07.07.2017, 14:30 Uhr - 08.07.2017, 14:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Vererbter Lebensstil

Ein Paradigmenwechsel der Biologie?

Lange Zeit schien es, als könnten nur unsere Gene allein vererbt werden. Die junge Wissenschaft der Epigenetik zeichnet nun ein komplexeres Bild: Unser Lebensstil und unsere Erfahrungen nehmen auf Genaktivierungen Einfluss. Diese Aktivierungsmuster scheinen ihrerseits erblich zu sein und damit das Schicksal unserer Kinder und Enkel mit zu prägen. Kündigt sich mit diesen Erkenntnissen eine wissenschaftliche Revolution an?


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Lange Zeit galt die Vererbung erworbener Eigenschaften (Lamarckismus) als überwunden. Gesellschaft und Umwelt schienen – bis auf die Auslösung zufälliger Mutationen – keinen Einfluss auf die Gene und ihre Weitergabe zu nehmen. Die junge Disziplin der sogenannten Epigenetik ruft nun Erinnerungen an Lamarck wieder wach, wenn sie herausstellt, dass äußere Lebensumstände wie Stress, Fehlernährung oder Missbrauchserfahrung das Erbgut beeinflussen, indem Gene aus- oder eingeschaltet werden. Mehr noch: Die Veränderungen scheinen über Generationen weitergegeben werden zu können. So führen manche Forscher selbst die zum stehenden Begriff gewordene "German Angst" auf epigenetische Prägung und Weitergabe der traumatischen Kriegserlebnisse zurück.

Noch sind die Mechanismen der Epigenetik nicht entschlüsselt, und viele Fragen harren der Untersuchung. Die Tagung will den Stand der Forschung aufzeigen und fragen, was dies für eine künftige Biologie und Philosophie bedeuten könnte: Deutet sich im Kontext der Epigenetik ein Paradigmenwechsel und ein neues Menschenbild an?

Sie sind herzlich eingeladen.

© Sergey Nivens - Fotolia

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