Stuttgart (ars). Verstärkt die anstehende Pflegeversicherungsreform die Verlagerung von Versorgungsleistungen in den ambulanten Bereich? Entwickelt sich der stationäre Bereich zum Auslaufmodell? Welche Bedürfnisse in Bezug auf Pflege haben Pflegebedürftige und deren Angehörige? Diese und weitere Fragen standen zur Diskussion bei der Tagung „Ambulant statt stationär?“ am 28. Juni im Tagungszentrum Hohenheim, zu der rund 120 Personen – überwiegend Fach- und Führungskräfte aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich – gekommen waren.
Nach Roland Schmidt, langjähriger Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) in Berlin und seit 1999 Professor für Gerontologie an der Fachhochschule Erfurt, ist der Grundsatz "ambulant vor stationär" in der Versorgungspraxis bislang nicht hinreichend eingelöst worden. Dies liege zum einen an einigen Fehlanreizen des Sozialgesetzbuches (z.B. Differenz der Leistungshöhen in der Pflegestufe I und II zwischen ambulanter und vollstationärer Pflege), zum anderen an Orientierungen der ambulanten Dienste vornehmlich an leicht re-finanzierbaren Sachleistungen und der damit einher gehenden Vernachlässigung kundenorientierter Produktentwicklung. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht absehbar, ob die Reform des 11. Buches des SGB einen Beitrag zum Abbau von Fehlanreizen und zur weiteren Stärkung der ambulanten Versorgung leisten werde.
Andreas Wittrahm, Leiter der Kölner Caritas-Akademie für Fort- und Weiterbildung im Gesundheits- und Pflegebereich, orientierte sich in seinem Vortrag zur Bedeutung des Lebensraumes bei Pflegebedürftigkeit im hohen Alter im ambulanten und stationären Bereich an den ethischen Leitkategorien "Freiheit" und "Würde". Freiheit bedeute danach den Zustand, in dem jemand die eigene Lebensform so weit wie möglich nach den eigenen Werten, Vorlieben und Gewohnheiten zu bestimmen in der Lage ist. Würde definierte Wittrahm als Wert und Möglichkeit, mit allen Dimensionen einer menschlichen Existenz leben zu können, auch wenn man selbst nicht mehr dafür sorgen kann. In der öffentlichen Meinung werde die Pflege zu Hause häufig mit der "würdigeren" und angemesseneren Pflege gleichgesetzt, so der Referent.
Die Verwirklichung humaner Pflegesettings und -arrangements hängt Wittrahm zufolge aber nicht in erster Linie von der Versorgungsform ab. Würdiges Leben sei auch im Heim möglich. Außerdem verursache die stationäre Hilfe nicht generell höhere Kosten als die ambulante Versorgung. Wittrahm räumte ein, dass angesichts der geringen Öffentlichkeitswahrnehmung positiver Entwicklungen im stationären Bereich sich eine weitere Verlagerung von Versorgungsleistungen in den ambulanten Bereich ("Ambulantisierung") abzeichne. Aufgabe und Pflicht der Leistungsanbieter und Träger sei es aber, die Zugangsmöglichkeit für verschiedene Versorgungsstrukturen offen zu halten.
Für Roland Sing, stellvertretender Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK und Vorstandsmitglied des Landesseniorenrats Baden-Württemberg, stellt die Pflegeversicherung angesichts der demografischen Entwicklung einen elementaren und bewährten Baustein bei der Absicherung sozialer Risiken dar. Die Fragestellung "Ambulant statt stationär?" kann Sing zufolge "nicht allgemein und somit gesamtstrategisch beantwortet werden." Das Abschieben in ein Pflegeheim durch Angehörige sei so wenig akzeptabel wie die ambulante Pflege zu Hause, die nur aus finanziellen Gründen von Angehörigen geleistet werde. Eine weitere Stärkung der ambulanten Pflege – unter Berücksichtigung bzw. Einbindung der Hausärzte – sei aber unumgänglich. Insofern habe die "Verbesserung zwischen den Abläufen der Krankenversicherung zur Pflegeversicherung" hohe Dringlichkeit. ars/kwh
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
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88250 Weingarten
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Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
