Flüchtlings- und Integrationsarbeit

In den letzten Jahren wurde in den Medien oft darüber berichtet, dass Christen in den Flüchtlingsunterkünften unter Übergriffen und Beleidigungen zu leiden hätten. Obwohl man einigen dieser Berichte zunächst mit Vorsicht begegnen sollte, ist eines wohl sicher: Die Christen und Muslime, die aus dem Nahen Osten nach Deutschland kommen, transportieren in gewissem Maße auch die Konflikte ihrer Heimat in die deutsche Aufnahmegesellschaft. Dadurch besteht eine große Konfliktgefahr, besonders bei denjenigen Christen, die jahrzehnte- und manchmal sogar jahrhundertelang unter Repressionen von Muslimen gelitten hatten. Dieselbe Gefahr besteht natürlich auch seitens der Flüchtlinge mit muslimischem Hintergrund, die noch lernen müssen, Christen in Deutschland als gleichberechtigte Partner wahrzunehmen, was sie in ihren Heimatländern meistens nicht waren.

Die beschriebene Situation stellt alle Teile der Gesellschaft in Deutschland, insbesondere aber uns als einheimische Christen und Kirchen, vor gewaltige Herausforderungen, denen wir in ökumenischer Verantwortung durch gemeinsames Handeln begegnen müssen. Wir sind diesen Menschen, die aus dem Ursprungsgebiet des Christentums stammen und bei uns als Flüchtlinge Schutz suchen, in besonderer Weise verpflichtet. Eines der weiterführenden Ziele dieses Projektes ist es, die altorientalischen und orthodoxen Christen, Kirchen und Strukturen tiefer in kommunale sowie ehrenamtliche Flüchtlings- und Integrationsarbeit zu vermitteln und somit gesellschaftlich zu aktivieren.

Mit der Ankunft der christlichen Flüchtlinge befinden sich diese Kirchen in Deutschland in einer neuen, ihnen bisher unbekannten Situation, da von ihnen nun auch soziales und karitatives Engagement in einem höheren Maße als zuvor gefordert wird. Die Komplexität der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation in der Bundesrepublik macht es ihnen aber nahezu unmöglich, diese Aufgabe ohne Unterstützung zu bewältigen. Konkret haben wir vor, eine eigene ACK-Arbeitsgruppe „Altorientalische und Orthodoxe Kirchen“ zu bilden, in der die Vertreterinnen und Vertreter der Ostkirchen eingebunden werden. Diese Arbeitsgruppe soll längerfristig den informellen Rahmen für weitere Flüchtlings- und Integrationsarbeit bilden sowie einen Gesprächspartner für die staatlichen und kirchlichen Institutionen und Projekte in diesem Bereich darstellen.