21.10.2017, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr, Weingarten
Meilensteine der Kunstgeschichte

Die Reformation und die Folgen für die Kunst

Eine Hinführung zur Gegenreformation

Die international bekannte Oberschwäbische Barockstraße mit ihren drei Routen prägt kulturell die Region von Ulm bis zum Bodensee. Die künstlerischen Perlen des Barock und Rokoko sind als architektonische Manifestationen des Glaubens zu verstehen. Sie wurden vorrangig als katholische Antwort auf die Reformation erbaut. Ein Vortrag bietet einen Überblick auf die Kunst der Gegenreformation. Eine Kurzexkursion zu künstlerischen Kleinoden veranschaulicht diese Epoche.


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Der Terminus „Gegenreformation“ ist durchaus umstritten, da es mehrere Reformen in der katholischen Kirche gab und dieser Begriff zeitlich unspezifisch angewendet wird. Allgemein wird kunsthistorisch damit die Zeit nach dem Tridentinischen Konzil (1545-1563) bezeichnet. Es sind Künstler des Barock, die die vorgegebenen Bildprogramme im damals neuen üppigen Formrepertoire der Kirchbauten ausführen. Aber auch mit spezifischer Barock-Literatur und mit dem eigens dafür inszenierten Jesuitentheater wurde Kunstpropaganda betrieben, um vor allem gegen die lutherische Reformation zu polemisieren. Häretiker wurden somit öffentlich verhöhnt, und Abtrünnige sollten zum rechten Glauben zurückgeführt werden.
Die kirchliche Kunst mit allen ihren Gattungen wurde diesem Bestreben untergeordnet und somit letztlich instrumentalisiert. Schriften zur Unterweisung von Künstlern galten als anleitende Vorgaben und die Inquisition als menschlicher Überwachungsapparat zur Einhaltung dieser Richtlinien.
Auch die weltberühmte oberschwäbische Barockstraße mit ihren imponierenden Kirchen, die bis nach Österreich und in die Schweiz ihre Ausläufer hat, ist nach dem 30-jährigen Krieg in Folge dieser Umbruchzeit entstanden. Auf engem Raum ist zwischen Donau und Bodensee, den österreichischen und schweizerischen Teil inbegriffen, und zwischen Donauschwaben und Frankreich eine zu Stein gewordene Manifestation des Glaubens entstanden. Das Kloster Sießen, eines der imposanten Bauten an der Barockstraße, von Dominikus Zimmermann erbaut, hat reformatorische und kriegerische Auseinandersetzungen er- und überlebt. Dorthin soll nach dem einführenden Vortrag und dem Mittagessen die Kurzexkursion gehen.

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© Ilonka Czerny, St. Markus, Kloster Sießen

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