Stuttgart (ars). Konkrete Probleme bei der Nahrungsaufnahme von Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen standen im Mittelpunkt einer Fachtagung im Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim, an der rund 170 Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Pflege, Pädagogik und Ernährung sowie Eltern von Behinderten teilnahmen. Aufgezeigt wurden Ansätze zur Verbesserung der Ernährungs- und Essenssituation, vor allem auch, um Behinderten die Lebensqualität beim Essen zurückzugeben.
Eingeladen zu der Fachtagung mit wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops hatte der Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte Baden-Württemberg und die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Nach den beiden Einführungsreferaten zu allgemeinen Bedingungen der Ernährung von Menschen mit schwersten Behinderungen sowie Grundlagen einer gesunden Ernährung ging es um Probleme bei der Nahrungsaufnahme wie Schluckstörungen und der Sonden-Ernähung.
Paul Diesener, leitender Intensivmediziner am Neurologischen Krankenhaus und Rehazentrum in Gailingen, erörterte die Risiken einer Schluckstörung wie beispielsweise dem „heimlichen Verschlucken", das heißt dem Einatmen von Nahrung in die Atemwege, und stellte ein Konzept zur Schluckdiagnostik mittels transnasaler flexibler Endoskopie vor. Anliegen eines „Dysphagie-Managements" sei es, den betroffenen Menschen mit Schluckstörung eine größtmögliche Lebensqualität, hier in Form einer oralen Nahrungsaufnahme, mit einem Höchstmaß an körperlicher Unversehrtheit zu ermöglichen. Orale Nahrungsaufnahme bedeute aber nicht generell mehr Lebensqualität, betonte Diesener. In bestimmten Fällen sollte auch die Indikation zur Sonden-Ernährung erwogen werden.
Auch Friedemann Lindmayer, Kinderarzt am Rehabilitationszentrum Südwest für Behinderte in Karlsruhe, plädierte in seinem Vortrag „Ethische Aspekte der Ernährung über ein Gastrostoma" für eine Sonden-Ernährung in bestimmten Fällen. Er verwies darauf, dass für viele schwerstbehinderte Kinder die Nahrungsaufnahme von wesentlichen positiven Aspekten der Ernährung wie Lebensqualität und Lebensfreude abgekoppelt sei. Schwerstbehinderte Kinder auch gegen ihre eindeutige Abwehr und oft über viele Stunden am Tage oral zu „füttern", um sie „normal" über den Mund zu ernähren, verschärfe die Essenssituation. Außerdem könne dies zu Flüssigkeitsmangel und Mangelernährung führen. Deshalb sei es Lindmayer zufolge besser, in solchen Fällen nach individueller Abwägung die „Anlage eines Gastrostomas anzubieten". Durch diese Maßnahme könne es gelingen, den schwerstbehinderten Menschen ein „Teil von Lebensqualität" beim Essen zurückzugeben. Orale Ernährung dürfe nicht um jeden Preis durchgeführt werden.
Generell warnten die Fachleute vor der Gefahr der Unterernährung bei Schwerstbehinderten. Bei der Entscheidung zur oralen Ernährung oder zur Sonden-Ernährung sei in jedem Fall der Wille und das Wohlbefinden des Betroffenen zu berücksichtigen. Weitere konkrete Ansätze und Beispiele zur Verbesserung der Ernährungs- und Essenssituation wurden in vier Foren vorgestellt und diskutiert. (ars/kwh)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
