Stuttgart (ars). Im Rahmen des Festaktes der Verleihung des Aleksandr-Men-Preises 2006 im Tagungszentrum der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist auch das jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegende, in Russland einflussreiche Werk von Men „Der Menschensohn" vorgestellt worden. Der Herausgeber, Jesuitenpater Klaus Mertes (Berlin), erklärte, mit der deutschen Erstausgabe sei nun „ein erster Schritt für die Rezeption Mens in Deutschland getan".
Nach Auffassung von Mertes sei es „eigentlich eine Schande, dass ein orthodoxer Theologe vom Format eines Aleksandr Men in Deutschland immer noch unbekannt ist". Men, der noch zu sowjetischen Zeiten über persönliche Kontakte zu geistlichen Erneuerern der westlichen Christenheit wie Frère Roger Schutz verfügte und Klassiker der westlichen Theologie wie Teilhard de Chardin und Romano Guardini schätzte, könne wie kaum ein anderer für einen Dialog zwischen östlicher und westlicher Theologie stehen. Mit dem jetzigen Status quo in den ökumenischen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen könne sich niemand zufrieden geben.
Das schon Ende der 60er Jahre in Brüssel pseudonym veröffentlichte Werk „Der Menschensohn" ist Mertes zufolge „jenseits von aller intellektuellen und exegetischen Kärrnerarbeit, die Men auch leistet, auch seine persönliche Kontemplation des Lebens Jesu". Die gar nicht zur Veröffentlichung bestimmten Betrachtungen Mens seien ohne seine Kenntnis als Buch herausgebracht worden. In einer Zeit der antichristlichen, atheistischen Propaganda der Sowjetunion habe man nach einer authentischen und verlässlichen Orientierung gesucht. Mens Buch wolle zeigen, wem man letztlich „im Leben und im Sterben vertrauen kann".
Auch die Übersetzerin des Werkes, die aus der ehemaligen DDR stammende und zeitweilig mit ihrem russischen Mann in der früheren Sowjetunion wohnhafte Journalistin Monika Schierhorn, habe nicht an eine Veröffentlichung gedacht, sondern Men nur zu ihrem persönlichen Gebrauch übersetzt, erklärte der Herausgeber. Nach einem Verhör durch die Sicherheitskräfte in der Schlussphase der Sowjetunion und weiteren dramatischen Jahren habe sie „den Weg zum christlichen Glauben gefunden" und in dieser „nach Hilfestellung" verlangenden Situation nach dem Buch von Aleksandr Men gegriffen. Ihm zufolge ist das Werk gerade für religiös Suchend in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion von großer Bedeutung, weil es sowohl hohen intellektuellen als auch spirituellen Ansprüchen genüge: „Es ist das Buch eines gläubigen Menschen und vor allem eines Seelsorgers und lasse sich auch jungen Menschen einfach vorlesen", sagte der Jesuit, der Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin ist und als Hausoberer der dortigen Jesuitenkommunität wirkt.
Auf eine weitere deutsche Neuerscheinung zu Men wurde bei der Festveranstaltung ebenfalls hingewiesen. Es handelt sich um die Übersetzung von Texten, in denen der orthodoxe Theologe sein Verständnis des Verhältnisses von Kirche und Staat darlegt. (ars/kwh)
Bücherhinweis: Alexander Men, Der Menschensohn. Übersetzt von Monika Schierhorn, redigiert von Ulrike Patow, hg. von P. Klaus Mertes SJ, Verlag Herder, Freiburg i.Br. 2006, 464 S., 24,90 €. – Igor Pochoshajew, Stellen wir die Altäre auf… Aleksandr Men’ zum Verhältnis von Kirche und Staat, Verlag Otto Lembeck, Frankfurt 2006, 14,80€.
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
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Öffentliche Führungen
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