Stuttgart (ars). Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sieht bei der Ausbildung eines schärferen Umweltbewusstseins die Kirchen angesichts von bundesweit rund 30.000 Gemeinden und 55.000 Einrichtungen in einer Schlüsselrolle. Um einen effektiven Umweltschutz zu erreichen, sei ein Sinneswandel in der Bevölkerung Voraussetzung, erklärte sie bei der ökumenischen Tagung zum Thema «Nachhaltigkeit - Strategien in den Kirchen» am vergangenen Wochenende in Hohenheim.
Dabei müssten die Achtung vor der Schöpfung mit den jeweiligen individuellen Ansprüchen in Einklang gebracht werden. Kritik übte die Ministerin an der deutschen Wirtschaft, die es versäumt habe, frühzeitig moderne Abgasreinigungstechniken anzubieten. Obwohl deutsche Kernkrafttechniker vor Jahren leistungsfähige Dieselrußfilter entwickelt hätten, sei diese Technik von deutschen Autokonzernen abgelehnt worden. Auf diesem Sektor seien französische Autohersteller den deutschen Konkurrenten davongefahren.
Der Generalvikar der Diözese, Clemens Stroppel, bezeichnete das kirchliche Engagement für die Bewahrung der Schöpfung als Teil des „Einsatzes für das Leben, das sich Gott verdankt und uns anvertraut ist“. Eine Gesellschaft, die den Wert der geschaffenen Umwelt und Mitwelt des Menschen nicht achte, sei „nicht menschenfreundlich und auch nicht kinderfreundlich“. Wo „Gottes Lebensraum für uns“ durch unvernünftiges menschliches Handeln zerstört werde, hätten kommende Generationen keine Zukunft.
Als wesentliche Ziele des Umweltschutzes in der Diözese nannte Stroppel eine Energieeinsparung durch ein strategisches Immobilienmanagement, eine erhöhte Energieeffizienz und die stärkere Nutzung regenerativer Energien. Dem liege die Einsicht zugrunde, dass Schutz und Bewahrung der Schöpfung „keine spektakulären Großprojekte erfordern und auch nicht unbedingt einen erhöhten Einsatz finanzieller Ressourcen, sondern einen langen Atem für viele kleinen Schritte“.
Nach Ansicht von Jobst Kraus von der evangelischen Akademie Bad Boll sollen die Kirchen eine Vorreiterrolle beim Umweltschutz übernehmen. Kraus erinnerte daran, dass die Kirchen Anfang des 20. Jahrhunderts auch bei der Elektrifizierung Vorreiter gewesen seien und schon elektrisches Licht und beheizbare Sitzbänke gehabt hätten, als in Privathaushalten noch Gaslicht leuchtete. Kraus zeigte sich überzeugt, dass umweltbewusstes Verbraucherverhalten kirchlicher Einrichtungen sich positiv auf das Verhalten auch von Energie- und Automobilunternehmen auswirken werde. Er rief die Kirchen dazu auf, ihre Tagungshäuser umweltfreundlich zu führen und nicht gängigen Hotelstandards nachzueifern. Kirchengemeinden sollten «Natur- und Sozialkapital» aufspüren und hartnäckig und geduldig das Prinzip der Nachhaltigkeit realisieren.
Zudem wurde von der Leitung der Diözesen und Landeskirchen bis hinunter zu den einzelnen Gemeinden gefordert, dass sie bei Nachhaltigkeitsplänen und bei der Bewahrung der Schöpfung über ihre Leitbild-Funktion hinaus Umweltstandards für ihre Einrichtungen verbindlich formulieren. Das ökologische Engagement einzelner Pfarrer oder Hausleiter reicht nicht mehr aus, sagte der Sprecher der Umweltbeauftragten der österreichischen Diözesen, Ernst Sandriesser. Die Kirchen müssten umweltfreundlichere Heiztechnik fördern und ein Umdenken im Umgang mit dem Auto vorantreiben. Dem kirchlichen Umweltexperten zufolge geht ein Drittel der Kohlendioxid-Emissionen auf das Konto des Autos, ein Viertel wird durch Heizungen verursacht.
Nach Auffassung von Markus Vogt von der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern müssen sich die Kirchen auch intensiver mit der so genannten Grünen Gentechnik auseinandersetzen. Den Fragen nach den Folgen gentechnischer Veränderung von Pflanzen für die Artenvielfalt, aber auch nach den Marktchancen der Produzenten weltweit und für die Wahlfreiheit der Verbraucher, dürften sich Christen nicht entziehen. Theorien, wonach gentechnische Veränderungen an Pflanzen den Hunger in der Welt beseitigen könnten, erteilte Vogt eine Absage. Hunger sei Folge einer sozialen Schieflage: während im einen Teil der Welt Nahrung im Überfluss erzeugt werde, herrsche im anderen Mangel. (ars/kwh)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
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Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
