Stuttgart (ars). Von der „Vision kosmischer Erlösung bei Papst Benedikt XVI." handelt ein Vortragsabend am 2. Dezember im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, mit der die Reihe „Samstagabend in Hohenheim" in diesem Jahr abgeschlossen wird. Referent des Vortrags unter dem Titel „Gestirne – Symbole – Liturgie" ist der Rektor des Ökumenischen Instituts der Abtei Niederaltaich, Gerhard Voss.
Der Benediktiner ist ausgewiesener Kenner der astralen Symbolik, die in der Bibel, besonders in der Geheimen Offenbarung des Johannes, und in der altkirchlichen Theologie eine bedeutsame Rolle für das Zeit- und Menschenverständnis spielt. Papst Benedikt knüpft in seinen Veröffentlichungen zur Liturgie an die Vätertheologie an und stellt insbesondere die kosmische Dimension der Eucharistiefeier heraus. Weil das christliche Erlösungsmysterium auch den Kosmos mit einbezieht, müssen nach Ansicht des Papstes Christen den „kosmischen Blick" zurückgewinnen und sich der Weite der christlichen Hoffnung neu bewusst werden. In der Feier der heiligen Liturgie in „heiliger Zeit" tritt die Kirche deshalb ein in den „Rhythmus der Schöpfung und in die Ordnung der Geschichte".
Dieser vom Lauf der Gestirne und Planeten bestimmte Rhythmus prägt das irdische Leben und den leibhaften, „in Kosmos und Natur hinein verwobenen Menschen", heißt es im Einladungstext zu der Abendveranstaltung. Die Liturgie werde im Horizont der ganzen Schöpfung von Himmel und Erde gefeiert in der Hoffnung auf die endgültige „Ankunft" (Advent) Gottes in seiner Welt. Am Samstagabend (2. Dezember) beginnt nach biblischer Zählweise der erste Adventssonntag, der das neue Kirchenjahr und die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest eröffnet.
Beginn des Kirchenjahres
Das Kirchenjahr knüpft seit jeher an die alte Astralsymbolik an. Das Festdatum 25. Dezember verbindet die Geburt Jesu Christi als des Erlösers der Welt mit dem kosmischen Datum der Wintersonnenwende als „Geburt" des neuen Lichts und neuen Jahres. Auch das zentrale christliche Erlösungsfest Ostern, das immer am ersten Sonntag nach dem Frühlings-Vollmond gefeiert wird und jeder Eucharistiefeier zugrunde liegt, hat vielfache kosmische Bezüge. In der Erzählung vom „Stern von Betlehem" und der Suche der sternkundigen Weisen aus dem Morgenland nach dem neugeborenen „König der Juden" bietet das Neue Testament zudem immer schon auch einen Anknüpfungspunkt für astrologische Weisheit.
Astrologie wird heute vielfach als „kosmische Psychologie" verstanden. Bibel und Kirche haben astrologisch ermittelte Zukunftsprognosen immer als Widerspruch zur Freiheit des menschlichen Willens abgelehnt. Die Weisheit der Sternenkunde als einer an den Himmel projizierten (Tiefen-)Psychologie wurde jedoch in der Alten Kirche theologisch aufgegriffen und fand auch Eingang in die christliche Symbolik. Auch die in der Adventszeit gesungenen sieben O-Antiphonen oder die Ausrichtung des Kirchenraumes nach Osten lassen astrale Symbolik anklingen. Ihre frühesten Wurzeln hat die Astrologie im Zweistromland Mesopotamien, wo man im 3. Jahrtausend vor Chr. mit astronomischen Beobachtungen begann und dazu Stufen-Tempel errichtete, um über die Bahnen („Stufen") der „sieben Gestirne" (Sonne und Mond sowie die damals bekannten fünf Planeten) die Verbindung zum Himmel und zu den Göttern zu ermöglichen. Auch die Pyramiden in Ägypten, wo vor bald 5.000 Jahren der exakteste antike Kalender etabliert wurde, dienten diesem Zweck.
(ars/kwh)
Buchhinweis: G. Voss, Astrologie christlich, Regensburg ³1990
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
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