Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
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Freitag, 15. Dezember 2006

„Die Geburtswehen des Messias"

Weihnachtstagung in Hohenheim zu Erlösungsvorstellungen in der jüdischen Kabbala und christlichen Mystik am 27./ 28. Dezember

Stuttgart (ars). Die diesjährige Weihnachstagung im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart vom 27. bis 28. Dezember widmet sich den Erlösungsvorstellungen in der jüdischen Kabbala und der christlichen Mystik. Die 2tägige Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Stuttgart steht unter dem Thema „Die Geburtswehen des Messias".

„Die Mystik versucht, zwischen Gott und Mensch eine intime Sphäre und Nähe herzustellen und ist sozusagen das Herz der Religion." Mit diesen Worten wird im Einladungs-Flyer Paul Rosenkranz (Stuttgart) zitiert, seit fast drei Jahrzehnten Dozent für jüdische Sprache, Literatur und Judentumskunde an der Universität Tübingen und ein intimer Kenner der kabbalistischen Tradition. Rosenkranz wird eine Einführung in die Grundzüge des kabbalistischen Denkens geben und über die Vorstellung einer „Einwohnung" oder „Gegenwart" Gottes in Gestalt der weiblichen „Schechinah" sprechen.

Über die Erlösungsvorstellung des bedeutenden Kabbalisten Isaak Luria (1534-1572) referiert Daniel Krochmalnik, Professor für Religionspädagogik an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Der Philosoph, Psychologe und evangelische Pfarrer i.R. Rolf Umbach (Weilrod/Ts.) spricht über den engen Zusammenhang von Erlösung und Sabbat-Heiligung in der Kabbala, während die Religionswissenschaftlerin Eva-Johanna Schauer (Hannover) unter dem Titel „Christliche Kabbala?" die Lehrtafel der Prinzessin Antonia von Württemberg in Bad Teinach vorstellt. Von christlicher Seite referiert Ordinariatsrat Gotthard Fuchs (Wiesbaden) über die Taufe als Erneuerung („Wiedergeburt") des Menschen aus dem Geist Gottes und als „Gottgeburt im Herzen" des Gläubigen nach der weihnachtlichen Mystik von Meister Eckhart (1260-1328).

Die für die christliche Erlösungsvorstellung grundlegende Sicht der Erneuerung des dem Tod verfallenen Menschen auch in seiner Leiblichkeit schließt, worauf im Einladungs-Flyer besonders hingewiesen wird, die Erneuerung und Vollendung der ganzen Schöpfung ein, die nach Paulus noch „in Geburtswehen" liegt und „sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes" wartet (Röm 8,19.22). Diese vom Schöpfergeist getragene sehnsüchtige Erwartung der ganzen Schöpfung erfüllt sich nach christlichem Glauben an Weihnachten mit der „Ankunft" oder „Fleischwerdung" des einen Sohnes Gottes in der Welt, die aber „zugleich Zu-kunft bleibt, ‚bis Christus in euch Gestalt annimmt’ (Gal 4,19)". – Die Tagung reflektiert das Verhältnis von kabbalistischen und christlichen Vorstellungen von Erlösung und stellt die Frage, ob es eine „christliche Kabbala" geben könne. (ars/kwh)

Hinweis: Weiter Informationen unter www.akademie-rs.de (Veranstaltungen).

 



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