18.11.2017, 11:00 Uhr - 17:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Veranstaltung

Martin Luther - ein Mystiker?

Zu den mystischen Wurzeln des Reformators

Luthers erfahrungsbezogene Theologie wurzelt auch in der spätmittelalterlichen Mystik. Sein Verständnis des Glaubens zielt auf eine Christusgemeinschaft, die man als mystisch bezeichnen kann. Luther selbst kennt mystische Erfahrungen, wenn er bezeugt, ekstatisch im "dritten Himmel" gewesen zu sein.
Regionaltagung der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik


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In der Lutherforschung hat sich in den letzten zehn Jahren ein Paradigmenwechsel vollzogen. Theologen wie Volker Leppin und Berndt Hamm entdeckten die starke Prägung Luthers durch die spätmittelalterliche Mystik und Frömmigkeit, so dass nach dieser „revolutionären Wende“ der Reformator „mit Fug und Recht als Mystiker verstanden werden“ kann (Peter Zimmerling).

Luther selbst hat in der Zeit seines reformatorischen Umbruchs gleich zweimal (1516 und 1518) unter dem Titel „Theologia Deutsch" das mystische, von Meister Eckhart und Johannes Tauler beeinflusste Werk eines unbekannten Autors aus Frankfurt vom Ende des 14. Jahrhunderts herausgegeben, wohl weil darin die Passivität der menschlichen Seele gegenüber dem Heilshandeln Gottes ohne alle menschliche Mitwirkung betont wird.

Zum Siegel Luthers und Symbol der lutherischen Kirchen wurde eine weiße Rosenblüte auf blauem Grund, in der Mitte ein rotes Herz mit einem schwarzen Kreuz. Dieses seit Jahrhunderten als Lutherrose bekannte Zeichen stammt ursprünglich aus einem Fenster im Augustinerkloster zu Erfurt, in das Luther am 17. Juli 1505 eingetreten ist (bis 1525 blieb er 20 Jahre Augustiner-Eremit). Mit der zum Siegel gestalteten Rose kennzeichnete der Reformator seinen Schriftverkehr und deutete sie als symbolische Zusammenfassung seiner Theologie. Die Rose soll weiß (im himmelfarbenen Feld) und nicht rot sein, weil weiß die Farbe „der Geister und aller Engel Farbe“ ist. Die fünf Blätter weisen sie zudem als marianisches Symbol aus.

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