gottes identifiziert werden? Gelingen kann dieser Dialog nur, so Dr. Peitz, wenn naturwissenschafliche Erkenntnisse nicht unkritisch, willkürlich und dilettantisch vereinnahmt, sondern angemessen aufbereitet und so verstehbar gemacht werden. Dazu bietet sich die Naturphilosophie als Vermittlungsinstanz an. Ihre Aufgabe ist es, Naturwissenschaft und Technik ins Ganze des menschlichen Alltags einzuordnen. Hier beginnt nun wieder die Zuständigkeit der Theologie als Vermittlungsinstanz. Sie fragt nach der Bedeutung der so aufbereiteten naturwissenschaftlich-technischen Erkenntnis für Heil und Unheil, Gelingen und Mißlingen des menschlichen Lebens.

Durch solche kritisch-wissenschaftliche Vermittlung ist nach Dr. Heinz-Hermann Peitz, der jetzt an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart das Referat "Naturwissenschaft-Theologie" leitet, die Theologie in einer naturwissenschaftlich geprägten Gesellschaft kein unverbundener Fremdkörper mehr.



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