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Thomas Löffler leitet jetzt Kuratorium

Nach zwölf Jahren hat Professor Hans-Georg Wehling den Vorsitz im Kuratorium der Akademie altershalber abgegeben. Akademie-Direktorin Dr. Verena Wodtke-Werner würdigte ihn als exzellenten Netzwerker.

Das Kuratorium der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart verjüngt sich. Nach zwölf Jahren als Vorsitzender ist der Tübinger Politikwissenschaftler Professor Hans-Georg Wehling  aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Mit ihm verabschiedete sich auch der frühere Stuttgarter Sozialbürgermeister Dr. Rolf Thieringer, der dem Beirat seit 1992 angehörte,  als stellvertretender Vorsitzender aus dem Gremium. Zum Nachfolger hat Bischof Dr. Gebhard Fürst den aus Ravensburg stammenden Manager und Unternehmensberater Thomas Löffler berufen. Neuer Stellvertreter ist der frühere Stuttgarter Regierungspräsident und neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart, Johannes Schmalzl. Die SWR-Journalistin Silke Gmeiner bleibt stellvertretende Vororsitzende des Kuratoriums. Das 50-köpfige Gremium namhafter Katholiken aus allen Bereichen der Gesellschaft soll die Arbeit der Akademie kritisch begleiten und das Interesse an der Akademie in der Öffentlichkeit wach halten.  

Akademie-Direktorin: Wehling ist herausragender Landeskundler und sinnenfroher Katholik 

Dr. Verena Wodtke-Werner bedankte sich herzlich für die herausragende Tätigkeit des scheidenden Vorsitzenden. Wehling gehörte dem Gremium seit dem Jahr 2002 an und stand seit 2005 an seiner Spitze. Wodtke-Werner würdigte den Tübinger Politikwissens haftler als "exzellenten Landeskundler und sinnenfrohen Katholik", dessen "Kleine Landeskunde" seit vielen Jahren "die Bibel für die Bürgermeister im Land" sei. Wehling verfüge über ein "riesiges Netzwerk mit einer Fülle von politischen Köpfen".

Den scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden Thieringer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, würdigte Wodtke-Werner als "streitbaren Christdemokraten und kosntruktiven Kopf, dem die Ökumene immer wichtig war." 

Löffler sagte in seiner Antrittsrede, es gelte aus christlicher Sicht Antworten zu finden auf Megatrends wie die Klimapolitik und Erderwärmung, die demografische Entwicklung und Urbanisierung, oder den Trend zur Säkularisierung, obwohl immer mehr Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens seien. Eine Herausforderung sei auch die Heterogenität der Gesellschaft und religiöser Pluralismus.

Neuer Kuratoriumsvorsitzender kommt aus der Wirtschaft

Der Diplomkaufmann Thomas Löffler, Jahrgang 1961, studierte nach Abitur in Ravensburg und Wehrdienst  Betriebswirtschaft an der Universität Bamberg und begann seine berufliche Karriere als Unternehmensberater in Regensburg. 1990 trat  er in die ZF Friedrichshafen ein. 2003 wurde er als Vice President Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Personal und Dienstleistungen bei der ZF Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd. Von 2009 bis zu seinem Ausscheiden 2016 war er bei der ZF Friedrichshafen Executive Vice President, Mitglied der Divisionsleitung T (Nutzfahrzeugtechnik) für das Ressort Personal mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro und 15 500 Mitarbeitern an 22 internationalen Standorten sowie 9500 Beschäftigte am Standort Friedrichshafen. Seit Mai 2016  ist Löffler Dozent für Personalwirtschaftslehre an der Dresden International University. Zudem ist er Berater für HR, Strategieentwicklung, Mediation und Coaching. Löffler ist zudem ehrenamtlicher Arbeitsrichter am Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg und Beiratsmitglied bei mittelständischen Unternehmen der Automobilzulieferbranche.

Johannes Schmalzl, der neue stellvertretnde Kuratoriumsvorsitzende, studierte Jura und wirtschaftswissenschaft in Bamberg, Würzburg, Bonn und Lausanne (Schweiz) und trat nach dem Staatsexamen in den baden-württembergischen Staatsdienst ein. Er war tätig im Justizministerium, danach in der Landesvertretung in Berlin. 2005 wurde er zum Präsidenten des Landesamtes für Verfassungsschutz berufen. Von 2008 bis 2016 war Schmalzl Stuttgarter Regierungspräsident. Danach leitete der 52-Jährige die Abteilung Privatisierungen im Bundesfinanzministerium. (Barbara Thurner-Fromm)