Gerhard Haszprunar
Martin Kirschner
Holm Tetens

Stuttgart-Hohenheim

Warum Gott das Elend zulässt

Naturwissenschaft und Theologie im Gespräch über Grenzfragen.

Die Naturwissenschaft kann in der Natur per se keinen Sinn ausmachen; nicht selten entdeckt sie deren grausame Seiten. Verschärft sie damit die schwierige Frage, wieso ein guter Gott Übel und Leid zulassen kann? Eine Tagung in Hohenheim hat sich damit beschäftigt.

Gerhard Haszprunar ist überzeugt: “Zufall bedeutet nicht Sinnlosigkeit.” Im Gegenteil! Als Naturwissenschaftler bietet Gerhard Haszprunar neue Antworten auf eine Frage, die spätestens seit Hiob zum Klassiker geworden ist. Zur Erhellung der Theodizee-Frage greift Haszprunar auf den Indeterminismus in Quantenphysik und Evolutionsbiologie sowie auf die Freiheit des Menschen zurück: Leid als Preis der Freiheit des Menschen und des Laufs der Welt.

Als Philosoph fragt Holm Tetens nach Gründen, die es rechtfertigen, dass Gott die Übel und Leiden in der Welt zulässt. Seine These: Wenn Gott die Menschen als freie selbstverantwortliche Wesen will, muss er die Welt so schaffen, wie wir sie kennen. 

Der Theologe Martin Kirschner greift die Beiträge von  Haszprunar und Tetens auf und ergänzt sie um christologische Aspekte. Wunder und Auferstehung würden dabei nicht verstanden als Mirakel und  das Durchbrechen von Naturgesetzen, sondern als  etwas Neues, das aus dem Bisherigen nicht ableitbar sei, überkommene Kategorien sprenge und zugleich alles in ein neues Licht rücke.

Die Podiumsdiskussion führte die Ansätze von Haszprunar, Tetens und Kirschner zusammen: das Christusereignis könne sich als eine neue, unableitbare  Herausbildung eines sich verändernden Universums verstehen lassen.

Die Vorträge sind als Video und Thesenpapiere dokumentiert. www.forum-grenzfragen.de/theodizee-naturwissenschaftliche-philosophische-theologische-aspekte/